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Hyperglykämie - wenn der Blutzucker zu hoch ist
Wenn im Körper zu wenig oder gar kein Insulin vorhanden ist, sammelt sich der Zucker aus der Nahrung zunehmend im Blut an, anstatt in die Organe überzugehen. Unter diesen Umständen kann es zu einer Überzuckerung, medizinisch Hyperglykämie, kommen. Sie tritt meist als Symptom von Diabetes mellitus auf und lässt sich mit Insulin behandeln.
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Charlotte Schade, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Im Gegensatz zu einer Unterzuckerung , bei der der Körper zusätzliche Energie benötigt, befindet sich bei einer Überzuckerung zu viel Zucker im Blut. In der Regel sprechen Fachleute von einer Hyperglykämie, wenn der Blutzuckerspiegel einen Wert von 250 mg/dl (13,9 mmol/l) überschreitet. So äußert sich eine HyperglykämieEine Überzuckerung entwickelt sich oftmals schleichend und kann über Jahre hinweg bestehen, ohne dass es zu körperlichen Beschwerden kommt. Auch ab welchem Blutzuckerwert schließlich Symptome auftreten, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Als typische Anzeichen gelten: Müdigkeit bzw. AbgeschlagenheitStarkes DurstgefühlVermehrtes Wasserlassen bzw. erhöhter HarndrangSehstörungenAppetitlosigkeitTrockene Haut und ein trockener Mund Diese Symptome sind nicht immer eindeutig. Durst oder Müdigkeit beispielsweise können auch viele andere Ursachen haben. Wenn jedoch mehrere dieser Anzeichen zusammenkommen oder immer wieder auftreten, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Für Menschen mit Diabetes mellitus kann das ein Hinweis darauf sein, dass die Behandlung und der Alltag besser aufeinander abgestimmt werden sollten. Für Menschen ohne Diagnose kann es ein Anlass sein, den Blutzucker ärztlich überprüfen zu lassen.
Extreme Überzuckerung: Ketoazidose Wird eine Überzuckerung nicht erkannt oder behandelt, kann sich daraus insbesondere bei Menschen mit Typ-1-Diabetes eine sogenannte Ketoazidose entwickeln. Dabei handelt es sich um eine extreme Überzuckerung durch ausgeprägten Insulinmangel, die unter Umständen lebensgefährlich werden kann. Typisch für eine Ketoazidose ist vor allem ein süßlich riechender Atem, der an Nagellackentferner (Aceton) erinnern kann. Andere Anzeichen sind Erbrechen, eine vertiefte Atmung (Kußmaul-Atmung) und Bewusstseinsstörungen. Bemerken Sie diese Anzeichen an sich oder einer anderen Person, verständigen Sie umgehend den Notruf (112). Mehr zum Verhalten in Notfallsituationen bei Diabetes mellitus erfahren Sie im Artikel "Was ist im Notfall zu tun?" .
Ursachen: Warum kommt es zu einer Hyperglykämie?Hinter einer Hyperglykämie steckt ein Mangel an Insulin, dem Hormon, das Zucker vom Blut in die Körperzellen transportiert. Ist zu wenig oder gar kein Insulin vorhanden, sammelt sich der Zucker im Blut an, anstatt in den Zellen zu Energie umgewandelt zu werden. Dann steigt der Blutzuckerspiegel immer weiter und es kommt zu einer Hyperglykämie. Bei Menschen, die bislang noch nicht mit Diabetes mellitus diagnostiziert wurden, ist eine Überzuckerung häufig ein erstes Anzeichen für die Stoffwechselerkrankung. Hyperglykämien können jedoch auch entstehen, wenn ein Diabetes bereits behandelt wird. Ein Insulinmangel kann im Alltag viele verschiedene Gründe haben. Er kann zum Beispiel auftreten, wenn kein Insulin verabreicht wurde,ein Berechnungsfehler bei der Insulingabe aufgetreten ist, zum Beispiel wenn der Anteil an Kohlenhydraten im Essen falsch eingeschätzt wurde,ein erhöhter Insulinbedarf aufgrund von Infekten oder Stress besteht,das Insulin nicht mehr richtig wirkt, etwa aufgrund von extremen Außentemperaturen oder verhärteten Einstichstellen,die Insulinpumpe oder der Insulinpen defekt ist oderbestimmte