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Endometriose - Behandlungsoptionen und ergänzende Maßnahmen
Welche Therapie bei Endometriose infrage kommt, hängt vor allem davon ab, welche Beschwerden Sie haben und was Ihnen persönlich wichtig ist. Schmerzmittel, Hormone und operative Verfahren können einzeln oder kombiniert eingesetzt und durch weitere Maßnahmen ergänzt werden.
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Charlotte Schade, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Was ist bei der Endometriose-Behandlung wichtig? Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die bislang nicht heilbar ist und die viele Lebensbereiche beeinflussen kann. Deshalb ist eine sorgfältige und langfristige Therapieplanung sehr wichtig. Ärztinnen und Ärzte in zertifizierten Endometriose-Zentren sind auf die Erkrankung spezialisiert. Sie können umfassend beraten und gemeinsam mit Ihnen eine Behandlung planen, die zu Ihrer persönlichen Situation passt.Haben Sie einen unerfüllten Kinderwunsch? Welche Beschwerden belasten Sie am meisten? Vor Beginn einer Behandlung ist es wichtig, sowohl Ihre Vorgeschichte als auch Ihre persönlichen Therapieziele genau zu besprechen. Ausführliche Tipps zur Vorbereitung auf Gespräche mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt finden Sie in unserem Artikel "Bessere Behandlung durch gute ärztliche Gespräche" .Im Endometriose-Behandlungspass der Endometriose Vereinigung Deutschland e. V. können Sie beispielsweise Diagnosen und Therapien notieren. So behalten Sie den Überblick über Ihren bisherigen Krankheitsverlauf und haben im Behandlungsgespräch alle wichtigen Informationen zur Hand.Wie werden Schmerzen bei Endometriose behandelt?Manche Endometriose-Betroffene haben dauerhaft Schmerzen, bei anderen treten Beschwerden nur während der Periode auf. Dementsprechend unterschiedlich kann die Schmerztherapie im Einzelfall aussehen:Schmerzmittel wie Ibuprofen sind meist frei verkäuflich und können akute Beschwerden lindern. Wenn Sie diese Medikamente allerdings häufig oder über längere Zeit benötigen, besprechen Sie die Einnahme besser mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei starken Beschwerden können auch verschreibungspflichtige Schmerzmedikamente zum Einsatz kommen.In manchen Fällen lassen sich Beschwerden mit Schmerzmitteln nicht ausreichend behandeln und bleiben auch nach einer Hormontherapie oder Operation bestehen. Dann kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Sie an eine Schmerz-Ambulanz oder schmerztherapeutische Praxis überweisen. Dort kann ein spezialisiertes Team Ihre Beschwerden genauer einordnen und gemeinsam mit Ihnen weitere Behandlungsmöglichkeiten ausloten.Bei anhaltenden Schmerzen kann eine multimodale Schmerztherapie infrage kommen. Dabei werden verschiedene Ansätze kombiniert und auf Ihre Situation abgestimmt: Beispielsweise werden Schmerzmittel durch Physiotherapie , Entspannungstechniken und psychotherapeutische Unterstützung ergänzt. Wie funktioniert eine Hormontherapie bei Endometriose?Das Hormon Östrogen spielt sowohl im Menstruationszyklus als auch beim Wachstum von Endometriose-Gewebe eine wichtige Rolle. Hier setzen Hormonpräparate an: Indem sie den Östrogenspiegel senken, hemmen sie die Aktivität der Endometriose-Herde. Das kann die Beschwerden deutlich lindern. Hier stehen unterschiedliche Wirkstoffe zur Verfügung:Gestagene kennen Sie vielleicht als hormonelle Verhütungsmittel . Bei Endometriose sind Gestagene häufig die erste Wahl und können als Tablette oder Hormonspirale angewendet werden.GnRH Antagonisten werden meist täglich als Tablette eingenommen und blockieren spezielle Rezeptoren in der Hirnanhangdrüse. So greifen sie übergeordnet in die Östrogenregulation ein. Mögliche Nebenwirkungen ähneln Symptomen der Wechseljahre . Um sie abzuschwächen, enthalten diese Präparate oft zusätzlich niedrig dosiertes Östrogen und Gestagen.GnRH Agonisten stimulieren spezielle Rezeptoren in der Hirnanhangdrüse. Im Vergleich zum körpereigenen Steuerhormon werden sie deutlich langsamer abgebaut und blockieren die Rezeptoren dadurch länger. Deshalb wirken sie - ähnlich wie die GnRH Antagonisten - östrogensenkend. Sie werden aber als Spritze oder Nasenspray angewendet und häufig mit Östrogen und Gestagen kombiniert.Die Antibabypille ist nicht offiziell für die Behandlung von Endometriose zugelassen, kann aber trotzdem eingesetzt werden. Es ist allerdings möglich, dass die Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen werden.Noch ist unklar, ob