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Endometriose: Hintergründe, Symptome und Diagnose
Starke Unterleibsschmerzen gelten häufig noch immer als etwas Normales, das Frauen während der Periode aushalten müssen - dabei steckt in vielen Fällen ein eigenes Krankheitsbild dahinter. Endometriose gilt als eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen und betrifft weltweit rund zehn Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter.
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Charlotte Schade, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Was ist Endometriose?Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ähnelt, außerhalb der Gebärmutterhöhle wächst. Diese Wucherungen werden auch Endometriose-Herde genannt. Grundsätzlich können sie im ganzen Körper vorkommen, meist entstehen sie allerdings im Bauch- und Beckenraum. Die Endometriose-Herde reagieren wie die normale Gebärmutterschleimhaut auf die Hormone des Menstruationszyklus : Sie bauen sich im Laufe des Monats auf und bluten während der Menstruation mit. Dieses Blut kann allerdings nicht wie Periodenblut einfach über die Vagina abfließen, sondern sammelt sich an. Dadurch können Entzündungsreaktionen entstehen, die Schmerzen sowie langfristig Vernarbungen und Verwachsungen begünstigen.Bislang ist Endometriose nicht heilbar. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, die Erkrankung zu behandeln. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel Endometriose - Behandlungsoptionen und ergänzende Maßnahmen . Welche Symptome können bei Endometriose auftreten?Endometriose kann sich auf verschiedene Weise bemerkbar machen, je nachdem, wo im Körper sich die Endometriose-Herde befinden, und sowohl während als auch außerhalb der Periode Beschwerden verursachen. Häufig auftretende Symptome sind: Starke, oft krampfartige UnterleibsschmerzenBauch- und RückenschmerzenZwischenblutungen und starke MenstruationsblutungenSchmerzen beim penetrativen SexÜbelkeit und ErbrechenSchmerzen beim ToilettengangDurchfall und VerstopfungVerminderte FruchtbarkeitMüdigkeit oder ErschöpfungWichtig zu wissen ist: Nicht jede Person erlebt die Erkrankung gleich. Das Symptom-Spektrum ist sehr breit, und die Stärke der Beschwerden lässt nicht unbedingt auf das Ausmaß der Endometriose schließen: Schon sehr kleine Herde können erhebliche Schmerzen verursachen, während manche Frauen mit ausgeprägten Herden nahezu symptomfrei bleiben. Mögliche Begleiterkrankungen bei Endometriose Da Endometriose eine entzündliche Erkrankung ist und eng mit dem Immunsystem sowie dem Hormonhaushalt zusammenhängt, tritt sie häufiger gemeinsam mit bestimmten anderen Krankheitsbildern auf. Dazu zählen zum Beispiel Fibromyalgie, Migräne oder das Reizdarmsyndrom . Diese Begleiterkrankungen werden auch als Komorbiditäten bezeichnet.Auch für die Psyche kann ein Leben mit Endometriose sehr belastend sein. Das gilt besonders, wenn Beschwerden den Alltag über längere Zeit einschränken, sie nicht ausreichend behandelt werden oder Betroffene sich von ihrem Umfeld nicht ernst genommen fühlen. Die Erkrankung kann sich dadurch auf viele Lebensbereiche auswirken, etwa auf die Arbeit, Beziehungen, Sexualität oder die Freizeit. Betroffene haben deshalb unter anderem ein erhöhtes Risiko, an einer Depression zu erkranken. Umso wichtiger ist es, dass Sie neben den körperlichen Beschwerden auch Ihr seelisches Wohlbefinden im Blick behalten und bei Bedarf Unterstützung in Anspruch nehmen.
Wie entsteht Endometriose?Die genaue Ursache der Erkrankung ist noch nicht bekannt, Forschende gehen jedoch von einem Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren aus. Die gängigste Theorie besagt: Endometriose-Herde könnten im Zuge der sogenannten retrograden Menstruation entstehen. Bei diesem häufigen Phänomen fließt ein kleiner Teil des Periodenbluts, in dem Reste der Gebärmutterschleimhaut enthalten sind, nicht aus der Vagina, sondern zurück in die Eileiter. Von dort kann es in den Bauchraum gelangen und sich an anderen Organen festsetzen.
