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Impfung gegen Tollwut
Tollwut ist eine durch Viren verursachte Erkrankung und wird vor allem durch Tierbisse übertragen. Besonders Reisende tragen ein Risiko, sich zu infizieren.
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Charlotte Stümpel, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbHTollwut ist eine virale Infektionskrankheit, die durch das Rabiesvirus verursacht wird und das zentrale Nervensystem angreift. Übertragen wird Tollwut meist durch den Biss von oder über Wund- und Schleimhautkontakt mit einem infizierten Tier, wobei dessen Speichel das Virus enthält. Zu den häufigsten Überträgern gehören Hunde, Fledermäuse, Füchse und Waschbären.Nach einer Inkubationszeit, die in der Regel zwei bis drei Monate beträgt, aber auch von wenigen Tagen bis zu einem Jahr dauern kann, können erste Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Unwohlsein auftreten. Ebenso sind eine veränderte Wahrnehmung, Halluzinationen und eine gewisse Ängstlichkeit mögliche Krankheitszeichen. Als besonders charakteristisch gelten die sogenannte Hydrophobie (Angst vor Wasser) und Aerophobie (Angst vor Luftzügen). Wird die Infektion nicht rechtzeitig behandelt, kann sie zum Koma und sogar zum Tod führen.Die ImpfungArt des ImpfstoffsGegen Tollwut sind zwei Totimpfstoffe zugelassen, die auf Basis inaktivierter Tollwutviren hergestellt werden. Die Impfviren werden entweder in menschlichen Zellen (HDC-Impfstoff) oder in Hühnerfibroblasten-Zellkulturen (PCEC-Impfstoff) produziert. In der Wirksamkeit der Impfstoffe besteht kein Unterschied und sie können auch miteinander kombiniert werden.
Wichtig zu wissenWurden Sie von einem tollwutverdächtigen Tier gebissen, sollten Sie auch trotz einer Impfung Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen. Dort wird die Wunde sorgfältig gereinigt und Sie erhalten in der Regel eine Postexpositionsprophylaxe. Diese umfasst zwei weitere Impfungen : eine am Tag des Bisses und eine drei Tage später.
Impfreaktionen und NebenwirkungenNach einer Tollwut-Impfung kann es innerhalb von einem bis drei Tagen an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung, gelegentlich auch zu geschwollenen Lymphknoten kommen.Außerdem können innerhalb der ersten Tage nach der Impfung auch Allgemeinsymptomen auftreten, zum Beispiel: TemperaturerhöhungUnwohlseinMüdigkeit Hautausschlag SchwächeMuskel- und GelenkschmerzenWer sollte sich wann gegen Tollwut impfen lassen?Die Schutzimpfungsrichtlinie (SI-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) empfiehlt Reisenden eine Tollwut-Impfung, die sich in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung aufhalten oder einer erhöhten Tollwutexposition ausgesetzt sind, beispielsweise durch Fledermäuse oder freilaufende Hunde.Informieren Sie sich vor einer anstehenden Reise auf den Seiten des Auswärtigen Amts zu Reise- und Sicherheitshinweisen, die bei Ihrem Ziel bestehen könnten.Die TK-Regelungen zu Schutzimpfungen im Zusammenhang mit einer privaten Auslandsreise finden Sie unter Reiseimpfungen .GrundimmunisierungFür die Grundimmunisierung sind drei Impfdosen erforderlich. Kinder ab der Geburt, Jugendliche und Erwachsene sollten die zweite Dosis sieben Tage und die dritte Dosis 21 bis 28 Tage nach der ersten Impfung erhalten.Haben Sie eine Reise geplant, sollten Sie sich daher mindestens vier Wochen vorher um eine Tollwut-Impfung kümmern. So haben Sie ausreichend Zeit, einen Impfschutz aufzubauen. Auffrischung Bei weiter bestehendem Expositionsrisiko sollte die erste Auffrischimpfung nach einem Jahr, weitere Auffrischungsimpfungen nach Angaben des Herstellers, im Allgemeinen in Abständen von zwei bis fünf Jahren erfolgen.Berufliche Impfempfehlung - Leistung des ArbeitgebersNach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) ist in den folgenden Bereichen bei den aufgeführten Expositionsbedingungen das arbeitgebende Unternehmen für die Kostenübernahme verantwortlich:Gezielte Tätigkeiten mit dem Tollwut-VirusForschungseinrichtungen oder Laboratorien: regelmäßige Tätigkeiten mit Kontaktmöglichkeit zu infizierten Proben oder Verdachtsproben, zu infizierten Tieren oder krankheitsverdächtigen Tieren bzw. zu erregerhaltigen oder kontaminierten Gegenständen oder MaterialienTätigkeiten in einem Tollwut-gefährdeten BezirkTätigkeiten mit regelmäßigem Kontakt zu freilebenden Tieren Tätigkeiten in oder in der Nähe von Fledermausunterschlupfen bzw. mit engem Kontakt zu Fledermäusen
Bundesministerium der Justiz/Bundesamt für Justiz - gesetze-im-internet.de: Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV), 12.07.2019. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/arbmedvv/ArbMedVV.pdf (abgerufen am: 28.05.2024). Bundesministerium für Gesundheit (BMG) - gesund.bund.de: Tollwut, 26.01.2024. URL: https://gesund.bund.de/tollwut (abgerufen am: 28.05.2024). Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V.: Tollwut (präexpositionell), o. J. URL: https://www.dtg.org/index.php/empfehlungen-und-leitlinien/empfehlungen/impfungen/impfrisiko-aufklaerung/uebersicht-der-reiseimpfungen/250-tollwut-praeexpositionell.html (abgerufen am: 28.05.2024). Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über Schutzimpfungen nach § 20i Absatz 1 SGB V (Schutzimpfungs-Richtlinie/SI-RL), Stand: 22.05.2024. URL: https://www.g-ba.de/downloads/62-492-3450/SI-RL_2024-03-21_iK-2024-05-22.pdf (abgerufen am: 28.05.2024). Ständige Impfkommission: Epidemiologisches Bulletin. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 4/2024, 25.01.2024. URL: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2024/Ausgaben/04_24.pdf?__blob=publicationFile (abgerufen am: 28.05.2024). Ständige Impfkommission: Epidemiologisches Bulletin. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 14/2024, 04.04.2024. URL: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2024/Ausgaben/14_24.pdf?__blob=publicationFile (abgerufen am: 28.05.2024).
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