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Diabetes mellitus und seine Folgen: Risiken erkennen und früh gegensteuern
Diabetes kann den Körper auf Dauer belasten und verschiedene Komplikationen und Spätfolgen verursachen. Wir erklären Ihnen, welche Folgeerkrankungen typisch sind und was Sie selbst dagegen tun können.
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Louisa Bühler, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Folgeschäden durch Diabetes mellitus - das Wichtigste auf einen BlickWarum entstehen Komplikationen? Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können die Blutgefäße schädigen und die Versorgung von Organen und Geweben beeinträchtigen.Häufige Spätfolgen: Zu den typischen Folgen von Diabetes zählen Nierenschwäche (diabetische Nephropathie), Nervenschäden (diabetische Neuropathie), Durchblutungsstörungen und Nervenschäden der Beine und Füße (diabetisches Fußsyndrom), Schäden an der Netzhaut (diabetische Retinopathie) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.Erste Warnzeichen: Achten Sie etwa auf Sehveränderungen, Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit, schlecht heilende Wunden, geschwollene Beine und Füße, Schmerzen beim Gehen, Auffälligkeiten beim Wasserlassen und schnelle Erschöpfung oder Atemnot bei Belastung.So beugen Sie vor: Folgeerkrankungen von Diabetes lassen sich durch gut eingestellte Blutzuckerwerte, regelmäßige Check-ups und einen gesunden Lebensstil oft vermeiden.
Diabetes mellitus: Warum entstehen Folge-Erkrankungen?Bei Diabetes ist der Blutzuckerspiegel über längere Zeit zu hoch. Das kann sich nach und nach auf den gesamten Körper auswirken und Folgeschäden nach sich ziehen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Blutgefäße: Zu viel Zucker im Blut kann die Gefäßwände schädigen und begünstigt Ablagerungen - medizinisch Arteriosklerose . Werden die Blutgefäße mit der Zeit enger und weniger elastisch, gelangt weniger Blut in die Organe und anderes Körpergewebe. Dadurch werden die betroffenen Bereiche schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.
Fachleute unterscheiden bei Diabetes zwei Arten von Gefäßschäden:Eine Mikroangiopathie betrifft die kleinen Blutgefäße, zum Beispiel im Bereich der Netzhaut im Auge oder in den Nieren.Bei einer Makroangiopathie sind die größeren Blutgefäße geschädigt, etwa die Herzkranzgefäße oder die großen Gefäße im Gehirn.Was sind die häufigsten Folgen von Diabetes mellitus?Diabetes mellitus kann auf Dauer verschiedene Folge-Erkrankungen verursachen - etwa an den Augen, den Nieren, den Nerven, den Beinen und Füßen sowie dem Herz-Kreislauf-System. Indem Sie typische Spätfolgen von Diabetes kennen, können Sie erste Anzeichen besser einordnen und frühzeitig Maßnahmen ergreifen.Nieren: diabetische NephropathieDauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die feinen Blutgefäße der Niere. Infolgedessen kann sie ihre Filterfunktion nach und nach nicht mehr richtig erfüllen, sodass Abfallstoffe weniger effektiv aus dem Körper ausgeschieden werden. Etwa 15 von 100 Menschen mit Diabetes mellitus sind von Folgeschäden an der Niere betroffen. Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Artikel " Nieren unter Druck: diabetische Nephropathie ".Nerven: diabetische NeuropathieDiabetes verursacht bei rund einer von acht Personen eine Neuropathie. Das bedeutet, dass die Nerven geschädigt werden - häufig im Bereich der Füße und Beine. Die Schädigung kann zu Empfindungsstörungen führen, sodass Verletzungen manchmal nicht rechtzeitig erkannt werden. Wenn Sie mehr über diabetisch bedingte Nervenschäden erfahren möchten, schauen Sie in unseren Artikel " Diabetische Neuropathie ".Füße: diabetisches Fußsyndrom Eine verminderte Durchblutung der Beine hat häufig zur Folge, dass kleine Wunden dort schlechter heilen. Durch Nervenschäden nehmen Betroffene Schmerzen und Druck zudem oft weniger stark wahr. Selbst kleine