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Die fünf bei uns zugelassenen Impfstoffe sind die beiden mRNA-Impfstoffe der Firmen Biontech und Moderna, die beiden Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson sowie ein proteinbasierter Impfstoff der Firma Novavax. 

Das Prinzip der Gedächtniszellen

Mit bisherigen Impfstoffen - die beispielsweise gegen Tollwut, Diphterie, Masern, Mumps und Röteln eingesetzt werden - kamen entweder abgeschwächte Erreger (Lebendimpfstoffe) oder inaktivierte Erreger beziehungsweise deren Eiweißbestandteile (Totimpfstoffe) zum Einsatz.

Unser Abwehrsystem reagiert immer gleich auf eine Impfung, ohne dass wir ernsthaft erkranken. Zum einen werden gegen den "körperfremdem Eindringling" in den sogenannten Plasmazellen Antikörper gebildet, auch  Immunglobuline genannt. Zum anderen bilden sich sogenannte spezialisierte T-Zellen, die den "Eindringling" direkt angreifen können. 

Ist die Immunreaktion beendet, verbleiben die gebildeten Zellen als "Gedächtniszellen" im Immunsystem verfügbar, und können eine "echte" Infektion mit der schnelleren Bildung von spezialisierten Antikörpern und T-Zellen wirksam bekämpfen. Dabei schützen die Immunglobuline eher vor einer Infektion und die T-Zellen eher vor einem schweren Verlauf.

Jede Immunreaktion durch eine Impfung kann zum Beispiel mit Grippesymptomen wie Fieber, Gliederschmerzen und Schwäche einhergehen. Diese Reaktionen verlaufen individuell und je nach Impfung unterschiedlich schwer und werden nicht als Nebenwirkungen, sondern als erwartete Impfreaktionen bezeichnet.

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Wie eine Impfung vor Corona schützt

Ganz einfach erklärt: Was passiert eigentlich im Körper, wenn man geimpft wird?

So funktionieren genbasierte Impfstoffe

Bei den modernen genbasierten mRNA-Impfstoffen gegen Coronaviren bildet der Körper selbst das Eiweiß, auf das die Immunantwort folgt. Dazu wird per Impfung nur die Erbinformation in einer Lipidhülle - also umgeben von kleinen Fettkügelchen - verabreicht. Diese Erbinformation veranlasst körpereigene Zellen zur Bildung des sogenannten Spikeproteins. Dies Protein ist das Oberflächenprotein des Coronavirus, das auch bei der "echten" Infektion die Immunantwort auslöst. 

Im Verlauf der milliardenfach erfolgten mRNA-Impfungen wurden sehr selten Herzmuskel- beziehungsweise Herzbeutelentzündungen beobachtet - medizinisch als Myokarditis beziehungsweise Perikarditis bezeichnet. Diese betreffen überwiegend junge Männer wenige Tage nach der zweiten Impfung. Nahezu alle Fälle heilen aus, ohne dass Folgeschäden zurückbleiben. 

Für Erwachsene gilt: Das Risiko, durch eine COVID-19-Erkrankung eine Herzmuskel- beziehungsweise Herzbeutelentzündung zu erleiden, ist etwa vierfach höher als das Risiko für diese Krankheit durch eine Corona-Impfung.

Vektorimpfstoffe - kaum noch verwendet

Vektoren sind eigentlich harmlose Erkältungsviren.

Ein Vektorimpfstoff funktioniert ähnlich wie ein mRNA-Impfstoff: Vektoren sind harmlose Erkältungsviren, die im Menschen nicht vermehrungsfähig sind. In das Erbmaterial des Vektorvirus wird der Bauplan für das Spike-Protein eingefügt und das so veränderte Vektorvirus wird verimpft. Auch hier produziert das Immunsystem fleißig Gedächtniszellen, die eine tatsächliche COVID-19-Erkrankung verhindern oder zumindest abschwächen können.

Vektorimpfstoffe werden in der derzeitigen Impfkampagne jedoch nur noch sehr selten eingesetzt, da es nach den Impfungen in der Vergangenheit - wenn auch sehr selten - zu schwerwiegenden Nebenwirkungen wie zum Beispiel einer Hirnvenenthrombose oder anderen atypischen Thrombosen gekommen ist.

