StartseiteKrankheit & BehandlungenErkrankungenBehandlungen & MedizinGynäkologische und urologische ErkrankungenLeben mit Endometriose: Tipps für Ihren Alltag
Leben mit Endometriose: Tipps für Ihren Alltag
Mit Endometriose können sich Herausforderungen in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen ergeben: Beschwerden wirken sich mitunter auf das seelische Wohlbefinden, die Arbeit, die Partnerschaft oder die Familienplanung aus. Verschiedene Strategien und Unterstützungsangebote können dabei helfen, den Alltag besser zu bewältigen.
–
Charlotte Schade, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Beschwerden im Alltag lindern und die psychische Gesundheit stärkenMit wiederkehrenden oder dauerhaften Beschwerden zu leben, kostet Betroffene oft viel Kraft. Schmerzen, Schlafprobleme, Stress oder das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, können die Psyche belasten. Endometriose kann deshalb auch mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen einhergehen.Dabei können sich körperliche und psychische Belastungen gegenseitig verstärken. Schmerzen können zum Beispiel Stress und Anspannung fördern. Umgekehrt kann eine hohe psychische Belastung dazu führen, dass Beschwerden stärker wahrgenommen werden.Was kann im Alltag entlasten?Für die Behandlung von Schmerzen stehen je nach Beschwerden verschiedene medikamentöse, operative und ergänzende Möglichkeiten zur Verfügung. Mehr darüber erfahren Sie im Artikel Endometriose - Behandlungsoptionen und ergänzende Maßnahmen .Es gibt jedoch auch vieles, was Sie selbst tun können. Dabei gibt es nicht die eine Strategie, die allen Betroffenen hilft. Oft lohnt es sich, verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren und herauszufinden, was sich gut in den eigenen Alltag integrieren lässt.Das kann hilfreich sein:Soziale Kontakte: Zeit mit Menschen, bei denen Sie sich wohl und verstanden fühlen, kann Halt geben und für Ablenkung sorgen.Regelmäßige Bewegung: Wer Schmerzen hat, schont sich häufig automatisch. Auf Dauer können so jedoch Verspannungen oder Fehlhaltungen entstehen, die Beschwerden zusätzlich verstärken. Bewegung sollte deshalb möglichst Teil Ihres Alltags bleiben - so, wie es für Sie gerade möglich ist. Selbst regelmäßige Spaziergänge können bereits förderlich sein. Erholungsphasen: Planen Sie im Alltag bewusste Pausen ein. Diese können dabei helfen, neue Kraft zu sammeln und Überlastung vorzubeugen.Entspannung: Atemübungen, Meditation oder andere Entspannungstechniken sind hilfreiche Werkzeuge, um Anspannung zu reduzieren.Aktivitäten, die guttun: Hobbys und angenehme Beschäftigungen können Freude machen und zumindest zeitweise von den Beschwerden ablenken. Auch eine Psychotherapie kann sinnvoll sein, wenn die Belastung über längere Zeit anhält oder Ihren Alltag stark einschränkt.Endometriose im Job und im Studium Eine chronische Erkrankung kann den Arbeitsalltag erschweren. Vielleicht müssen Sie sich häufiger krankmelden, sind phasenweise weniger leistungsfähig oder brauchen mehr Pausen. Gerade im Vergleich mit gesunden Kolleginnen und Kollegen kann das verunsichern. Versuchen Sie dennoch, nachsichtig mit sich selbst umzugehen: Dass Beschwerden Ihren Arbeitsalltag beeinflussen, ist kein persönliches Versagen. Was kann den Arbeitsalltag erleichtern? Je nach Tätigkeit und Möglichkeiten können bereits kleine Anpassungen große Wirkung erzielen: Flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice nutzenRegelmäßige Ruhepausen einbauenSchmerzmittel und z. B. ein Wärmekissen am Arbeitsplatz griffbereit habenZeitliche Puffer einplanen, wenn umfangreichere Aufgaben anfallen Wenn Endometriose Ihre Arbeitsfähigkeit über einen längeren Zeitraum stärker einschränkt, kann auch eine sozialrechtliche Beratung sinnvoll sein. Dort können Sie beispielsweise klären, ob ein Grad der Behinderung infrage kommt. Auf diese Weise können Sie zum Beispiel besonderen Kündigungsschutz oder Anspruch auf Sonderurlaub erhalten.Ob Sie Ihre Erkrankung am Arbeitsplatz offen ansprechen