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Prädiabetes: früh erkennen und gegensteuern
Diabetes mellitus Typ 2 entwickelt sich nicht über Nacht, sondern schleichend - meist ist der Blutzucker schon vor der Diagnose jahrelang erhöht. Diese Vorstufe wird auch Prädiabetes genannt. Die gute Nachricht: Prädiabetes muss nicht zwingend zu einer Diabetes-Erkrankung führen. Mit langfristigen Veränderungen des Lebensstils schaffen es viele Betroffene, ihren Blutzuckerspiegel wieder zu verbessern oder sogar zu normalisieren.
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Charlotte Schade, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Was ist Prädiabetes?Bei Prädiabetes sind die Blutzuckerwerte zwar deutlich erhöht, erreichen aber noch nicht die Grenzwerte für einen Typ-2-Diabetes . Im Durchschnitt lässt sich eine verminderte Wirkung des Hormons Insulin bereits etwa zwölf Jahre vor der Diagnose Diabetes mellitus feststellen. Prädiabetes gilt deshalb als wichtiges Warnsignal des Körpers und nicht als eigenständige Erkrankung.Normalerweise sorgt Insulin dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Körperzellen gelangt, wo er für die Energiegewinnung genutzt werden kann. Bei Prädiabetes ist dieser Vorgang beeinträchtigt. Das kann zwei Gründe haben: Entweder wird nicht genug Insulin hergestellt (Insulinmangel) oder die Körperzellen reagieren nicht mehr so empfindlich auf Insulin (Insulinresistenz). Diese Stoffwechselveränderung verursacht in der Regel anfangs keine eindeutigen Beschwerden und bleibt daher oftmals lange Zeit unbemerkt.Welche Werte weisen auf Prädiabetes hin?Ob ein Prädiabetes vorliegt, lässt sich durch eine Blutuntersuchung feststellen. Folgende Werte können darauf hinweisen:Nüchternblutzucker: 100 bis 125 mg/dl bzw. 5,6 bis 6,9 mmol/lHbA1c: 5,7 bis 6,4 %oGTT: 140 bis 199 mg/dl bis 7,8 bis 11 mmolMehr zu den verschiedenen Blutuntersuchungen bei Diabetes lesen Sie im Artikel Früherkennung von Diabetes mellitus Typ 2 .Wie entsteht Prädiabetes?Bei der Entstehung von Prädiabetes wirken genetische und äußere Faktoren zusammen. Besonders großen Einfluss hat der Lebensstil: Wenig Bewegung, überschüssige Kilos sowie ein erhöhter Anteil Bauchfett, Rauchen und eine dauerhaft unausgewogene Ernährung können maßgeblich dazu beitragen, dass die Körperzellen nicht mehr so empfindlich auf Insulin reagieren. Dabei geht es nicht um persönliche Schuld - Gewicht, Essgewohnheiten und körperliche Fitness hängen von gesundheitlichen, sozialen und individuellen Umständen ab. Um allerdings Folgeerkrankungen möglichst vorzubeugen, ist es wichtig, Prädiabetes ernst zu nehmen und eine Veränderung der Lebensweise zu erwägen.Warum sollten Sie bei Prädiabetes aktiv werden?Prädiabetes erhöht nicht nur das Risiko, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken - auch die Wahrscheinlichkeit für weitere Komplikationen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenschäden kann steigen. Zudem können bereits leicht erhöhte Blutzuckerwerte selbst den Körper belasten: Bleiben sie über längere Zeit bestehen, können sie zum Beispiel Blutgefäße und Nerven schädigen.Doch Folge-Erkrankungen sind nicht unausweichlich. Frühzeitig erkannt und behandelt lässt sich das Risiko, an Diabetes zu erkranken, um etwa 40 bis 70 Prozent senken. Studien zeigen: Eine Anpassung des Lebensstils kann bei der Diabetes-Vorstufe viel bewirken. Prädiabetes ist also auch eine Chance, die eigene Gesundheit in die Hand zu nehmen und zu stärken.Prädiabetes behandeln: was Sie selbst tun könnenDas wichtigste Behandlungsziel bei Prädiabetes ist es, die Insulinresistenz des Körpers wieder zu senken und den Blutzucker zu normalisieren. In erster Linie stehen dazu langfristige Veränderungen des Lebensstils im Mittelpunkt, die Ihr Arzt oder Ihre Ärztin ausführlich mit Ihnen bespricht. Die wichtigsten Bausteine