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Diabetische Neuropathie Die diabetische Neuropathie ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Krankheitsbilder, bei denen die Nerven durch dauerhaft überhöhte Blutzuckerwerte geschädigt werden. Sie gehört zu den häufigsten Folge-Erkrankungen des Diabetes mellitus. – Charlotte Schade, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Nerven funktionieren im Körper wie elektrische Leitungen: Sie verbinden das Gehirn mit den Muskeln, der Haut und allen inneren Organen. Wenn diese Leitungen beschädigt werden, wie etwa im Rahmen einer Diabeteserkrankung , können Informationen nicht mehr korrekt übertragen werden. Das hat zur Folge, dass Reize nicht richtig verarbeitet werden oder bestimmte körperliche Abläufe aus dem Takt geraten.Verschiedene Formen der diabetischen Neuropathie Im Allgemeinen werden zwei Formen der diabetischen Neuropathie unterschieden - je nachdem, welche Nerven beeinträchtigt sind:Die sensomotorische diabetische Neuropathie schädigt Nerven, die für Empfindungen der Haut sowie Bewegung zuständig sind.Die autonome diabetische Neuropathie betrifft Nerven, die die inneren Organe steuern.Sind viele verschiedene Nerven geschädigt, sprechen Fachleute von einer Polyneuropathie.Ursachen und Hintergründe Die genauen Hintergründe diabetischer Nervenschäden sind noch nicht abschließend geklärt. Fest steht aber, dass ein chronisch erhöhter Blutzucker eine zentrale Rolle bei der Entstehung spielt. Er schädigt Blutgefäße, wodurch weniger Nährstoffe zu den Nerven gelangen. Außerdem stößt er weitere komplexe Stoffwechselvorgänge an, zum Beispiel Entzündungsreaktionen oder Gefäßveränderungen. Fachleute gehen heute davon aus, dass viele verschiedene Faktoren zusammenwirken, damit eine diabetische Neuropathie entsteht.Symptome - wie äußern sich Nervenschäden bei Diabetes mellitus?Diabetische Nervenschäden entwickeln sich meist langsam über mehrere Jahre. Oftmals treten zu Beginn noch keine, milde oder diffuse Symptome auf, die sich aber in der Regel immer weiter steigern. Wie genau sich die Neuropathie zeigt, ist auch davon abhängig, welche Nerven betroffen sind, und bei jeder Person unterschiedlich. 
Als typische Anzeichen einer sensomotorischen Neuropathie gelten:
Schlechtere Wahrnehmung von Reizen (z. B. Schmerzen, Temperatur oder Berührungen)KribbelnTaubheitsgefühlBrennen bis hin zu SchmerzenMuskelschwäche und ein unsicherer GangAuffällig trockene HautVor allem die Füße und Beine sind betroffen, die Symptome können aber auch an anderen Körperstellen auftreten.Liegt eine autonome Neuropathie vor, unterscheiden sich die typischen Krankheitszeichen je nach beeinträchtigtem Organ.Mögliche Anzeichen können beispielsweise sein:Übelkeit, Völlegefühl, Durchfall und Verstopfungen (wenn der Magen-Darm-Trakt betroffen ist)Herzrhythmusstörungen, ein hoher Ruhepuls und verringerte Belastbarkeit (wenn das Herz-Kreislauf-System betroffen ist)Sexuelle Funktionsstörungen (wenn Geschlechtsorgane betroffen sind)Grundsätzlich können nahezu alle Organe von einer diabetischen Neuropathie beeinträchtigt werden.Wie verläuft die Erkrankung? Wird eine Neuropathie beziehungsweise eine Polyneuropathie nicht behandelt, verschlechtern sich die Symptome zunehmend. Noch gibt es keine therapeutische Möglichkeit, die Schäden an den Nerven rückgängig zu machen. Eine konsequente Behandlung sowie ein angepasster Lebensstil können aber dazu führen, dass die Neuropathie langsamer fortschreitet oder gestoppt wird. Auch die Beschwerden können sich im Zuge dessen verbessern.Mögliche Komplikationen diabetischer NervenschädenIm weiteren Verlauf können diabetische Neuropathien zu unterschiedlichen Folgeproblemen führen. Besonders häufig sind Komplikationen im Bereich der Füße: Wenn dort das Schmerzempfinden nachlässt, bleiben kleine Verletzungen oftmals unbemerkt. Daraus kann sich das diabetische Fußsyndrom , auch diabetischer Fuß genannt, entwickeln, bei dem Wunden schlecht heilen, sich ausweiten und im schlimmsten Fall chronisch werden können. Eine regelmäßige Untersuchung der eigenen Füße ist bei einer sensomotorischen Neuropathie also unerlässlich.Bei einer autonomen Neuropathie können mitunter Komplikationen in unterschiedlichen Organen auftreten: Ist beispielsweise die Blase betroffen, können Nervenschäden dazu führen, dass Betroffene nicht mehr spüren, wenn ihre Blase voll ist, oder Probleme haben, sie zu entleeren.Damit es nicht zu Folgeproblemen kommt, sind eine gute Vorsorge sowie eine gezielte Behandlung jedweder Nervenschäden besonders wichtig.RisikofaktorenNicht jede Diabetikerin beziehungsweise jeder Diabetiker entwickelt zwangsläufig eine Neuropathie. Zu den Faktoren, die Nervenschäden begünstigen, zählen:Höheres AlterÜber viele Jahre erhöhte BlutzuckerwerteLängere