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Bandscheibenvorfall - wann ist eine Operation wirklich nötig?
Operation bei einem Bandscheibenvorfall? Diese Entscheidung sollten Sie gut abwägen, denn nicht immer ist ein Eingriff hilfreich. Wenn er doch notwendig ist, stehen heute schonende Operationstechniken zur Verfügung.
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Louisa Bühler, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Ein Bandscheibenvorfall entsteht meist durch die altersbedingte Abnutzung der Bandscheiben. Betroffen ist häufig die Lendenwirbelsäule (LWS) oder die Halswirbelsäule (HWS). Wann eine Operation (OP) sinnvoll sein kann, erfahren Sie hier.
Bandscheiben-OP auf einen Blick:Indikationen: neurologische Ausfälle oder starke Beschwerden, die sich durch konservative Maßnahmen über mindestens sechs bis zwölf Wochen nicht bessernOperationsmethoden: meist mikrochirurgische Teilentfernung des vorgefallenen Bandscheibenanteils, seltener Prothese oder WirbelsäulenversteifungErfolgsquote: deutliche Beschwerdelinderung in etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle - je nach Befund können konservative Methoden jedoch ähnlich wirksam seinRisiken: allgemeine Operationsrisiken wie Infektionen und Blutungen, vorübergehende Nervenreizungen sowie - sehr selten - Schäden an Nerven oder Rückenmark
Wann ist eine Operation bei einem Bandscheibenvorfall sinnvoll?In den meisten Fällen reicht die nicht-operative (konservative) Behandlung bei einem Bandscheibenvorfall aus. Eine Operation kommt in der Regel nur dann infrage, wenndie Beschwerden seit mindestens sechs bis zwölf Wochen bestehen und sich trotz konservativer Behandlung nicht bessern,die Beschwerden die Lebensqualität einschränken,die Schmerzen ausstrahlen (Radikulopathie) undbildgebende Verfahren wie eine MRT den Bandscheibenvorfall als Ursache bestätigen.Eine Ausnahme sind neurologische Ausfälle: Bei zunehmender Muskelschwäche, Lähmungen oder Verlust der Kontrolle über Blase und Darm wird meist umgehend operiert. Diese Symptome sind aber selten.
Sicherheit gewinnen mit DocRobinEine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass Wirbelsäulenoperationen in Deutschland regional sehr unterschiedlich häufig durchgeführt werden. Medizinisch lassen sich diese Unterschiede kaum erklären - umso wichtiger ist eine sorgfältige und gut informierte Abwägung. Bei der Entscheidung für oder gegen eine OP unterstützt die TK Sie mit dem Zweitmeinungsangebot DocRobin .
Bandscheibenvorfall ohne Operation behandelnMit den richtigen Maßnahmen klingt ein Bandscheibenvorfall meist auch ohne OP ab. Wie lange das dauert, ist unterschiedlich - häufig bessern sich die Beschwerden innerhalb von sechs bis zwölf Wochen spürbar. Die Behandlung kombiniert oft mehrere Ansätze: Schmerztherapie: Nach ärztlicher Rücksprache können gängige Schmerzmittel helfen, akute Beschwerden zu lindern. Physiotherapie: Nach einer kurzen Entlastungsphase ist es wichtig, wieder in Bewegung zu kommen. Gezielte Übungen stärken die Rückenmuskulatur und entlasten die Bandscheiben.Injektionen: In bestimmten Fällen kommen wirbelsäulennahe Injektionen mit örtlichen Betäubungsmitteln zum Einsatz. Studien belegen jedoch nur eine kurzzeitige Wirkung.Lesetipp: Mehr Informationen zu Übungen sowie Alltagstipps bietet der Artikel "Bandscheibenvorfall: Symptome, Diagnose und Behandlung" .Welche Verfahren gibt es bei einer Bandscheiben-OP?Je nach Lage und Art des Bandscheibenvorfalls stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung. Mikrochirurgische und endoskopische Eingriffe kommen dank feiner Spezialinstrumente mit sehr kleinen Hautschnitten aus. Folgende Operationsverfahren werden häufig eingesetzt:Teilentfernung (Nukleotomie/Diskotomie): Wölbt sich die Bandscheibe in den Wirbelkanal vor, wird sie in der Regel vorsichtig eröffnet und der vorgefallene Teil entfernt. Auf diese Weise ist es möglich, die eingeklemmten Nerven zu entlasten und gleichzeitig den gesunden Teil der Bandscheibe zu erhalten.Komplette Entfernung (Diskektomie): Ist eine Bandscheibe schwer geschädigt oder sehr