sind:Regelmäßig bewegen: Körperliche Aktivität verbessert die Wirkung des Insulins. Dadurch können die Zellen wieder mehr Zucker aus dem Blut aufnehmen. Hilfreich sind sowohl Ausdauersport als auch Krafttraining . Die Hauptsache ist aber, dass Sie Spaß haben und am Ball bleiben. Auch mehr Bewegung im Alltag, etwa durch Spaziergänge oder Gartenarbeit, kann bereits positive Effekte haben.Ausgewogen ernähren: Eine gesunde Ernährung unterstützt Ihren Stoffwechsel und trägt zu Ihrem allgemeinen Wohlbefinden bei. Ihr Speiseplan sollte idealerweise aus reichlich Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten bestehen. Zuckerhaltige Getränke und stark verarbeitete Lebensmittel sollten Sie besser nur gelegentlich genießen. Entscheidend ist weniger der vollständige Verzicht auf einzelne Lebensmittel als vielmehr eine Ernährungsweise, die sich langfristig in Ihren Alltag integrieren lässt.Normalgewicht anstreben: Bei Übergewicht kann eine schonende, nachhaltige Gewichtsreduktion die Insulinempfindlichkeit der Zellen wieder verbessern. Besonders günstig wirkt es sich aus, wenn Fettgewebe im Bauchraum (viszerales Fett) reduziert wird. Das Körpergewicht ist jedoch nicht der wichtigste Aspekt in der Behandlung von Prädiabetes: Neuere Studienergebnisse zeigen, dass sich das Diabetes-Risiko auch ohne Abnehmen deutlich verringern kann, solange sich die Blutzuckerwerte durch Bewegung und eine ausgewogene Ernährung wieder normalisieren.Rauchfrei leben: Rauchen belastet die Blutgefäße und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein Rauchstopp kann daher sowohl den Zuckerstoffwechsel als auch Herz und Blutgefäße entlasten. Wenn Sie sich Unterstützung dabei wünschen, mit dem Rauchen aufzuhören, steht die TK Ihnen mit verschiedenen Angeboten zur Seite. Passende Programme finden Sie z. B. über die
Gesundheitskurssuche . Medikamente kommen in der Regel erst dann zum Einsatz, wenn sich bereits ein Typ-2-Diabetes entwickelt hat. Bei Menschen mit besonders hohem Risiko können Ärztinnen oder Ärzte aber auch früher eine medikamentöse Behandlung erwägen.
Deutsche Diabetes Gesellschaft e. V. (DDG): Prädiabetes: Typ-2-Diabetes beginnt Jahre vor Ausbruch schleichend, 26.01.2024. URL: https://www.ddg.info/presse/2024/praediabetes-typ-2-diabetes-beginnt-jahre-vor-ausbruch-schleichend (abgerufen am: 05.08.2026). Deutsche Diabetes Hilfe - diabetesDE: Was ist Prädiabetes?, o. J. URL: https://www.diabetesde.org/was-ist-praediabetes (abgerufen am: 05.08.2026). Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Gut essen und trinken - die DGE-Empfehlungen, o. J. URL: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/ (abgerufen am: 06.08.2026). Deutsches Zentrum für Diabetesforschung e. V. (DZD), Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Helmholtz Zentrum München - diabinfo: Prädiabetes - die Vorstufe von Diabetes Typ 2, o. J. URL: https://www.diabinfo.de/vorbeugen/diabetes/faktencheck/was-ist-praediabetes.html (abgerufen am: 05.08.2026). Deutsches Zentrum für Diabetesforschung e. V. (DZD), Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Helmholtz Zentrum München - diabinfo: Prädiabetes. Sechs Subtypen mit unterschiedlichem Risiko für Typ-2-Diabetes und Folgeerkrankungen, o. J. URL: https://www.diabinfo.de/fileadmin/diabinfo/Leben_mit_Diabetes/Info-Ecke/Download/230413_Subtypen_Praediabetes_T2D_DZD-Figuren.pdf (abgerufen am: 05.08.2026). Deutsches Zentrum für Diabetesforschung e. V. (DZD), Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Helmholtz Zentrum München - diabinfo: Prädiabetes: Normalisierte Blutzuckerwerte schützen auch ohne Gewichtsabnahme, 04.11.2025. URL: https://www.diabinfo.de/vorbeugen/nachrichten/nachrichten/article/praediabetes-normalisierte-blutzuckerwerte-schuetzen-auch-ohne-gewichtsabnahme.html (abgerufen am: 05.08.2026).
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