Akupunktur - Anwendung, Wirkung und Kosten
Akupunktur ist eine Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin. Durch feine Nadeln sollen der Energiefluss im Körper harmonisiert und Beschwerden sanft gelindert werden. Wie wirksam Akupunktur tatsächlich ist, ist umstritten.
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Louisa Bühler, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Akupunktur ist ein wichtiger Teil der TCM. Seit 2010 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Mittelpunkt steht Ihre Lebensenergie "Qi". Diese Energie fließt, nach Vorstellung der TCM, auf 14 Bahnen durch Ihren Körper. Diese Bahnen werden Meridiane genannt. Jeder Meridian ist einem Organsystem zugeordnet.Störungen durch Kälte oder Stress machen Sie laut der chinesischen Heilkunst krank. Hier setzt Akupunktur gezielt an. Die Fachkraft setzt feine Nadeln an 361 Punkten. Das soll Ihre Energieströme wieder ins Gleichgewicht bringen. Ihre Organe sollen so ihre Selbstheilungskräfte aktivieren.Akupunktur: Was sagt die Wissenschaft?Die Wirkung von Akupunktur wird in der Medizin diskutiert. Studien zeigen: Die Methode lindert Schmerzen oft kurzfristig. Auch die Beweglichkeit verbessert sich dadurch. Oft spielt der Placebo-Effekt eine wichtige Rolle. Viele Menschen machen jedoch sehr gute Erfahrungen. Probieren Sie es in einer qualifizierten Praxis einfach selbst aus. Entscheiden Sie, wie gut Ihnen die Behandlung tut.Viele Menschen berichten dennoch von positiven Erfahrungen. Wenn Sie neugierig sind, können Sie Akupunktur in einer qualifizierten Praxis ausprobieren und selbst spüren, ob sie Ihnen guttut.Wann kann Ihnen Akupunktur helfen?Das Konzept der aus dem Gleichgewicht geratenen Energieströme lässt sich auf die verschiedensten Krankheiten übertragen. Am besten untersucht ist die Methode derzeit bei diesen Beschwerdebildern: Rückenschmerzen Chronische Kopfschmerzen und Migräne Kniegelenksarthrose Übelkeit bei einer Chemotherapie oder nach Operationen
Wann übernimmt die TK die Kosten für Akupunktur? Die TK übernimmt die Kosten für bis zu 10 Akupunktur Sitzungen (in Ausnahmefällen bis zu 15) innerhalb von sechs Wochen, in folgenden Fällen:Diagnose: Chronische Schmerzen in der Lendenwirbelsäule oder chronische Knieschmerzen durch Kniegelenksarthrose (Gonarthrose).Dauer: Die Schmerzen halten seit mindestens sechs Monaten an.Behandlung: Es müssen eine Ärzt:innen mit entsprechender Zusatzausbildung (Akupunktur-Diplom) sein, die mit der Krankenkasse abrechnen können.Abrechnung: Erfolgt direkt über Ihre elektronische Gesundheitskarte, Sie müssen also nicht in Vorkasse gehen.Wichtig: Eine erneute Akupunkturbehandlung auf Kasse ist frühestens 12 Monate nach Abschluss der letzten Behandlung möglich.
Akupunktur: So läuft die Sitzung abZuerst stellt die behandelnde Person eine Diagnose nach TCM-Regeln. Ihr körperliches und seelisches Gesamtbild steht im Fokus. Danach wählt die Fachkraft die passenden Punkte aus.Sie entspannen sich während der Behandlung in einem ruhigen Raum. Die Fachkraft setzt fünf bis zwanzig feine Nadeln. Ein leichtes Kribbeln zeigt: Die Stimulation wirkt. Die Nadeln bleiben zehn bis dreißig Minuten in der Haut.Gut zu wissen: Um Akupunktur anbieten zu dürfen, benötigen Therapeuten und Therapeutinnen eine entsprechende Qualifikation. Das Zertifikat der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur kann hier Orientierung bieten. Im Artikel "Alternative Therapien: So finden Sie die richtige Praxis" erhalten Sie außerdem nützliche Tipps für die Praxiswahl.
Sonderformen der AkupunkturNeben der klassischen Akupunktur bieten manche Praxen spezielle Sonderformen an, etwadie Laserakupunktur ohne Nadeln,die Ohrakupunktur nach Nogier (Aurikulotherapie),die Mundakupunktur nach Gleditsch oderdie Schädelakupunktur nach Yamamoto.
Birgt die Akupunktur Risiken?Akupunktur gilt im Allgemeinen als sichere und nebenwirkungsarme Behandlungsmethode. Gelegentlich kann es an der Einstichstelle bluten. Es kann auch zu kleinen Blutergüssen oder Hautirritationen kommen, die meist aber von selbst wieder abklingen. Wenn unter schlechten hygienischen Bedingungen gearbeitet wird, könnten auch kleinere Infektionen auftreten.Bei oberflächlich entzündeten oder bösartig veränderten Hautstellen, starken Gerinnungsstörungen und schweren psychiatrischen Erkrankungen wird von der Akupunktur abgeraten. Auch während einer Schwangerschaft ist es wichtig, vorher ärztliche Rücksprache zu halten, um zu verhindern, dass vorzeitige Wehen einsetzen.
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