sich Endometriose-Herde durch eine Hormonbehandlung ganz zurückbilden können. Wenn Sie ein Hormonpräparat absetzen, kann es daher sein, dass die Beschwerden zurückkehren. Da die meisten Wirkstoffe zugleich verhüten, sind sie in der Regel nicht geeignet, wenn Sie während der Behandlung schwanger werden möchten. Welche Therapieform zu Ihrer persönlichen Situation passt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.Wann kommt bei Endometriose eine Operation infrage?Wenn sich die Beschwerden durch Medikamente nicht ausreichend bessern oder eine hormonelle Therapie nicht gewünscht wird, kann Endometriose-Gewebe auch operativ entfernt werden. Die Endometriose Vereinigung empfiehlt, gezielt nach zertifizierten Endometriose-Einrichtungen mit erfahrenen Chirurginnen und Chirurgen zu suchen.Wie läuft eine Endometriose-OP ab?Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose und in den meisten Fällen minimalinvasiv über kleine Schnitte in der Bauchdecke. Der Chirurg oder die Chirurgin entfernt die Endometriose-Herde oder verödet sie, beispielsweise mit einem Laser oder mit Hitze. Wie lange der Eingriff dauert und ob Sie danach noch eine Weile im Krankenhaus bleiben müssen, lässt sich nicht pauschal sagen. Liegen Endometriose-Herde beispielsweise am Darm oder an der Blase, ist die Operation aufwendiger und es kann eher zu Komplikationen kommen. Kleinere Eingriffe können oft ambulant stattfinden.Muss bei Endometriose die Gebärmutter entfernt werden?Eine Gebärmutterentfernung ist bei Endometriose eher die Ausnahme. Sie wird meist nur erwogen, wenn Endometriose-Gewebe in der Gebärmutterwand vorliegt und Ihre Lebensqualität dadurch sehr stark beeinträchtigt ist. Nach der Entfernung der Gebärmutter ist keine Schwangerschaft mehr möglich, deshalb spielt Ihre Familienplanung hier ebenfalls eine wichtige Rolle.Bin ich nach der Operation geheilt?Auch nach einem Eingriff kann Endometriose Beschwerden verursachen. Studien haben gezeigt, dass eine Operation Schmerzen und andere Symptome lindern kann - sicher vorhersagen lässt sich das allerdings nicht. Im Laufe der Zeit können sich außerdem neue Endometriose-Herde bilden. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass eine anschließende Hormonbehandlung dieses Risiko senken kann.Helfen komplementäre Therapien bei Endometriose?Eine Hormontherapie oder Operation zielt direkt auf die Endometriose-Herde. Komplementäre, also unterstützende Behandlungen stellen das persönliche Wohlbefinden in den Vordergrund, sowohl psychisch als auch körperlich. Sie können die Lebensqualität unter Umständen steigern, ihre Wirksamkeit bei Endometriose-Symptomen ist aber oft nicht wissenschaftlich untersucht. Eine Auswahl ergänzender Behandlungsmethoden sowie Anregungen zum Umgang mit Endometriose im Alltag finden Sie in unserem Artikel "Leben mit Endometriose" .Gibt es eine spezielle Ernährung bei Endometriose?Vielleicht sind Ihnen bereits sogenannte "Endometriose-Diäten" begegnet. Für eine besondere Ernährungsform bei Endometriose gibt es jedoch keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage. Fachleute raten zu einer ausgewogenen, vitamin- und ballaststoffreichen Ernährung. Wenn Sie vermuten, dass Sie bestimmte Lebensmittel nicht vertragen, kann ein Ernährungstagebuch helfen. Hier notieren Sie, was Sie gegessen haben und welche Beschwerden wann aufgetreten sind. So lassen sich mögliche Zusammenhänge leichter erkennen und beispielsweise im Rahmen einer Ernährungsberatung besprechen.
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Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V.: Wie wird Endometriose behandelt?, 2023. URL: https://www.endometriose-vereinigung.de/behandlung/ (abgerufen am: 18.08.2026). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - gesundheitsinformation.de: Endometriose operativ behandeln, 18.12.2024. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/endometriose-operativ-behandeln.html (abgerufen am: 18.08.2026).Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - gesundheitsinformation.de: Medikamentöse Behandlung bei Endometriose, 18.12.2024. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/medikamentoese-behandlung-bei-endometriose.html (abgerufen am: 18.08.2026).Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - gesundheitsinformation.de: Mit Endometriose-Beschwerden umgehen, 18.12.2024. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/mit-endometriose-beschwerden-umgehen.html (abgerufen am: 18.08.2026).
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