wollen, entscheiden Sie selbst. Wenn Sie mit Vorgesetzten über Anpassungen sprechen möchten, müssen Sie dabei nicht mehr über Ihre Erkrankung mitteilen, als für die konkrete Situation notwendig ist. Studieren mit EndometrioseAuch im Studium halten sich Beschwerden nicht an Stundenpläne, Abgabefristen oder Prüfungstermine. Gerade an Tagen mit stärkeren Schmerzen oder Erschöpfung kann es schwierig sein, Anwesenheitspflichten einzuhalten oder sich auf Prüfungen vorzubereiten.Studierende mit chronischen Erkrankungen können unter bestimmten Voraussetzungen einen Nachteilsausgleich beantragen. Dazu zählen zum Beispielverlängerte Prüfungszeiten,alternative Prüfungsformen,ein Aufschub von Deadlines oder Prüfungen (mit ärztlichem Attest) oderflexiblere Regelungen bei Veranstaltungen mit Anwesenheitspflicht.Welche Möglichkeiten konkret bestehen, hängt von der Hochschule und Ihrer individuellen Situation ab. Beratungsstellen für Studierende mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen können bei Fragen oder Anträgen unterstützen und dabei helfen, passende Lösungen zu finden. Partnerschaft und Sexualität Auch in Partnerschaften kann Endometriose zur Herausforderung werden: Wenn Beschwerden den Alltag prägen, Verabredungen kurzfristig abgesagt werden müssen oder körperliche Intimität seltener wird, können auf beiden Seiten mitunter Schuldgefühle, Frust oder Hilflosigkeit entstehen. Umso wichtiger ist eine offene Kommunikation: Ehrliche Gespräche können dabei helfen, Missverständnisse zu vermeiden und das Wir-Gefühl zu stärken. Sprechen Sie darüber, was Sie belastet, welche Ängste Sie beschäftigen und was Sie voneinander brauchen. Dabei geht es nicht immer darum, sofort eine Lösung zu finden. Oft ist es bereits entlastend, die Perspektive des Partners oder der Partnerin zu verstehen. Schmerzen beim Sex - was tun?Schmerzen beim oder nach dem Sex, Erschöpfung oder die Sorge vor Beschwerden können Lust und Sexualität beeinflussen. Auch vaginale Trockenheit oder psychische Belastungen können dabei eine Rolle spielen. Das kann auch Partnerinnen und Partner verunsichern: Vielleicht besteht die Sorge, Schmerzen auszulösen, während Betroffene sich möglicherweise unter Druck gesetzt oder missverstanden fühlen.Versuchen Sie gemeinsam, Sexualität neu und ohne feste Erwartungen zu betrachten. Sie können zum Beispieldarüber sprechen, was sich gut anfühlt und was nicht, neue Formen der körperlichen Nähe ausprobieren odermit unterschiedlichen Stellungen und/oder Hilfsmitteln experimentieren. Wichtig ist, dass sich alle Beteiligten wohlfühlen. Persönliche Grenzen und Schmerzen sollten immer mitgeteilt und ernst genommen werden. Grundsätzlich gilt: Wenden Sie sich unbedingt an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Schmerzen beim Sex oder bei der Masturbation haben. Darüber hinaus können Paar- oder Sexualberatungsstellen hilfreiche Anlaufstellen sein.Familienplanung: Was bedeutet Endometriose für meinen Kinderwunsch?Endometriose kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, zum Beispiel durch Entzündungen, Zysten oder Verwachsungen. Eine Endometriose-Diagnose bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Sie keine Kinder bekommen können. Viele Betroffene können problemlos schwanger werden. Sollte Ihre Endometriose es Ihnen erschweren, schwanger zu werden, bietet die moderne Medizin außerdem verschiedene Möglichkeiten der Kinderwunschbehandlung. Dazu zählt zum Beispiel die künstliche Befruchtung . Wenn Sie sich derzeit ein Kind wünschen oder planen, eine Familie zu gründen, lassen Sie sich ärztlich beraten. Ihre Ärztin beziehungsweise Ihr Arzt kann Sie aufklären, welche Möglichkeiten es gibt und welche Optionen in Ihrem individuellen Fall infrage kommen. Behalten Sie dabei aber auch Ihre mentale Gesundheit im Blick: Ein unerfüllter Kinderwunsch kann emotional und für eine Partnerschaft sehr belastend sein. Spezialisierte psychosoziale Beratungsangebote oder eine Psychotherapie können Sie auf Ihrem Weg zusätzlich unterstützen.
