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Reisen mit Diabetes
Ob Städtetrip, Fernreise oder Strandurlaub: Reisen ist in der Regel auch mit Diabetes mellitus problemlos möglich. Damit Sie Ihren Urlaub von Anfang an unbeschwert genießen können, bedarf es allerdings ein wenig Vorbereitung. Hier lesen Sie alles, was es vor Ihrem Reiseantritt und unterwegs zu beachten gilt.
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Charlotte Schade, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Urlaubsplanung für Diabetes-BetroffeneEine gründliche Reiseplanung ist für Menschen mit Diabetes mellitus das A und O. Nehmen Sie sich also im Vorfeld ausreichend Zeit, um sich über Ihr Urlaubsziel zu informieren und offene Fragen mit Ihrem Behandlungsteam zu klären. Folgende Fragen sollten Sie sich vor Reiseantritt stellen: Wie ist die medizinische Versorgung vor Ort? An manchen Urlaubszielen kann es schwierig sein, Diabetes-Bedarf wie etwa Insulin oder CGM-Sensoren zu beschaffen. Umso wichtiger ist es, dass Sie einen ausreichenden Medikamentenvorrat und genügend Zubehör einpacken, damit Sie im besten Fall nichts mehr vor Ort kaufen müssen. Darüber hinaus sollten Sie in Erfahrung bringen, wo sich an Ihrem Urlaubsort die nächste Apotheke, ärztliche Praxis und Klinik befinden und wie Sie diese am schnellsten erreichen.Welches Klima erwartet mich? Sehr hohe oder sehr niedrige Temperaturen können sich auf Ihre Therapie auswirken, zum Beispiel auf Ihren Insulinbedarf oder die Funktionsweise des CGM-Sensors.Wie sind die Ernährungsgewohnheiten im Reiseland? Es kann sinnvoll sein, sich vorab über die Zutaten lokaler Speisen zu erkundigen. Das kann Ihnen unter Umständen dabei helfen, den jeweiligen Kohlenhydratgehalt und die Reaktion Ihres Blutzuckers auf das Essen besser einzuschätzen.Brauche ich Impfungen? Wenn ja, welche? Infektionen können nicht nur den Urlaub verderben, sondern auch die Stoffwechseleinstellung gefährden. Auch deshalb ist es für Diabetikerinnen und Diabetiker sehr wichtig, im Vorfeld alle notwendigen Impfungen zu erhalten.Weitere wichtige Schritte Ihrer Urlaubsplanung Mit Ihrem Behandlungsteam sprechen: Gerade längere Auslandsaufenthalte sollten Sie im Vorfeld ärztlich abklären. Doch auch bei kürzeren Urlauben lohnt sich ein Gespräch mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt, um die benötigte Menge an Medikamenten festzulegen und individuelle Besonderheiten zu besprechen.Mitreisende informieren: Sie verreisen mit anderen? Dann sollten diese über Ihren Diabetes aufgeklärt sein und wissen, was im Notfall zu tun ist.Lagerung von Medikamenten einplanen: Insulin und andere Diabetes-Medikamente sind äußerst temperaturempfindlich. Ungeöffnet muss Insulin bei +2 bis +8 Grad Celsius aufbewahrt werden. Stellen Sie deshalb sicher, dass Ihre Unterkunft über einen Kühlschrank verfügt. Für unterwegs oder auch für Outdoorurlaube empfiehlt sich eine spezielle Medikamentenkühltasche.
Auslandskrankenversicherung Insbesondere für Fernreisen kann es sich lohnen, eine spezielle Krankenversicherung abzuschließen, die die Kosten für ärztliche Behandlungen oder Krankenhausaufenthalte vor Ort übernimmt. Im europäischen Ausland ist das in der Regel nicht notwendig: Wer in Deutschland gesetzlich versichert ist, kann meist auch im Urlaub ärztliche Behandlungen über die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) in Anspruch nehmen. In Ländern außerhalb Europas kann der Zugang zu medizinischer Versorgung hingegen oft erschwert oder mit hohen Kosten verbunden sein. Mit einer Auslandskrankenversicherung können Sie sicherstellen, dass Sie notfalls auch im Urlaub medizinisch gut versorgt sind. Wichtig ist, dass Sie sich vorher erkundigen, ob die Versicherung diabetesbedingte Komplikationen abdeckt.
