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Risikofaktoren für Diabetes Diabetes mellitus unterscheidet sich je nach Variante stark: Während etwa Typ-1 meist durch körpereigene Prozesse ausgelöst wird, geht ein Typ-2-Diabetes oft auf den Lebensstil zurück. Die wichtigsten Risikofaktoren zu kennen, kann Ihnen helfen, Ihr persönliches Risiko besser einzuschätzen und frühzeitig gegenzusteuern. – Leonie Pape-Werlich, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Risikofaktoren für Diabetes Typ-1Bislang konnten Forschende nicht eindeutig feststellen, wieso der Körper bei Typ-1-Diabetes die eigenen insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse angreift und zerstört. Es gibt jedoch verschiedene Hinweise darauf, welche Faktoren diesen Prozess begünstigen könnten.Diabetes mellitus kann vererbt werdenEine wichtige Rolle scheint die erbliche Veranlagung zu spielen. Als gesichert gilt mittlerweile: Die meisten Menschen mit Typ-1-Diabetes tragen bestimmte Erbinformationen für Abwehrstoffe gegen Betazellen in sich. Über 100 Kombinationen genetischer Merkmale, die zu Diabetes führen können, wurden bislang entdeckt. Kommt die Erkrankung zudem bereits in der Familie vor, kann dies bei Kindern das Risiko für Diabetes Typ-1 zusätzlich erhöhen: bei einem erkrankten Elternteil beispielsweise um drei bis fünf Prozent. Allerdings tritt eine Diabeteserkrankung nicht zwingend gehäuft in einer Familie auf. Etwa 90 Prozent der Typ-1-Diabetikerinnen und  Diabetiker haben keine nahen Verwandten, die ebenfalls betroffen sind. Äußere Einflussfaktoren bei Typ-1-DiabetesFachleute untersuchen seit einigen Jahren, inwieweit Umwelteinflüsse insbesondere in der frühen Kindheit einen Diabetes Typ-1 begünstigen und mit einem eventuellen erblichen Risiko zusammenspielen könnten. Diese Ansätze sind allerdings bisher nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.Einige Viruserkrankungen stehen im Verdacht, insbesondere bei Kleinkindern mit genetischer Vorbelastung die Autoimmunerkrankung auslösen zu können. Dazu gehören Infektionen mit Röteln , Mumps oder Coxsackie-Viren, durch die unter anderem die Hand-Mund-Fuß-Krankheit entstehen kann.Außerdem werden die frühkindliche Ernährung und ihr Einfluss auf das Darmmikrobiom diskutiert, zum Beispiel wenn Babys zu früh Kuhmilch oder glutenhaltige Lebensmittel bekommen. Auch könnte die Länge der Stillzeit von Bedeutung sein, wobei längeres Stillen möglicherweise das Diabetesrisiko senkt.Risikofaktoren für Diabetes Typ-2Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes lassen sich für Typ-2 die Risikofaktoren mit größerer Sicherheit bestimmen, die körperlichen Prozesse und ihre Hintergründe können aber ähnlich komplex sein. Studien zeigen, dass bei Diabetes-Typ-2 neben der Bauchspeicheldrüse auch andere Organe, die die Insulinausschüttung beeinflussen können, beteiligt sind - vor allem das Gehirn, die Leber und der Darm. Die Organe stehen dabei quasi im Austausch miteinander. Hier kann sich also ein ganzheitlicher Blick auf die Gesundheit lohnen.Video: Typ-2-Risiko aktiv senken Video: Diabetes Typ 2 DocTommy klärt über die größten Risikofaktoren auf. © Techniker Krankenkasse
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Genetische VorbelastungTyp-2-Diabetes in der Familie ist bei dieser Diabetesform ein größerer Risikofaktor. Wenn ein oder beide Elternteile betroffen sind, ist das Risiko, dass auch die Kinder irgendwann erkranken, um das 1,5- bis 3-Fache erhöht. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich die Erkrankung auf jeden Fall entwickelt. Eine weitere Rolle scheint neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge die Lebensweise der Eltern zu spielen: So können ungesunde Ernährungsgewohnheiten, Übergewicht und Rauchen auf Dauer das Erbgut verändern und bei Kindern die Wahrscheinlichkeit für Diabetes Typ 2 beeinflussen.Lebensstil als größter Risikofaktor für Diabetes Typ-2Besonders unser heutiger Lebensstil steigert das Risiko, an Diabetes Typ-2 zu erkranken: Viele Menschen essen zu große Mengen, nehmen zu viel Fett und Zucker zu sich und bewegen sich zu wenig. Langes Sitzen bei der Arbeit und in der Freizeit sowie Nikotin- und Alkoholkonsum tun ihr Übriges. Mehr als die Hälfte der Menschen, bei denen heutzutage ein Typ-2-Diabetes festgestellt wird, sind übergewichtig. Bluthochdruck sowie Fettstoffwechselstörungen können weitere Folgen von Übergewicht sein und wiederum die Wahrscheinlichkeit für Diabetes mellitus erheblich erhöhen.Weitere gesundheitliche EinflussfaktorenDarüber hinaus können weitere Faktoren, die den Gesundheitszustand verändern, einen Einfluss auf das persönliche Diabetesrisiko haben, zum Beispiel:Höheres Alter: Im Laufe des Lebens verändern sich verschiedene körperliche Prozesse, auch der Stoffwechsel. Mit steigendem Alter kann daher auch eine Diabeteserkrankung wahrscheinlicher werden - vor allem, wenn ein oder mehrere der genannten Risikofaktoren hinzukommen.Bestimmte Erkrankungen, zum Beispiel der Leber, des Hormonstoffwechsels oder auch Depressionen Schwangerschaft: Frauen, die einen sogenannten Schwangerschaftsdiabetes entwickeln, können nach der Entbindung ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ-2 tragen.Manche Medikamente wie Kortison können über einen längeren Zeitraum den Zuckerstoffwechsel beeinträchtigen.Was bedeuten diese Risikofaktoren für Sie persönlich?Nutzen Sie medizinische Vorsorgeuntersuchungen - besonders dann, wenn ein oder mehrere Risikofaktoren bei Ihnen zutreffen. Auch Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Risiko sollten regelmäßig untersucht werden. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Diabetes - Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennung" .Sind in Ihrer Familie bereits Diabeteserkrankungen aufgetreten, ist es ratsam, Ihr individuelles Diabetesrisiko oder das Ihres Kindes ärztlich abklären zu lassen.Schutzimpfungen gegen Mumps und Röteln können dazu beitragen, das Erkrankungsrisiko für Diabetes Typ-1 zu senken.Achten Sie auf einen gesunden Lebensstil mit reichlich Bewegung und ausgewogener Ernährung - das kann sich sowohl für Sie persönlich als auch für Ihren Nachwuchs auszahlen, falls Sie eine Familie gründen möchten. Auf unserer Website finden Sie Bewegungsimpulse für Ihren Alltag und leckere Rezeptideen .
Testen Sie Ihr DiabetesrisikoDer Diabetes-Risiko-Test des Deutschen Instituts für Ernährungsforschunge rmöglicht eine erste individuelle Einordnung - kostenlos und anonym. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose. Das Ergebnis kann jedoch als Basis für eine Untersuchung dienen.
Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten - Internisten im Netz: Typ-1-Diabetes: Ursachen & Risikofaktoren, 05.12.2022. URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/typ-1-diabetes/ursachen-risikofaktoren.html (abgerufen am: 05.05.2026).Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten - Internisten im Netz: Typ-2-Diabetes: Ursachen & Risikofaktoren, 05.12.2022. URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/typ-2-diabetes/ursachen-risikofaktoren.html (abgerufen am: 05.05.2026).Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter, 4. Auflage. Stand: 2023. URL: https://www.ddg.info/behandlung-leitlinien/leitlinien-praxisempfehlungen (abgerufen am: 05.05.2026).Deutsches Zentrum für Diabetesforschung e. V. (DZD): Ursachen des Diabetes, o. J. URL: https://www.dzd-ev.de/diabetes/diabetesursachen (abgerufen am: 05.05.2026).Helmholtz Zentrum München - diabinfo: Diabetes Typ 1: Ursachen und Entstehung, o. J. URL: https://www.diabinfo.de/leben/typ-1-diabetes/grundlagen/ursachen-und-entstehung.html (abgerufen am: 05.05.2026).Helmholtz Zentrum München - diabinfo: Diabetes Typ 2: Ursachen und Entstehung, o. J. URL: https://www.diabinfo.de/leben/typ-2-diabetes/grundlagen/ursachen-und-entstehung.htm (abgerufen am: 05.05.2026).
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