Diabetes-DauerGefäßerkrankungenErhöhte BlutfettwerteAlkohol- und/oder TabakkonsumÜbergewichtUnausgewogene ErnährungBewegungsmangelSo läuft die Diagnose abWer Diabetes hat, wird für gewöhnlich von der behandelnden Ärztin beziehungsweise dem behandelnden Arzt in regelmäßigen Abständen auf Nervenschäden untersucht. Dazu sind ein ausführliches Gespräch sowie eine körperliche Untersuchung notwendig, bei der beispielsweise die Reflexe, die Muskelkraft und die Sensibilität der Haut überprüft werden.Sind die Ergebnisse dieser Tests nicht eindeutig, kann Ihre Ärztin beziehungsweise Ihr Arzt auch eine sogenannte Elektroneurografie anordnen. Dabei handelt es sich um ein neurologisches Messverfahren, das zeigt, wie schnell die Nerven Reize weiterleiten. So lässt sich besser einschätzen, ob Ihre Nerven so funktionieren, wie sie sollen.Wichtig ist: Auch wenn Sie außerhalb der regulären Kontrolltermine Anzeichen bemerken, die auf eine diabetische Neuropathie hinweisen, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen.Wie wird eine diabetische Neuropathie behandelt? Die Behandlung der diabetischen Neuropathie ist sehr individuell, verfolgt aber vor allem zwei Ziele: das Fortschreiten der Schäden zu stoppen und die bestehenden Beschwerden zu lindern. Dafür ist insbesondere ein gut eingestellter Blutzucker zentral. Er ist der wichtigste Baustein in der Behandlung diabetischer Nervenschäden.Um die Symptome abzumildern, können außerdem spezielle Medikamente zum Einsatz kommen, die die eventuellen Schmerzreize direkt im Nervensystem beeinflussen. Ergänzend zur medikamentösen Therapie können zum Beispiel Physiotherapie oder Krankengymnastik dabei helfen, Muskeln gezielt zu stärken und sich wieder sicherer zu bewegen.Bei der autonomen Neuropathie richtet sich die Therapie ganz nach dem jeweiligen Organ - ist beispielsweise der Magen-Darm-Trakt betroffen, kann es unter anderem sinnvoll sein, die Ernährung anzupassen. Welche Maßnahmen in Ihrem individuellen Fall ratsam sind, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin beziehungsweise Ihrem Arzt.So können Sie Nervenschäden vorbeugenDamit es gar nicht erst zur Schädigung der Nerven kommt, ist eine gute Vorsorge das A und O. Besonders, wer an Typ-1-Diabetes erkrankt ist, kann einer Neuropathie aktiv entgegenwirken. Für Betroffene von Typ-2-Diabetes ist das schwieriger, denn mitunter können die Nerven schon vor der Diagnose durch jahrelang erhöhten Blutzucker geschädigt worden sein. Doch auch hier lohnt es sich, Risikofaktoren zu minimieren.Schritt für Schritt gesündere Routinen zu etablieren, kann bereits viel bewirken:Gut eingestellter Blutzucker: Ein möglichst stabiler Blutzuckerspiegel ist die wichtigste Grundlage, um Nervenschäden vorzubeugen. Regelmäßige Kontrollen und eine individuell abgestimmte Therapie helfen dabei, starke Schwankungen zu vermeiden und den Stoffwechsel langfristig im Gleichgewicht zu halten. Wenn Sie unsicher sind oder Fragen zu Ihrer Blutzuckereinstellung haben, kann Ihnen Ihre Ärztin beziehungsweise Ihr Arzt weiterhelfen.Rauchfrei werden: Wenn Sie sich für ein rauchfreies Leben entscheiden, senkt das nicht nur Ihr Risiko für diabetische Neuropathien, sondern auch für zahlreiche andere Erkrankungen. In der Gesundheitskurssuche der TK finden Sie zahlreiche Programme, die Sie bei der Rauchentwöhnung unterstützen.Gesunder Lebensstil: Eine ausgewogene Ernährung und reichlich Bewegung unterstützen den Stoffwechsel und wirken sich positiv auf den ganzen Körper aus. Das kann auch die Nervengesundheit fördern. Dabei helfen Ihnen Bewegungsimpulse für Ihren Alltag und leckere Rezeptideen .
Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): S3-Leitlinie Nationale Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes. Stand: 31.03.2026. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/nvl-001l_S3_Typ-2-Diabetes_2026-02.pdf  (abgerufen am: 29.04.2026).Bundesministerium für Gesundheit (BMG) - gesund.bund.de: Diabetische Neuropathie, o. J. URL: https://gesund.bund.de/diabetische-neuropathie (abgerufen am: 29.04.2026).Deutsche Diabetes Hilfe - diabetesDE: Nervenschäden und Diabetes (Neuropathie), o. J. URL: https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/begleiterkrankungen_bei_diabetes/nervenschaeden (abgerufen am: 29.04.2026).Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD), Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Helmholtz Zentrum München - diabinfo: Diabetische Neuropathie und Polyneuropathie, o. J. URL: https://www.diabinfo.de/leben/folgeerkrankungen/nerven.html?fontsize=a&cHash=797c01c24ab6897816d01efa23f3ac09 (abgerufen am 28.04.2026).Deutsche Hirnstiftung: Diabetische Polyneuropathie, o. J. URL: https://hirnstiftung.org/erkrankung/diabetische-polyneuropathie/ (abgerufen am: 29.04.2026).
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