dünn, kann es sinnvoll sein, sie vollständig zu entfernen. Im entstehenden Zwischenraum setzt das Operationsteam entweder eine Bandscheibenprothese ein oder versteift die Wirbel mit Knochenmaterial.Bandscheibenprothese: Eine künstliche Bandscheibe soll die natürliche Stoßdämpferfunktion und die Beweglichkeit des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts erhalten. Voraussetzung dafür ist, dass die angrenzenden Wirbelkörper und gelenke intakt sind und kein Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) vorliegt.Wirbelsäulenversteifung ( Spondylodese ): Ist die Wirbelsäule instabil, kann es notwendig sein, den betroffenen Abschnitt dauerhaft zu versteifen. Als Ersatz für die geschädigte Bandscheibe kommt dabei häufig ein sogenannter Cage aus Metall oder Kunststoff zum Einsatz. Zusätzlich können Schrauben-Stab-Systeme oder Metallplatten erforderlich sein - unter anderem abhängig davon, ob die Bandscheiben-OP an der Lendenwirbelsäule (LWS) oder an der Halswirbelsäule (HWS) durchgeführt wird. Die mikrochirurgische Teilentfernung gilt heute als Standardverfahren bei einer Bandscheiben-OP und ist zugleich am besten wissenschaftlich untersucht. Umfangreichere Eingriffe, bei denen eine Bandscheibe vollständig entfernt und ersetzt wird, sind bei einem klassischen Bandscheibenvorfall nur selten notwendig. Ablauf einer Bandscheiben-OPDie Operation wird fast immer unter Vollnarkose durchgeführt. So hat die Chirurgin oder der Chirurg optimale Bedingungen, um millimetergenau zu arbeiten. Wie lange die OP bei einem Bandscheibenvorfall dauert, hängt vom Ausmaß der Schädigung und von der gewählten Operationsmethode ab. Für einen standardmäßigen mikrochirurgischen Eingriff braucht das OP-Team meist etwa eine Stunde.Nach dem Eingriff folgt in der Regel ein Klinikaufenthalt von drei bis sieben Tagen. Wie lange genau Sie im Krankenhaus bleiben, ist abhängig davon, ob nach der Bandscheibenvorfall-OP Komplikationen auftreten. Wie lange dauert die Heilung und Krankschreibung nach einer Bandscheiben-OP?Meist ist die Wirbelsäule nach etwa acht bis zwölf Wochen wieder voll belastbar. Wie lange Sie nach der Operation eines Bandscheibenvorfalls krankgeschrieben sind, hängt vor allem von Ihrer beruflichen Tätigkeit ab: Bürotätigkeiten sind oft nach zwei bis sechs Wochen wieder möglich, bei schwerer körperlicher Belastung dauert die Arbeitsunfähigkeit länger. Nach einer Bandscheiben-OP im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) ist die Drehbewegung des Kopfs zunächst eingeschränkt. Viele Betroffene fragen sich deshalb, wie lange sie nicht Auto fahren sollten. Eine pauschale Regelung gibt es dafür nicht. Kliniken empfehlen aber meist, für zwei bis vier Wochen auf das Autofahren zu verzichten. Entscheidend ist hier Ihr subjektives Empfinden von Schmerz und Beweglichkeit.Erfolgsquote und Risiken einer Bandscheiben OPViele Menschen mit symptomatischem Bandscheibenvorfall berichten von positiven Erfahrungen nach einer OP - besonders, was ausstrahlende Schmerzen betrifft. Studien zufolge liegt die Erfolgsquote der Operation bei etwa 80 bis 90 Prozent. Bei rund zehn Prozent der Betroffenen ist ein erneuter Eingriff notwendig.Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen auch bei einer Bandscheiben-OP Risiken. Zu den allgemeinen Komplikationen zählen Infektionen, Nachblutungen und Wundheilungsstörungen. Möglich sind außerdem Reizungen oder Verletzungen der Nerven, die jedoch in den meisten Fällen vorübergehend sind. Dauerhafte Schäden an Nerven oder Rückenmark treten nur sehr selten auf.Leben nach einer Bandscheiben-OPEine Bandscheiben-OP kann bei starken Beschwerden ein wichtiger Schritt zu mehr Lebensqualität sein. Langfristig haben jedoch vor allem Sie selbst einen entscheidenden Einfluss auf Ihre Rückengesundheit: Neben regelmäßiger Bewegung ist vor allem die gezielte Kräftigung der Rückenmuskulatur wichtig, um die Bandscheiben zu entlasten. Auch eine aufrechte Körperhaltung und ein ergonomischer Arbeitsplatz tragen dazu bei - besonders, wenn Sie lange und häufig sitzen.
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