Mit dem Flugzeug unterwegs bei Diabetes Von der Sicherheitskontrolle bis zur Zeitverschiebung: Wer mit Diabetes in den Urlaub fliegt, sollte einige Besonderheiten beachten. Insulin & Co. richtig transportierenIhre Diabetes-Medikamente und jegliches Zubehör gehören immer ins Handgepäck. So haben Sie alles jederzeit griffbereit - auch dann, wenn aufgegebenes Gepäck verspätet ankommt oder verloren gehen sollte. Zudem können die schwankenden Temperaturen im Frachtraum Insulin, Teststreifen oder Sensoren unbrauchbar machen.Für die Sicherheitskontrolle benötigen Sie eine international gültige ärztliche Bescheinigung. Diese dokumentiert, welche Medikamente und medizinischen Geräte mitgeführt werden, und ermöglicht in der Regel, dass Sie flüssige Medikamente im Handgepäck transportieren dürfen. Wer eine Insulinpumpe, ein kontinuierliches Glukosemesssystem (CGM) oder ein AID-System nutzt, sollte sich vor der Reise außerdem über die Empfehlungen des Herstellers informieren. Je nach Gerät können für Sicherheitskontrollen oder den Flug besondere Hinweise gelten. Manche Hersteller empfehlen beispielsweise, Geräte in den Flugmodus zu versetzen.In der Luft: Tipps für den Flug Reisestress und langes Sitzen können den Blutzucker beeinflussen. Gerade auf Langstreckenflügen empfiehlt es sich deshalb, den Blutzucker öfter zu kontrollieren. Achten Sie zudem darauf, dass Sie genügend trinken und jederzeit schnell wirksame Kohlenhydrate wie Traubenzucker griffbereit haben, um einer Unterzuckerung entgegenwirken zu können. Regelmäßiges Aufstehen und kurze Bewegungseinheiten im Gang können den Blutzuckerspiegel stabilisieren und die Durchblutung fördern. Um Thrombosen möglichst vorzubeugen, können Sie auf längeren Flügen zudem Kompressionsstrümpfe tragen. Klären Sie jedoch vorher ärztlich ab, ob bei Ihnen eventuell Nervenschäden oder Durchblutungsstörungen vorliegen, die dagegensprechen.Zeitverschiebung im Blick behalten Eine Zeitverschiebung kann sich auf Ihren Insulinbedarf auswirken - insbesondere dann, wenn Sie mehr als vier Zeitzonen durchqueren. Das hängt damit zusammen, dass Flüge nach Westen den Tag verlängern, während Flüge nach Osten ihn verkürzen. An einem verlängerten Tag benötigt der Körper dementsprechend mehr, an einem verkürzten Tag weniger Insulin als sonst. Das gilt es in Ihrer Diabetes-Therapie am Reisetag zu berücksichtigen. Wie die Anpassung in Ihrem individuellen Fall aussieht, sollten Sie vorab unbedingt mit Ihrer Ärztin beziehungsweise Ihrem Arzt klären. Sehr wichtig ist: Der durch die Zeitverschiebung veränderte Insulinbedarf besteht meist nur am Reisetag selbst. Nach der Ankunft kann die Insulingabe wieder zu den gewohnten Tageszeiten erfolgen. Diabetes mellitus auf AutoreisenAuch wenn Sie mit dem Auto in den Urlaub fahren, lohnt sich eine gute Vorbereitung. Planen Sie für längere Strecken regelmäßige Pausen ein, um Ihren Blutzucker zu kontrollieren, sich zu bewegen und den Kreislauf in Schwung zu bringen.Packen Sie ausreichend Proviant sowie Notfallsnacks mit schnell verfügbarem Zucker ein und versuchen Sie, Ihre gewohnten Essenszeiten bestmöglich beizubehalten. Wenn Sie merken, dass sich eine Unterzuckerung ankündigt, legen Sie umgehend eine Pause ein, bis sich die Werte stabilisiert haben. Im Auto kann es gerade im Sommer sehr heiß werden. Lagern Sie Ihr Insulin oder andere temperaturempfindliche Medikamente deshalb während der Fahrt in einer Kühltasche für Arzneimittel. Wenn Sie das Auto für eine Pause verlassen, nehmen Sie die Kühltasche am besten mit, damit sie sich im stehenden Fahrzeug nicht überhitzt.Gepäck-Checkliste für DiabetikerDiabetes-Management ist individuell: Manche Betroffene nutzen zum Beispiel eine automatisierte Insulinpumpe, andere Insulinpens oder spritzen. Was also