Druckstellen können sich dann unbemerkt zu offenen, entzündeten Wunden entwickeln. Das sogenannte diabetische Fußsyndrom betrifft etwa sechs Prozent der Menschen mit Diabetes. Unser Artikel " Der diabetische Fuß " bietet detaillierte Informationen zum Thema.Augen: diabetische Retinopathie Diabetes kann die kleinen Blutgefäße der Netzhaut schädigen, sodass die Sinneszellen im Auge nicht mehr optimal mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Das hat manchmal Sehstörungen zur Folge und kann in sehr seltenen Fällen zur Erblindung führen. Erfahren Sie mehr zum Thema im Artikel " Was ist diabetische Retinopathie ?".Herz und GefäßeDurch Ablagerungen und Schäden an den Blutgefäßen steigt das Risiko für Bluthochdruck , Herzinfarkt und Schlaganfall . Mehr als ein Drittel aller Menschen mit Diabetes sind von begleitenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen.Welche Warnzeichen deuten auf Folgeschäden hin?Je früher mögliche Folgen von Diabetes erkannt werden, desto besser können Sie etwas dagegen tun. Deshalb lohnt es sich immer, bewusst auf die Signale Ihres Körpers zu hören und frühe Symptome ernst zu nehmen. Achten Sie dabei etwa auf folgende Anzeichen:Probleme beim Sehen: Verschwommenes Sehen, Schwierigkeiten beim Lesen, Schleier oder dunkle Flecken im Sichtfeld können darauf hindeuten, dass die Gefäße im Auge geschädigt sind.Auffälligkeiten beim Wasserlassen oder Schwellungen: Schäumender Urin, häufiger nächtlicher Harndrang oder geschwollene Füße und Beine können auf eine Nierenschwäche hinweisen.Missempfindungen: Kribbeln, Brennen, Taubheit, Ameisenlaufen oder ein verändertes Schmerz- oder Temperaturempfinden sind manchmal das Symptom von Nervenschäden.Veränderungen an den Füßen: Häufige Druckstellen, Rötungen oder schlecht heilende Wunden können ein Warnsignal für das diabetische Fußsyndrom sein.Beschwerden bei Belastung: Schnelle Erschöpfung, Atemnot, Schwindel oder ein Druckgefühl in der Brust können auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen hindeuten.Diese Anzeichen weisen nicht zwingend auf Spätschäden von Diabetes mellitus hin. Zur Sicherheit sollten Sie neu auftretende oder stärker werdende Symptome jedoch immer ärztlich abklären lassen. So schaffen Sie die beste Grundlage dafür, dass Veränderungen früh erkannt und behandelt werden können.Folgen von Diabetes-Typ-1 und Typ-2: Welche Unterschiede gibt es?Typ-1-Diabetes und Typ-2 Diabetes können grundsätzlich ähnliche Folgen haben - aber die Ausgangssituation ist meist unterschiedlich: Typ-1-Diabetes tritt in der Regel plötzlich und eher in jüngeren Jahren auf, während sich Typ-2-Diabetes schleichend über viele Jahre hinweg entwickelt. In dieser Zeit können die erhöhten Blutzuckerwerte den Körper bereits belasten, bevor die Erkrankung erkannt wird. Zudem geht Typ-2-Diabetes oft mit zusätzlichen Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Übergewicht einher, die das Risiko für Folgeerkrankungen ebenfalls erhöhen.Wie können Sie Folgeschäden von Diabetes mellitus vorbeugen?Diabetische Komplikationen sind kein Schicksal. Durch viel Bewegung, eine gesunde Ernährung und regelmäßige Vorsorge schützen Sie Ihre Gefäße und senken das Risiko von Folgeerkrankungen. Auch mit Diabetes können Sie aktiv gegensteuern:Bewegen Sie sich mindestens 30 Minuten täglich.Achten Sie auf eine ausgewogene und blutzuckerbewusste Ernährung .Erreichen Sie ein gesundes Gewicht, falls Sie übergewichtig sind.Behalten Sie Ihren Blutzucker, Ihren Blutdruck und Ihre Blutfettwerte gut im Blick.Nehmen Sie vorgesehene Vorsorgeuntersuchungen wahr, z. B. regelmäßige Kontrollen von Augen, Nieren, Füßen, Nerven und Blutwerten.Kontrollieren Sie Ihre Füße und Beine zu Hause selbst auf Veränderungen.Tipp: Die eigenen Gewohnheiten zu verändern fällt vielen Menschen schwer. Im Artikel " Wie Sie Diabetes vorbeugen können " erhalten Sie Anregungen und konkrete Alltagstipps für kleine, machbare Schritte.
