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Was passiert bei Depression im Gehirn? Eine Depression ist eine komplexe, psychische Erkrankung, die für Betroffene mit einem massiven Leidensdruck einhergehen kann. Oft werden depressive Episoden mit belastenden Lebensereignissen in Verbindung gebracht - doch sie hängen auch mit einer veränderten Biochemie im Gehirn zusammen. Charlotte Schade, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Wie entsteht eine Depression?In Deutschland ist jeder fünfte bis sechste erwachsene Mensch im Laufe seines Lebens mindestens einmal von einer Depression betroffen. Bei der Entstehung der psychischen Erkrankung spielen mehrere Faktoren eine Rolle: die genetische Veranlagung, psychosoziale Aspekte sowie biologische Veränderungen, insbesondere im Gehirn. Welchen Einfluss die jeweiligen Elemente haben und wie sie ineinandergreifen, ist dabei höchst individuell.Die neurobiologischen Hintergründe einer Depression sind noch nicht abschließend geklärt. Forschende vermuten jedoch, dass Depressionen unter anderem mit einer gestörten Funktion bestimmter Botenstoffe im Gehirn, der sogenannten Neurotransmitter, zusammenhängen.Was sind Neurotransmitter?Das menschliche Gehirn ist ein äußerst komplexes Organ, das mehr als 100 Milliarden Nervenzellen besitzt. Sie nehmen Einfluss darauf, wie Menschen ihre Umwelt wahrnehmen, wie sie denken, fühlen und sich verhalten. Die Nervenzellen sind nicht direkt verbunden: Damit sie miteinander kommunizieren können, braucht es Neurotransmitter.Neurotransmitter sind chemische Substanzen, die im Gehirn als Botenstoffe wirken. Sie sind dafür verantwortlich, Reize von einer Zelle zur nächsten weiterzuleiten oder zu modulieren. Erreicht ein solcher Reiz das zentrale Nervensystem, schütten die Synapsen, die sich am Ende einer jeden Nervenzelle befinden, Neurotransmitter in den sogenannten synaptischen Spalt aus - so wird die kleine Lücke bezeichnet, die sich zwischen den Nerven befindet. Dort docken die Botenstoffe an die Rezeptoren der gegenüberliegenden Zelle an, sodass ein neuer Reiz ausgelöst wird. Dieser wandert in die nächste Zelle weiter, bis auch sie Neurotransmitter in den nächsten synaptischen Spalt absondert. Auf diesem Weg werden Impulse im zentralen Nervensystem weitergeleitet.Welche Neurotransmitter stehen mit Depressionen in Verbindung?Die drei Botenstoffe, die häufig mit einer depressiven Erkrankung in Verbindung gebracht werden, sind Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Im Gehirn werden diesen Neurotransmittern jeweils unterschiedliche Aufgabenbereiche zugeschrieben:Serotonin reguliert u. a. die Stimmung, den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Impulskontrolle und das Schmerzempfinden.Noradrenalin spielt eine zentrale Rolle bei der Reaktion des Körpers auf Stress und beeinflusst die Aufmerksamkeit sowie die Konzentrationsfähigkeit.Dopamin steht im Zusammenhang mit Vorfreude, Antrieb und Motivation.Studien weisen darauf hin, dass bei Betroffenen von Depressionen der Botenstoffhaushalt verändert ist. Forschende nehmen an, dass es sich dabei nicht nur um einen Mangel an Neurotransmittern handelt, sondern dass diese auch weniger aktiv sind als bei gesunden Menschen. Das kann sich auf die Impulsübertragung zwischen den Zellen auswirken. Wie genau die Funktionsstörung der Botenstoffe im Gehirn abläuft, ist noch nicht abschließend geklärt. Vermutet wird aber, dass die Beeinträchtigungen sowie die Neurotransmitterkonzentration bei allen Betroffenen unterschiedlich ausgeprägt sind.Wie wirken sich Antidepressiva auf das Gehirn aus?Mithilfe bestimmter Medikamente, sogenannter Antidepressiva , kann dem neurobiologischen Ungleichgewicht bei einer Depression entgegengewirkt werden. Ziel der meisten Präparate ist es, die Anzahl der Botenstoffe im synaptischen Spalt zu steigern, um so depressive Symptome zu lindern. Der genaue Wirkmechanismus von Antidepressiva ist jedoch nicht vollständig geklärt. Neben der Beeinflussung des Neurotransmitterspiegels könnten auch Veränderungen in der Funktion von Nervenzellen und deren Vernetzung zur antidepressiven Wirkung beitragen.Eine Klasse von Antidepressiva, die heutzutage häufig verschrieben wird, sind Selektive Serotonin-Rückaufnahmehemmer, kurz SSRI. Sie blockieren den Vorgang, bei dem das Serotonin wieder in die Nervenzelle aufgenommen wird, aus der es bei der Reizweiterleitung ausgeschüttet wurde. Es bleibt also mehr Serotonin im synaptischen Spalt vorhanden, was die Wirkung des Botenstoffs steigert.Andere Präparate haben einen ähnlichen Wirkmechanismus, sorgen aber zum