You can also use our website in English - change to English version
Kontakt
Startseite Krankheit & Behandlungen Erkrankungen Behandlungen & Medizin Kopfschmerzen & Migräne Migräne - mehr als nur Kopfschmerzen
Migräne - mehr als nur Kopfschmerzen Regelmäßige Migräneattacken sind belastend und schränken den Alltag mitunter stark ein. Doch Sie sind der Erkrankung nicht ausgeliefert: Mit dem richtigen Wissen und einfachen Strategien können Sie lernen, Migräne besser zu verstehen und aktiv zu beeinflussen. Louisa Bühler, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Schätzungen zufolge leben etwa zehn bis 15 Prozent der Deutschen mit Migräne. Manche erleben bereits in der Kindheit Migräneattacken, andere erst im Erwachsenenalter. Oft sind die Attacken im Alter zwischen 35 und 50 Jahren besonders ausgeprägt.Sind meine Kopfschmerzen Migräne?Bei einer Migräne handelt es sich nicht einfach um besonders schwere Kopfschmerzen . Stattdessen steckt eine komplexe Erkrankung des Nervensystems hinter den Beschwerden. Wer betroffen ist, kennt das typische Gefühl: starke, pochende oder pulsierende Schmerzen - häufig nur einseitig und vom Nacken in Richtung Stirn und Schläfen ziehend. Viele Menschen haben während einer Migräneattacke das Bedürfnis, sich zurückzuziehen, und können in dieser Zeit weder arbeiten noch am Alltag teilnehmen. Im Gegensatz zu den weit verbreiteten Spannungskopfschmerzen verschlimmert körperliche Aktivität die Beschwerden oftmals. Manchmal werden die Kopfschmerzen zudem von Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet. Lesetipp: Im Artikel "Die häufigsten Kopfschmerzarten - ein Überblick" erfahren Sie mehr dazu, wie sich Migräne typischerweise von anderen Kopfschmerzen unterscheidet. Wenn Sie vermuten, dass es sich bei Ihren Kopfschmerzen um Migräne handelt, lassen Sie dies am besten ärztlich abklären . So tragen Sie zur Diagnose bei und können gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt eine passende Behandlung finden.
Rund eine von acht Personen hat eine AuraAls Migränepatient oder Migränepatientin kennen Sie vielleicht die sogenannte Aura: Noch bevor die Kopfschmerzen einsetzen, treten Beschwerden wie Sehstörungen, Schwindel oder Kribbelgefühle auf - in seltenen Fällen sogar vorübergehende Lähmungserscheinungen.Wichtig zu wissen: Eine Migräneaura kann beängstigend wirken, ist aber nicht gefährlich.
Was passiert bei Migräne im Gehirn?Wie genau der Schmerz bei einer Migräneattacke entsteht, ist noch nicht vollständig erforscht. Studien zeigen, dass bestimmte Bereiche des Gehirns in dieser Phase besonders empfindlich auf Reize reagieren. Fachleuten zufolge könnte dies wiederum eine Entzündung der Blutgefäße im Gehirn auslösen. Wenn das Blut pulsiert, dehnen sich die entzündeten Gefäßwände und verursachen einen pochenden Schmerz.Was löst eine Migräneattacke aus?Eine Migräneattacke kann nur entstehen, wenn bestimmte innere und äußere Faktoren zusammenkommen: Zum einen muss die genetische Veranlagung für Migräne vorhanden sein, zum anderen ein oder mehrere Auslöser. Diese sogenannten Trigger-Faktoren unterscheiden sich von Person zu Person. Typischerweise können etwa folgende Einflüsse eine Migräneattacke auslösen:Hormonelle Veränderungen, z. B. während der Periode oder einer Schwangerschaft Unregelmäßiger Schlaf-Wach-RhythmusHohe psychische und emotionale BelastungEntlastungsreaktion nach einer StressphaseGenussmittel wie Alkohol oder TabakprodukteSchwankungen des KoffeinspiegelsZudem wird diskutiert, ob bestimmte Nahrungsmittel wie Käse und Rotwein Migräneattacken begünstigen könnten.
Migräne und die HormoneVor der Pubertät sind Jungen und Mädchen etwa gleich häufig von Migräne betroffen. Danach ist die Erkrankung jedoch unter Frauen deutlich stärker verbreitet. In der Medizin geht man davon aus, dass dies unter anderem mit den ständigen Veränderungen des Östrogenspiegels zusammenhängt. Bei manchen Migränepatientinnen treten die Kopfschmerzen auch regelmäßig vor der Regelblutung auf.