Arzneimittel eingenommen werden, die den Blutzucker steigen lassen oder die Insulinempfindlichkeit des Körpers reduzieren. Was Sie bei einer Überzuckerung tun könnenWenn Sie Symptome einer Hyperglykämie bemerken, können Sie in der Regel selbst gut gegensteuern:Trinken Sie viel Wasser, um den überschüssigen Zucker aus Ihrem Körper zu spülen.Spritzen Sie sich Insulin, um den Mangel auszugleichen. Die Dosis orientiert sich dabei an Ihrem individuellen Behandlungsbedarf.Sofern Sie Insulin über eine Pumpe erhalten, sollten Sie Ihre Pumpe überprüfen und austauschen, falls sie nicht mehr richtig funktioniert.Kontrollieren Sie nach einer Überzuckerung alle 60 Minuten Ihren Blutzuckerspiegel, bis sich dieser stabilisiert hat.Verabreichen Sie sich auf keinen Fall Glukagon, da es den Blutzucker weiter ansteigen lässt.Wann ist eine ärztliche Abklärung erforderlich?Ärztliche Unterstützung ist vor allem dann wichtig, wenn erhöhte Werte nicht nur gelegentlich auftreten, sondern sich wiederholen oder über längere Zeit bestehen bleiben. Bei Diabetikerinnen und Diabetikern kann das darauf hinweisen, dass ihre Behandlung oder ihr Diabetes-Management angepasst werden muss. Für Menschen ohne Diabetes-Diagnose gilt: Wenn Sie wiederholt Anzeichen einer Hyperglykämie an sich beobachten, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen und die Ursache abklären lassen. Tipps für den Alltag: Hyperglykämie vorbeugenEine gute Vorsorge kann dabei helfen, hohe Blutzuckerwerte früh zu erkennen und ihnen möglichst vorzubeugen. Oft sind es schon kleine, alltagstaugliche Routinen, die einen Unterschied machen:Stellen Sie sicher, dass Sie genau wissen, wie Sie sich das Insulin richtig verabreichen und welche Mengen wann benötigt werden. Bei Fragen oder Unsicherheiten steht Ihnen Ihr Behandlungsteam zur Seite.Wechseln Sie regelmäßig das Infusionsset Ihrer Insulinpumpe, damit bei der Gabe alles einwandfrei funktioniert.Ein hoher Stresslevel kann das allgemeine Wohlbefinden senken, aber auch Hyperglykämien begünstigen. Versuchen Sie daher, im Alltag immer wieder gezielt Stress abzubauen, zum Beispiel durch Sport , Meditation oder Autogenes Training .Achten Sie darauf, dass Sie stets alle notwendigen Diabetes-Utensilien dabeihaben, beispielsweise in einer kleinen Tasche. So haben Sie Ihr Insulin immer griffbereit.
Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich - gesundheit.gv.at: Diabetes: Unterzuckerung und Überzuckerung, 12.01.2023. URL: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/stoffwechsel/diabetes/unterzuckerung-ueberzuckerung.html (abgerufen am: 11.03.2026).Deutsche Diabetes Hilfe: Überzuckerungen, Ketoazidose und Diabetisches Koma: Anzeichen erkennen, dem Notfall entgegenwirken, o. J. URL: https://www.diabetesde.org/ueberzuckerungen-ketoazidose-diabetisches-koma (abgerufen am: 11.03.2026).Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD), Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Helmholtz Zentrum München - Diabinfo: Auswirkungen von Stress auf den Blutzucker bei Diabetes, o. J. URL: https://www.diabinfo.de/leben/diabetes-im-alltag/stress.html (abgerufen am: 17.03.2026).Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD), Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Helmholtz Zentrum München - Diabinfo: Überzuckerung (Hyperglykämie) und diabetische Ketoazidose, o. J. URL: https://www.diabinfo.de/leben/behandlung/ueberzuckerung-und-ketoazidose.html (abgerufen am: 11.03.2026).Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - gesundheitsinformation.de: Über- und Unterzuckerung bei Typ-2-Diabetes, 18.10.2023. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/ueber-und-unterzuckerung-bei-typ-2-diabetes.html (abgerufen am: 11.03.2026).
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