Beispiel dafür, dass den Nervenzellen möglichst viel Dopamin und Noradrenalin zur Verfügung steht. Antidepressiva dieser Klasse werden auch Noradrenalin-Dopamin-Rückaufnahmehemmer (NDRI) genannt.Depressionen behandeln: ein ganzheitlicher AnsatzObwohl diese Medikamente depressive Symptome reduzieren können, ist es wichtig, dass die Behandlung einer Depression individuell an die betroffene Person und den Schweregrad der Erkrankung angepasst wird. Bei leichteren Depressionen erweisen sich oft Psychotherapie und andere unterstützende Maßnahmen als effektiv. Zur Behandlung mittelschwerer und schwerer depressiver Episoden empfehlen Fachleute eine Kombination aus Antidepressiva und Psychotherapie. So können Sie mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten über Ihre Gedanken sprechen, Strategien zur Selbsthilfe erarbeiten und gleichzeitig Ihr Gehirn mittels des Arzneimittels unterstützen.Faktoren wie Bewegung, ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und ein strukturierter Tagesablauf können zusätzlich zur professionellen Behandlung dabei helfen, eine Depression zu bewältigen. Häufig fehlt dazu der Antrieb - dann können gegebenenfalls Menschen aus der Familie oder dem Freundeskreis unterstützen. Möglicherweise lassen sich so tägliche gemeinsame Spaziergänge oder feste Essenszeiten etablieren, die sich positiv auf Ihr Wohlbefinden auswirken können.Wenn Sie Symptome einer Depression bei sich bemerken, zögern Sie nicht, sich an Ihre hausärztliche Praxis zu wenden. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Sie bezüglich einer passenden Behandlung beraten und gemeinsam mit Ihnen über die nächsten Schritte entscheiden. Zusätzliche Tipps und Anregungen finden Sie im TK-Themenuniversum "Psychische Gesundheit fördern".
Was kann ich tun, um einer Depression vorzubeugen?Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie Ihren Körper und Ihre Psyche in stressigen Lebensphasen unterstützen können - so können Sie Ihr Risiko für eine depressive Erkrankung verringern. Eine Garantie gegen Depressionen gibt es allerdings nicht.Achten Sie zum Beispiel aufausreichend Schlaf,eine ausgewogene Ernährung ,regelmäßige sportliche Betätigung, am besten im Freien,Verzicht auf Suchtmittel wie Zigaretten und Alkohol,gute zwischenmenschliche Beziehungen undgesunde Wege der Stressbewältigung, z.B. mit der App "TK-Coach" .Wenn Sie sich in einer Krise befinden oder merken, dass Ihre psychische Gesundheit nachlässt, holen Sie sich am besten schnellstmöglich Unterstützung. Auch das kann einer Depression entgegenwirken.
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich - gesundheit.gv.at: Depression: Was ist das?, 02.02.2024. URL: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/psyche/depression/depression-was-ist-das.html (abgerufen am: 27.08.2025).Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich - gesundheit.gv.at: Depression: Diagnose und Therapie, 02.02.2024. URL: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/psyche/depression/diagnose-therapie.html#welche-moeglichkeiten-der-behandlung-gibt-es (abgerufen am: 27.08.2025).Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich - gesundheit.gv.at: Noradrenalin, o. J. URL: https://www.gesundheit.gv.at/lexikon/N/noradrenalin-hk.html (abgerufen am: 27.08.2025).Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich - gesundheit.gv.at: Serotonin, o. J. URL: https://www.gesundheit.gv.at/lexikon/S/lexikon-serotonin.html (abgerufen am: 27.08.2025).Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - gesundheitsinformation.de: Dopamin (Dopa), 20.03.2025. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/dopamin-dopa.html (abgerufen am: 27.08.2025).Neurologen und Psychiater im Netz: Ursachen einer Depression, o. J. URL: https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/stoerungen-erkrankungen/depressionen/ursachen/ (abgerufen am: 27.08.2028). Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention: Häufigkeit, o. J. URL: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/was-ist-eine-depression/haeufigkeit (abgerufen am: 20.08.2025).Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention: Medikamentöse Behandlung, o. J. URL: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/behandlung/medikamentoese-behandlung (abgerufen am: 27.08.2025).Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention: Wie entsteht eine Depression?, o. J. URL: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/ursachen-und-ausloeser/neurobiologische-seite (abgerufen am: 20.08.2025).
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