Proteinbasiert, der Impfstoff von Novavax

Der Impfstoff der Firma Novavax enthält eine gentechnisch im Labor hergestellte Version des Spike-Proteins und wird daher als proteinbasierter Impfstoff bezeichnet. Im Gegensatz dazu wird bei den mRNA- und Vektorimpfstoffen die Erbinformation als Impfstoff eingesetzt, die dann erst im Körper die Bildung des gleichen Proteins auslöst. Die ablaufende Impfreaktion bis zur Bildung von Gedächtniszellen ist die gleiche.

Zulassungsstudien zeigen bei dem proteinbasierten Impfstoff von Novavax einen den mRNA- und Vektorimpfstoffen vergleichbaren Schutz. Allerdings beziehen sich die Daten auf die ursprüngliche Wuhan-Variante. Derzeit liegen nur begrenzte Daten zur Wirksamkeit des neuen Impfstoffs gegen andere Varianten, insbesondere Delta und Omikron, vor. Auch ist nicht bekannt, wie lange der Schutz anhält.

Alle Corona-Impfstoffe sind im weitesten Sinne Totimpfstoffe.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt den proteinbasierten Impfstoff zur Grundimmunisierung von Personen ab 12 Jahren. Hierbei sollen zwei Impfstoffdosen im Abstand von mindestens drei Wochen gegeben werden. Für Impfungen von Jugendlichen und Kindern unter 12, für Immunsupprimierte, die keine Kontraindikation gegen die übrigen Impfstoffe aufweisen, sowie für Stillende und Schwangere gibt es keine Daten, daher wird der Impfstoff für sie zurzeit nicht empfohlen. 

Die Impfreaktionen entsprechen denen der anderen Corona-Impfstoffe. Mögliche seltene Nebenwirkungen werden sich wie bei den anderen Impfstoffen erst zeigen können, nachdem der Impfstoff vielfach verimpft wurde. Bezüglich seltener Nebenwirkungen ist die Datenlage bei den mRNA-Impfstoffen deshalb erheblich besser und damit die Sicherheit höher.

Allergien oder Überempfindlichkeitsreaktionen wie zum Beispiel Nesselsucht treten bei allen Coronavirus-Impfstoffen insgesamt sehr selten auf und bleiben nahezu alle ohne Folgen.

Alle in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffe gelten im weitesten Sinne als Totimpfstoffe, das heißt, dass sie keine vermehrungsfähigen Viren enthalten. 

Impfreaktionen oder Nebenwirkungen?

Von den seltenen Nebenwirkungen der Impfstoffe sind die völlig normalen Impfreaktionen abzugrenzen. Diese zeigen, dass sich der Körper mit dem Impfstoff auseinandersetzt. Häufig treten Schmerzen oder Rötung an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelschmerzen und Krankheitsgefühl, Grippegefühl und Schüttelfrost, Gelenkschmerzen und Übelkeit auf. Auch Fieber kann vorkommen. Diese Impfreaktionen unterscheiden sich kaum bei den bisher eingesetzten Corona-Impfstoffen. 

Warum boostern?

Alle zugelassenen Impfstoffe sind hochwirksam und schützen in den allermeisten Fällen vor dem schweren oder tödlichen Verlauf einer Coronavirus-Erkrankung und mehr oder weniger gut vor einer Infektion. Bei der aktuell vorherrschenden Omikron-Variante lässt der Schutz vor Ansteckung nach einer Zweifachimpfung mit der Zeit allerdings deutlich nach. Der Schutz vor einer Erkrankung mit Symptomen steigt allerdings wieder auf bis zu 70 Prozent an, wenn nach etwa drei Monaten eine dritte Impfung erfolgt.

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Corona-Vari­anten

Die Corona-Variante Omikron beherrscht zurzeit unser Leben. Kann uns das Virus trotzdem aus der Pandemie führen?

 

Das bedeutet, dass 30 Prozent der Geimpften und Geboosterten zwar trotzdem noch Symptome entwickeln können, dass aber ein schwerer Verlauf der Infektion bei ihnen kaum oder gar nicht mehr auftritt.