Was hilft bei Migräne?Während einer Migräneattacke empfinden viele Betroffene Rückzug, Ruhe und Schlaf als wohltuend und schmerzlindernd. Darüber hinaus können freiverkäufliche Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Ibuprofen sowie Kombinationspräparate mit Koffein helfen. Bei zusätzlicher Übelkeit stehen außerdem sogenannte Antiemetika zur Verfügung.Reichen diese Mittel nicht aus oder müssen Sie diese sehr häufig einnehmen, ist eine ärztliche Abklärung ratsam. Gemeinsam können Sie besprechen, ob spezielle Medikamente für Migräne - sogenannte Triptane - bei Ihnen geeignet sind. Der Artikel "Medikamente gegen Migräne" bietet Ihnen weiterführende Informationen zum Thema.Gut zu wissen: Laut der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) steht nur etwa die Hälfte der Menschen mit Migräne unter ärztlicher Betreuung. Dabei lässt sich die Erkrankung mit professioneller Begleitung oft deutlich besser kontrollieren.Wie kann ich Migräneattacken vorbeugen?Eine Migräne ist zwar nicht heilbar, doch Betroffene sind trotzdem nicht machtlos - mit den richtigen Maßnahmen lassen sich Häufigkeit und Intensität der Attacken oft reduzieren:Meiden Sie Trigger-Faktoren: Wenn Sie an Migräne erkrankt sind, wissen Sie vielleicht, welche äußeren Einflüsse Ihre Beschwerden auslösen oder verschlimmern. Andernfalls kann ein Kopfschmerztagebuch oder die TK-Migräne-App helfen: Indem Sie Faktoren wie z. B. Nahrungsmittel, Stresslevel, Schlafdauer, Alkoholkonsum, Flüssigkeitsmenge usw. über einen gewissen Zeitraum dokumentieren, erkennen Sie möglicherweise neue Zusammenhänge.Bleiben Sie körperlich aktiv: Studien zufolge können vor allem Ausdauersportarten wie z. B. Joggen, Schwimmen oder Radfahren die Schwere und Häufigkeit von Migräneattacken verringern.Lernen Sie zu entspannen: Bei Kopfschmerzen ist es wichtig, Anspannung im Körper abzubauen. Dafür können Sie spezielle Entspannungsmethoden nutzen, z. B. die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen .Wenn Migräneattacken sehr häufig auftreten oder lange andauern, empfiehlt Ihr Arzt oder Ihre Ärztin möglicherweise eine medikamentöse Prophylaxe. Dabei kommen bestimmte Arzneimittel zum Einsatz, die auch bei Bluthochdruck und Epilepsie angewendet werden.Leben und Alltag mit MigräneFehlen bei der Arbeit, verpasste Familienfeiern - Migräne kann den Alltag deutlich beeinträchtigen. Doch es gibt Wege, um das Leben mit der Erkrankung besser zu bewältigen. Bereits kleine Veränderungen machen manchmal einen großen Unterschied. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) empfiehlt etwa, folgende Grundregeln zu beachten:Sorgen Sie für einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus.Essen Sie regelmäßig und lassen Sie keine Mahlzeiten aus.Senken Sie Ihre Stressbelastung so weit wie möglich und überfordern Sie sich nicht.Vermeiden Sie starke Temperaturschwankungen, z. B. in der Sauna.Informieren Sie sich über Ihre Erkrankung.
Deutsche Gesellschaft für Neurologie e. V. (DGN): S1-Leitlinie Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne. Stand: 18.10.2022. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-057l_S1_Therapie-der-Migraeneattacke-Prophylaxe-der-Migraene_2024-06.pdf (abgerufen am: 13.09.2025).Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG): Aufklärung und Information - Onlinebroschüre Migräne. URL: https://www.dmkg.de/patienten/aufklaerung-und-informationen/onlinebroschuere-de/#migraene (abgerufen am: 13.09.2025).Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG): Migräne Diagnostik und Therapie, 2005. URL: https://www.dmkg.de/assets/uploads/dateien/diagnostik-und-therapie.pdf (abgerufen am: 13.09.2025).Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG): Migräne und Hormone, 2005. URL: https://www.dmkg.de/assets/uploads/dateien/migraene-und-hormone.pdf (abgerufen am: 13.09.2025).Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG): Patienten-Informationen Kopfschmerzen verstehen, 2021. URL: https://www.schmerzgesellschaft.de/fileadmin/2021/pdf/DS_Flyer_Patienten_Kopfschmerzen_Cewe_20012021_Screen.pdf (abgerufen am: 13.09.2025).
Ihre Eingaben werden zurückgesetzt in Minuten Sie haben länger keine Aktion durchgeführt. Zu Ihrer Sicherheit werden die von Ihnen eingegebenen Daten in Kürze gelöscht.