Folge-Erkrankungen verhindern bei Diabetes mellitus - Angebote der TKWir unterstützen Sie dabei, Schritt für Schritt gesündere Gewohnheiten zu entwickeln und so Folgen von Diabetes vorzubeugen. Profitieren Sie von den digitalen Angeboten der TK: TK-Bonuspgramm: Die TK-Challenges motivieren Sie zu mehr Bewegung im Alltag, setzt gezielte Anreize und hilft Ihnen, langfristig aktiv zu bleiben. TK-Gesundheitskurse: Vermitteln Ihnen praktische und alltagstaugliche Tipps rund um Ernährung, Bewegung und Entspannung, die Sie direkt umsetzen können. TK-Coach: Begleitet Sie mit individuellen Impulsen und unterstützt Sie auf Ihrem Weg zu einem gesunden Lebensstil.
Können sich die Folgen von Diabetes mellitus zurückbilden?Vor allem im frühen Stadium haben Sie selbst oft noch großen Einfluss darauf, wie sich Folge-Erkrankungen von Diabetes entwickeln. Wenn der Blutzucker gut eingestellt ist, können sich manche Beschwerden bessern und das Fortschreiten von Folge-Erkrankungen lässt sich oft verlangsamen. Entscheidend ist es, dass Sie früh aktiv werden und Ihre Behandlung gut im Blick behalten.Einige Komplikationen von Diabetes lassen sich heute zudem sehr effektiv therapieren: So ist es in den meisten Fällen möglich, das Fortschreiten einer diabetischen Retinopathie durch eine Lasertherapie aufzuhalten. Dadurch ist das Risiko, aufgrund von Diabetes zu erblinden, mittlerweile auf unter ein Prozent gesunken.
Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): S3 Leitlinie Nationale Versorgungsleitlinie Typ 2 Diabetes. Version 3.0. Stand: 01.12.2024. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/nvl-001l_S3_Typ-2-Diabetes_2026-02.pdf (abgerufen am: 14.04.2026).Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und Deutsche Diabetes Hilfe: Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2026, 14.11.2025. URL: https://www.ddg.info/fileadmin/user_upload/Deutscher_Gesundheitsbericht_2026_final.pdf (abgerufen am: 14.04.2026).Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD), Deutsches Diabeteszentrum (DDZ) und Helmholtz Munich - diabinfo.de: Diabetes in Deutschland - Zahlen und Fakten, o. J. URL: https://www.diabinfo.de/zahlen-und-fakten.html (abgerufen am: 14.04.2026).Robert Koch Institut (RKI): Ergebnisse der Diabetes-Surveillance 2015-2024 - Diabetische Nierenerkrankung, 2024. URL: https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/12629/DiabSurv_Diabetische_Nierenerkrankung_E.pdf (abgerufen am: 14.04.2026).Robert Koch Institut (RKI): Ergebnisse der Diabetes-Surveillance 2015-2024 - Diabetische Polyneuropathie, 2024. URL: https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/12630/DiabSurv_Diabetische_Polyneuropathie_E.pdf (abgerufen am: 14.04.2026).Robert Koch Institut (RKI): Ergebnisse der Diabetes-Surveillance 2015-2024 - Diabetisches Fußsyndrom, 2024. URL: https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/12631/DiabSurv_Diabetisches_Fu%C3%9Fsyndrom_E.pdf (abgerufen am: 14.04.2026).Robert Koch Institut (RKI): Ergebnisse der Diabetes-Surveillance 2015-2024 - Risiko kardiovaskuläres Ereignis, 2024. URL: https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/12633/DiabSurv_Risiko_kardiovaskul%C3%A4res_Ereignis_E.pdf (abgerufen am: 14.04.2026).
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