Nach dem aktuellen Wissensstand schützt eine zweifache Corona-Impfung plus Boosterung derzeit am wirksamsten vor symptomatischer Erkrankung und schwerem Verlauf durch eine Infektion mit der Omikron-Variante.

Die Schutzwirkung ist bei allen Impfstoffen ähnlich groß.

Die STIKO empfiehlt die dritte, also die Booster-Impfung, bei Personen über 18 Jahren mit einem mRNA-Impfstoff drei Monate nach der Zweifachimpfung, der Grundimmunisierung. Bei Jugendlichen von zwölf bis 17 Jahren wird die Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff drei bis sechs Monate nach der Grundimmunisierung empfohlen.

Wer nach der Zweifachimpfung eine Corona-Infektion durchgemacht hat, soll bis auf weiteres eine einmalige Impfstoffdosis als Booster im Abstand von mindestens drei Monaten zur Infektion erhalten.

Unser Beratungsangebot für Sie

Bei medizinischen Fragen zur Impfung können sich Versicherte der TK auch direkt an die Coronavirus-Hotline des TK-ÄrzteZentrums wenden:

Telefon: 040-46 06 - 61 91 60 (Montag bis Freitag 8 - 20 Uhr)

Für wen eine vierte Impfung?

Die STIKO empfiehlt für bestimmte Personengruppen nach Zweifach- und Booster-Impfung eine weitere Auffrischimpfung. Hierzu gehören:

•    Menschen ab 60 Jahren

•    Personen, die in Pflegeeinrichtungen wohnen oder dort betreut werden

•    Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsverläufe infolge einer Grunderkrankung ab fünf Jahren 

•    Personen, die in medizinischen oder Pflegeeinrichtungen arbeiten

Die zweite Auffrischimpfung soll sechs Monate nach der Booster-Impfung oder einer Infektion mit dem Coronavirus mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen.

Impfung bei Kindern und Jugendlichen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt generell die Impfung von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech. Empfohlen werden zwei Impfungen und eine Booster-Impfung. Auch der Impfstoff der Firma Novavax wird inzwischen für die ersten beiden Impfungen in dieser Altersgruppe empfohlen. 

Inzwischen gibt es auch eine generelle Impfempfehlung für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren. Die STIKO empfiehlt für gesunde Kinder eine einmalige Impfung vorzugsweise mit dem Impfstoff von Biontech. Alternativ können 6- bis 11-Jährige auch den Impfstoff von Moderna bekommen. Bei bestimmten Vorerkrankungen werden weiterhin zwei Impfungen und eine Auffrischimpfung empfohlen. Kinder mit Kontakt zu Risikopersonen sollen zwei Impfungen erhalten. 

Warum es keine Langzeitfolgen gibt

Immer noch lassen sich manche Menschen nicht gegen Corona impfen, weil sie sich vor "Spätfolgen" fürchten. Diese Angst ist jedoch unbegründet.

Nebenwirkungen einer Impfung treten laut Experten immer innerhalb weniger Wochen nach der Impfung auf, danach ist die Immunreaktion abgeschlossen und der Impfstoff im Körper nicht mehr vorhanden. Dass man also heute geimpft wird und beispielsweise in einem Jahr eine Nebenwirkung erleidet, ist praktisch ausgeschlossen. 

Mit den Coronavirus-Impfstoffen sind innerhalb kurzer Zeit bereits viele Millionen Menschen geimpft worden, sodass auch seltene Nebenwirkungen sich zeigten wie zum Beispiel die Hirnvenenthrombosen bei den Vektorimpfstoffen. 

Generell gilt, dass das Risiko der Impfung gegen Corona in jedem Fall geringer ist als das Risiko, durch eine Infektion mit dem Coronavirus schwer zu erkranken.

Die derzeit zugelassenen Impfstoffe sind also sicher, bisher auch gut wirksam und das einzige Instrument, neue Mutanten zu verhindern und hoffentlich irgendwann unser "altes Leben" zurückzugewinnen. Ein speziell an die Omikron-Variante angepasster Impfstoff wird zurzeit geprüft.