für die einen im Gepäck unverzichtbar ist, benötigen die anderen nicht. Passen Sie Ihre Packliste deshalb immer an Ihre persönliche Therapie und Ihre Bedürfnisse an. Bei Unsicherheiten hilft Ihnen Ihr Behandlungsteam weiter.Zur allgemeinen Grundausstattung für den Urlaub gehören: Insulin und alle weiteren notwendigen Medikamente (in doppelter Menge!)Insulinspritzen bzw. -pens inkl. ZubehörAlkoholpads, um ggf. die Einstichstelle zu desinfizierenBlutteststreifen für Ketone und BlutzuckerMedikamenten-KühltascheBlutzuckermessgerät inkl. Ersatzbatterien oder LadegerätSnacks mit schnell verfügbarer Glukose (z. B. Traubenzucker)CGM-SensorenInsulinpumpe inkl. Zubehör, Batterien und ErsatzgerätVerbandsmaterial, um Wunden zu versorgenGlukagon-Notfallset (bei Neigung zu schwerer Unterzuckerung)Alle notwendigen Dokumente und Bescheinigungen Diese Dokumente gehören ins Gepäck Neben Ihrem Personalausweis und eventuell Ihrem Reisepass sollten Sie als Diabetikerin beziehungsweise Diabetiker noch einige weitere Unterlagen mitnehmen. Dazu gehören:Diabetes-Notfallausweis bzw. internationaler Diabetes-PassÄrztliche Bescheinigung für FlugreisenKopien wichtiger ärztlicher DokumenteAktueller MedikationsplanGgf. Informationen zur Einstellung Ihrer Insulinpumpe oder des AID-SystemsImpfpass Wichtig ist: Wenn Sie ins fremdsprachige Ausland verreisen, sollten Sie unbedingt sicherstellen, dass alle Unterlagen auf Englisch vorliegen beziehungsweise zweisprachig sind.Am Ziel angekommenAm Urlaubsort können ungewohnte Speisen, das Klima oder ein aktiveres Freizeitprogramm den Blutzucker beeinflussen. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Werte etwas häufiger zu kontrollieren als im Alltag zu Hause.Auch Hitze, Sonnenbaden oder sportliche Aktivitäten können die Wirkung von Insulin verändern. Ausreichendes Trinken und Snacks mit schnell verfügbarem Zucker helfen dabei, flexibel auf veränderte Situationen zu reagieren. Alkohol sollten Sie möglichst nur in Maßen und zusammen mit einer Mahlzeit oder kohlenhydrathaltigen Snacks konsumieren.Fußgesundheit nicht vergessen Menschen mit Diabetes sollten ihren Füßen auch auf Reisen besondere Aufmerksamkeit schenken. Bequeme, gut sitzende Schuhe sowie Baumwollsocken sorgen bei Spaziergängen und Wanderungen für mehr Komfort. Am Strand, im Schwimmbad oder in Gemeinschaftsduschen können Badeschuhe die Füße schützen. Ein kurzer täglicher Fußcheck hilft dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Mehr rund um Fußgesundheit bei Diabetes erfahren Sie im Artikel zum diabetischen Fußsyndrom .
Bundesärztekammer: Patienteninformation. Diabetes und Reisen, 06.2021. URL: https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/_old-files/downloads/pdf-Ordner/Patienteninformationen/neu_Mai_2021/diabetes-reisen-kip-baek.pdf (abgerufen am: 29.05.2026).Deutsche Diabetes Hilfe e. V. - diabetesDE: Reise-Checkliste, o. J. URL: https://www.diabetesde.org/reise-checkliste (abgerufen am: 29.05.2026).Deutsche Diabetes Hilfe e. V. - diabetesDE: Reisen durch mehrere Zeitzonen mit Typ-1-Diabetes, o. J. URL: https://www.diabetesde.org/reisen-mehrere-zeitzonen-typ-1-diabetes (abgerufen am: 29.05.2026).Deutsche Diabetes Stiftung (DDS): Unterwegs mit Diabetes. Die richtigen Reisevorbereitungen, 04.2025. URL: https://www.diabetesstiftung.de/media/pages/leben-mit-diabetes/informations-material/422b02db5f-1758186072/25_04_dds_reise.pdf (abgerufen am: 29.05.2026).Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD), Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Helmholtz Zentrum München - diabinfo: Diabetes im Urlaub und auf Reisen, 17.10.2025. URL: https://www.diabinfo.de/leben/diabetes-im-alltag/reisen.html (abgerufen am: 29.05.2026).
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