Der oft lange Weg zur Diagnose EndometrioseWegen der Bandbreite der Symptome ist eine Endometriose nicht leicht zu erkennen, deshalb wird sie auch als "Chamäleon der Gynäkologie" bezeichnet. Oftmals vergehen mehrere Jahre, bis Betroffene die richtige Diagnose erhalten. Meist wird die Erkrankung etwas schneller festgestellt, wenn sich Frauen wegen eines unerfüllten Kinderwunsches an ihre gynäkologische Praxis wenden.Schmerzpatientinnen hingegen erfahren im Durchschnitt erst zehn Jahre nach den ersten Symptomen, dass sie an Endometriose leiden. An wen kann ich mich wenden?Erste Anlaufstelle bei Verdacht auf Endometriose ist in der Regel Ihre gynäkologische Praxis. Dort können Sie Ihre Beschwerden ansprechen und erste Untersuchungen durchführen lassen. Für eine weiterführende Abklärung oder Behandlung können Sie sich auch an ein spezialisiertes Endometriose-Zentrum wenden. Dort arbeiten Fachkräfte, die besondere Erfahrung mit der Diagnose und Behandlung der Erkrankung haben.Die Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V. bietet außerdem eine unabhängige, kostenlose Endometriose-Beratung für Betroffene und Angehörige an.Wie läuft die Diagnose ab?Meist besteht der Diagnoseprozess aus drei Schritten: Anamnese: In einem ausführlichen Gespräch fragt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Ihren Beschwerden, Vorerkrankungen und Ihrer allgemeinen Verfassung. Auch familiäre Risikofaktoren oder ein Kinderwunsch können hier zur Sprache kommen. Tastuntersuchung: Als Nächstes folgt eine Untersuchung des Beckenraums. Dabei tastet Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt in der Regel die Vagina, den Enddarm, den Bereich hinter der Gebärmutter und die Gebärmutterbänder ab, um etwa Verhärtungen oder Schmerzpunkte feststellen zu können. Ultraschall: Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung lassen sich organische Veränderungen im Unterleib gut sichtbar machen. Meist erfolgt die Untersuchung sowohl von außen über die Bauchdecke als auch von innen über die Vagina. Je nach Bedarf und individuellem Krankheitsbild können auch andere bildgebende Verfahren oder eine Darmspiegelung zum Einsatz kommen. In manchen Fällen ist auch ein operativer Eingriff erforderlich, um eine Gewebeprobe zu entnehmen und die Diagnose zu sichern.
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Berufsverband der Frauenärzte e. V. (BVF), Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) - frauenaerzte-im-netz.de: Endometriose: Ursachen und Risikofaktoren, 14.12.2021. URL: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/endometriose/ursachen-und-risikofaktoren/ (abgerufen am: 17.08.2026).Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich - gesundheit.gv.at: Endometriose, 19.02.2024. URL: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/sexualorgane/weibliche-sexualorgane/endometriose.html (abgerufen am: 17.08.2026).Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V.: Endometriose - begleitende Beschwerden und Erkrankungen, o. J. URL: https://www.endometriose-vereinigung.de/begleiterkrankungen/ (abgerufen am: 19.08.2026).Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V.: Was ist Endometriose?, 2025. URL: https://www.endometriose-vereinigung.de/was-ist-endometriose/ (abgerufen am: 17.08.2026).Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V.: Wie wird Endometriose diagnostiziert?, 2023. URL: https://www.endometriose-vereinigung.de/diagnose/ (abgerufen am: 17.08.2026). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - gesundheitsinformation.de: Endometriose, 18.12.2024. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/endometriose.html (abgerufen am: 17.08.2026).
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