Selbsthilfe: Austausch mit anderen BetroffenenViele Betroffene empfinden es als entlastend, sich mit anderen Endometriose-Patientinnen auszutauschen, weil diese ihre Lebensrealität oft besser nachvollziehen können. Für den Austausch sind vor allem Selbsthilfegruppen geeignet: Sie bieten Raum, um sich zu vernetzen, Tipps einzuholen und miteinander über Erfahrungen mit der Erkrankung zu sprechen. Auf der Website der Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V. finden Sie eine Liste mit Selbsthilfegruppen in Ihrer Region.
Online-Kurs bei EndometrioseSie leiden an Endometriose? Mit FEMNA lernen Sie, Ihre Symptome zu verstehen und Ihren Alltag besser zu meistern.
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) - Frauengesundheitsprotal: Leben mit Endometriose, 08.02026. URL: https://www.frauengesundheitsportal.de/themen/endometriose/leben-mit-endometriose/ (abgerufen am: 26.08.2026).Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V.: Endometriose, Sexualität und Partnerschaft, o. J. URL: https://www.endometriose-vereinigung.de/sexualitaet-und-partnerschaft/ (abgerufen am: 24.08.2026).Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V.: Endometriose und Kinderwunsch, 2025. URL: https://www.endometriose-vereinigung.de/kinderwunsch/ (abgerufen am: 25.08.2026).Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V.: Endometriose und Psyche, o. J. URL: https://www.endometriose-vereinigung.de/endometriose-und-psyche/ (abgerufen am: 26.08.2026).Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V.: Sozialrechtliche Ansprüche, o. J. URL: https://www.endometriose-vereinigung.de/sozialrecht/ (abgerufen am: 26.08.2026).Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - gesundheitsinformation.de: Mit Endometriose-Beschwerden umgehen. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/mit-endometriose-beschwerden-umgehen.html (abgerufen am: 26.08.2026).Stiftung für Hochschulzulassung, Bundesagentur für Arbeit - studienwahl.de: Studieren mit Behinderungen oder chronischer Erkrankung, 10.06.2026. URL: https://studienwahl.de/top-themen/studieren-mit-behinderungen (abgerufen am: 31.08.2026).
Wir nutzen Cookies
Privatsphäre-Einstellungen
Um Ihnen eine sichere und benutzerfreundliche Website anzubieten, setzen wir Cookies ein. Einige dieser Cookies sind technisch erforderlich, damit unser Angebot funktioniert. Mit Ihrer Zustimmung nutzen wir zudem weitere Tools. Diese helfen uns unter anderem zu verstehen, wie unsere Website genutzt wird. Dabei können personenbezogene Daten wie Ihre IP-Adresse oder Ihr Nutzungsverhalten verarbeitet werden. Mit einem Klick auf die Schaltfläche "Nur erforderliche" lehnen Sie diese optionalen Cookies ab. Ihre Auswahl können Sie in den Privatsphäre-Einstellungen jederzeit anpassen. Weitere Informationen finden Sie im Impressum , der Datenschutzerklärung und unter Cookies auf tk.de .
Entscheiden Sie selbst, für welche Zwecke wir Ihre Daten speichern und verarbeiten dürfen. Ihre Zustimmung können Sie jederzeit anpassen. Weitere Informationen finden Sie unter Cookies auf tk.de .
Technisch erforderliche Cookies
Funktionale Cookies
Marketing-Cookies
Dienste
Individuelle Einstellungen
Nur erforderliche
Alle zulassen
Ausgewählte zulassen
Alle zulassen
Ihre Eingaben werden zurückgesetzt in MinutenSie haben länger keine Aktion durchgeführt. Zu Ihrer Sicherheit werden die von Ihnen eingegebenen Daten in Kürze gelöscht.