StartseiteKrankheit & BehandlungenErkrankungenBehandlungen & MedizinDiabetesRegelmäßige Kontrollen bei Diabetes mellitus
Regelmäßige Kontrollen bei Diabetes mellitus
Diabetes mellitus begleitet Betroffene ab der Diagnose in der Regel dauerhaft und kann das persönliche Risiko für Folgeerkrankungen erhöhen. Früh erkannt lassen sich diese oft gut behandeln. In welchen Zeitabständen die verschiedenen Untersuchungen stattfinden, lesen Sie in unserem Überblick.
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Leonie Pape-Werlich, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbHAuch wenn Ihr Diabetes mellitus gut eingestellt ist, finden regelmäßige Kontrollen statt, um den Verlauf Ihrer Erkrankung zu beobachten. Haben Sie Beschwerden oder ist es aus ärztlicher Sicht notwendig, sind häufigere Kontrolltermine sinnvoll. Nutzen Sie diese Gespräche, um Fragen zu stellen oder eventuelle Beschwerden zu beschreiben.Die Verlaufskontrollen dienen unter anderem dazu, Folgeerkrankungen vorzubeugen. Nehmen Sie die Termine auf jeden Fall wahr, auch wenn Sie keine Beschwerden haben. Denn dabei lassen sich oft schon mögliche Veränderungen Ihres Gesundheitszustands erkennen und behandeln, bevor Sie diese selbst bemerken.Diabetes-Kontrolle in der hausärztlichen PraxisViele Untersuchungen können von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt durchgeführt werden - alternativ auch bei einer Diabetologin oder einem Diabetologen. In der Regel steht einmal pro Quartal auf dem Plan:Gewicht kontrollieren und Taillenumfang ermittelnBlutdruck messenBlutwerte bestimmen: Blutzucker- und HbA1c-WertGgf. von Ihnen dokumentierte Blutzuckerwerte beurteilenGgf. Insulin-Injektionsstellen ansehenGgf. Erfolge bei der Rauchentwöhnung erfragenMindestens einmal im Jahr werden außerdem folgende Punkte ärztlich untersucht, um Begleiterkrankungen vorzubeugen:Blutfettwerte: Gesamt-Cholesterin, HDL- und LDL-Cholesterin, TriglyzerideNierenfunktion und Urinstatus, Schnelltest auf Proteine im UrinKörperliche Untersuchung, insb. Inspektion der Füße bzgl. Durchblutung und NervenempfindlichkeitGgf. weitere notwendige Untersuchungen, z. B. EKG oder UltraschallAktueller Impfstatus (am besten Impfausweis zum Termin mitnehmen)Allgemeines Wohlbefinden - körperlich wie seelischGefäßerkrankungen vorbeugenIm Rahmen der Kontrolltermine prüft Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt frühe Anzeichen für Veränderungen der Gefäße. Krankheiten der Gefäßwände wie zum Beispiel Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) kommen bei Menschen mit Diabetes öfter vor und sind Ursache vieler Herz-Kreislauf-Erkrankungen . Mit gesunder Ernährung und sportlicher Aktivität tun Sie Ihren Gefäßen etwas Gutes.Auch die Nieren sind durch eine Diabetes-Erkrankung häufiger in ihrer Funktion eingeschränkt. Sie haben besonders viele empfindliche Gefäße, die Sie vor allem durch eine gute Blutzuckereinstellung schützen können. Mit einem Urintest wird nach frühen Anzeichen für eine sogenannte diabetische Nephropathie gesucht.Zeigen sich Auffälligkeiten, überweist Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin Sie bei Bedarf an eine spezialisierte Praxis, etwa für Angiologie, die sich mit den Gefäßen beschäftigt, oder für Nephrologie, wo es um die Nieren geht.Neurologische UntersuchungEin Diabetes kann auch die Funktion Ihrer Nerven beeinflussen. Bei der körperlichen Untersuchung testet Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin Ihre Reflexe und die Sensibilität Ihrer Haut. Schmerzen oder auch Verdauungsbeschwerden können etwa ein Hinweis auf eine Veränderung der Nerven sein. Einer diabetischen Neuropathie können Sie ebenso wie weiteren Begleiterkrankungen mit einem gut eingestellten Blutzucker vorbeugen.Weitere wichtige Untersuchungen bei DiabetesSehstörungen zuvorkommenLassen Sie Ihre Augen regelmäßig in einer augenärztlichen Praxis untersuchen. Fachleute empfehlen mindestens alle zwei Jahre eine Kontrolle - auch wenn Sie gut sehen können. Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1 sollten ab dem elften Lebensjahr, spätestens aber fünf Jahre nach der Diagnose zur Erstuntersuchung gehen. Bei Diabetes Typ 2 sollte unabhängig vom Alter direkt nach Diagnosestellung ein Augenarzttermin vereinbart werden. Je nach Befund erhalten Sie dann weitere Terminvorschläge.Was es außerdem zu beachten gibt, lesen Sie im Artikel Diabetes und die Augen : Welche Sehstörungen können auftreten?Gesunde Zähne auch mit DiabetesPlanen Sie einmal im Jahr eine zahnärztliche Vorsorge ein. Menschen mit Diabetes haben ein dreifach erhöhtes Risiko für Entzündungen des Zahnhalteapparats, vor allem für eine sogenannte Parodontitis, die zunächst häufig keine Beschwerden verursacht. Früh erkannt ist eine Parodontitis gut behandelbar. Eine besonders gründliche Mundhygiene senkt Ihr persönliches Risiko für Zahnfleischerkrankungen. Indem Sie sich außerdem gesund ernähren und auf Nikotin verzichten, können Sie die Gesundheit Ihres Zahnfleischs unterstützen und Ihren Diabetes positiv beeinflussen.Unter " Ernährung bei Diabetes mellitus : worauf Sie im Alltag achten können" finden Sie weitere Informationen.
Zusammenhang zwischen Diabetes und ParodontitisMit einem gut eingestellten Diabetes senken Sie Ihr Risiko für viele Folgeerkrankungen, auch für Parodontitis. Studien zeigen, dass sich auch die Behandlung von Zahnfleischentzündungen positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie hat einen Selbsttest entwickelt, mit dem Sie Ihr persönliches Risiko für Parodontitis ermitteln können.
Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) e. V.: Praxisempfehlung Diabetologie und Stoffwechsel, Stand: 12.2025. URL: https://www.ddg.info/behandlung-leitlinien/leitlinien-praxisempfehlungen (abgerufen am: 21.07.2026).Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) e. V.: Praxisempfehlung Gesundheits-Pass Diabetes, Stand: 12.2025. URL: https://www.ddg.info/behandlung-leitlinien/leitlinien-praxisempfehlungen (abgerufen am: 21.07.2026).Deutsche Diabetes-Hilfe - diabetesDE: Screening-Intervalle Retinopathie, o. J. URL: https://www.diabetesde.org/screening-intervalle-retinopathie (abgerufen am: 21.07.2026).Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e. V. - DG PARO: Gesund im Mund. Diabetes, o. J. URL: https://dgparo.de/gesund-im-mund/diabetes/ (abgerufen am: 21.07.2026).Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) e. V., Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) e. V., Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) e. V.: S2k-Leitlinie Diabetes und Parodontitis. Stand: 31.07.2024. URL: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/083-015 (abgerufen am: 21.07.2026).Helmholtz Zentrum München - diabinfo: Diabetische Nephropathie: Wie sich Diabetes auf die Nieren auswirkt, 29.04.2021. URL: https://www.diabinfo.de/leben/folgeerkrankungen/nieren.html (abgerufen am: 21.07.2026).Helmholtz Zentrum München - diabinfo: Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Diabetes, 24.04.2020. URL: https://www.diabinfo.de/leben/folgeerkrankungen/herz-kreislauf.html (abgerufen am: 21.07.2026).
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