Elektrotherapie: Heilsamer Strom?
Bei einer Elektrotherapie wird elektrischer Strom eingesetzt, um Schmerzen zu lindern, Muskeln zu aktivieren oder die Durchblutung anzuregen. Ob die alternative Behandlungsmethode tatsächlich hilft, ist umstritten.
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Louisa Bühler, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbHWie wirkt Elektrotherapie?Im Körper reagieren die Nervenzellen über kleine elektrische Impulse. Auf diese Weise werden Informationen weitergegeben - zum Beispiel Schmerzsignale oder der Befehl, bestimmte Muskeln anzuspannen. Die Elektrotherapie greift in diese Reizweiterleitung ein: Sie zielt etwa darauf ab, Signale zu blockieren, abzuschwächen, zu stimulieren oder nachzuahmen. Je nach Art der Elektrotherapie soll diese unter anderemSchmerzen lindern,Nerven stimulieren,Schwellungen abbauen,Muskeln aktivieren oderdie Durchblutung verbessern.Die Wirksamkeit der Elektrotherapie als Physiotherapie ist unter Fachleuten umstritten. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Methode bei bestimmten Beschwerden einen leicht positiven Effekt haben kann - insgesamt ist die Studienlage aber uneinheitlich.
Elektrotherapie ausprobieren: 3 TippsAuch wenn Studien die Wirksamkeit der Elektrotherapie nicht eindeutig belegen, berichten manche Menschen von positiven Erfahrungen. Wenn Sie herausfinden möchten, ob eine Elektrotherapie Ihnen persönlich guttut, können Ihnen folgende Tipps helfen:Besprechen Sie vorab mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, ob sich die Methode bei Ihren Beschwerden eignet und sicher ist.Lassen Sie sich ausschließlich von qualifizierten Therapeutinnen oder Therapeuten behandeln. Mit elektrischem Strom sollten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit nie selbst zuhause experimentieren. Nützliche Hinweise zur Auswahl einer geeigneten Praxis finden Sie im Artikel "Alternative Therapien: So finden Sie die richtige Praxis" .Elektrotherapie ist eine ergänzende Maßnahme und ersetzt keine medizinisch notwendige Behandlung. Und auch Sie selbst können einen wichtigen Beitrag für Ihre Gesundheit leisten: Durch einen gesunden Lebensstil mit viel Bewegung lassen sich viele Beschwerden positiv beeinflussen.
Welcher Strom wird in der Elektrotherapie verwendet?Verschiedene Arten der Elektrotherapie unterscheiden sich vor allem in der Stromfrequenz, also in der Anzahl der elektrischen Schwingungen pro Sekunde - gemessen in Hertz (Hz). Niederfrequenztherapie (1 bis 1.000 Hz), z. B. bei Gelenkerkrankungen, zur Stimulation geschwächter oder gelähmter Muskulatur oder zur Schmerztherapie bei muskulären Verspannungen, in Form der transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS)Mittelfrequenztherapie (1 bis 100 kHz), z. B. bei muskulären Störungen nach Verletzungen oder OperationenHochfrequenztherapie (über 100 kHz), z. B. bei rheumatischen Knieschmerzen , Arthrosen oder Nackenschmerzen Ist Elektrotherapie sicher?Elektrotherapie gilt als sicher - sofern sie von geschulten Fachkräften durchgeführt wird. Bei unsachgemäßer Anwendung können unerwünschte Nebenwirkungen auftreten wie beispielsweise Hautreizungen, Empfindungsstörungen oder sogar Verbrennungen. Zudem schließen bestimmte Vorerkrankungen und Risikofaktoren eine Elektrotherapie aus oder erfordern besondere Vorsicht. Dazu zählen etwa:Metallimplantate, z. B. eine GelenkprotheseAkute Entzündungen oder Fieber Blutgerinnsel (Thrombosen) Hautverletzungen Arteriosklerose Herzrhythmusstörungen oder Herzschrittmacher Krebserkrankungen Erhöhte Blutungsneigung (Hämophilie)Schwangerschaft
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