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Gleitwirbel (Spondylolisthesis): Ursachen, Symptome und Therapien
Wirbelgleiten kann Rückenschmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen. Oft hilft bereits gezieltes Training dabei, die Wirbelsäule ausreichend zu stabilisieren. Eine Operation kommt nur in bestimmten Fällen infrage.
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Louisa Bühler, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Gleitwirbel auf einen BlickTypische Symptome: belastungs- und positionsabhängige Rückenschmerzen, teils mit Ausstrahlung in die BeineUrsachen: altersbedingter Verschleiß, Fehl-/Überbelastung, seltener angeborene VeränderungenBehandlung: meist konservativ mit Physiotherapie und Schmerzmedikamenten, Operation nur bei anhaltenden Beschwerden oder neurologischen SymptomenDas können Sie selbst tun: den Alltag aktiv, aber rückenschonend gestalten und den Rumpf durch gezielte Übungen mobilisieren und kräftigen
Was ist ein Gleitwirbel (Spondylolisthesis)?Bei einem Gleitwirbel handelt es sich um eine Verschiebung eines Wirbelkörpers nach vorne - oder seltener nach hinten - gegenüber dem darunterliegenden Wirbel. In der Fachsprache wird diese Veränderung auch Spondylolisthesis oder Spondylolisthese genannt. Weitere gebräuchliche Begriffe sind Listhesis oder Olisthesis.Ein Gleitwirbel kann den Wirbelkanal einengen, sodass eine Spinalkanalstenose entsteht. Dabei werden manchmal empfindliche Strukturen wie das Rückenmark, Nervenstränge und Blutgefäße zusammengedrückt und gereizt.
Spondylolisthesis in ZahlenEtwa 2 bis 4 Prozent der Erwachsenen haben einen Gleitwirbel - oft jedoch symptomlos.Verschleißbedingte Gleitwirbel treten am häufigsten nach dem 60. Lebensjahr auf - angeborene meist schon im Jugendalter.Frauen sind etwa 3-mal häufiger betroffen als Männer.Die meisten Gleitwirbel betreffen die Lendenwirbelsäule (LWS).Eine Operation ist nur in rund 10 Prozent der Fälle notwendig.
Ursachen von GleitwirbelnMeist ist Wirbelgleiten die Folge von altersbedingten Abnutzungserscheinungen. Mit zunehmendem Alter verliert das Konstrukt aus Bandscheiben, Gelenken und Bändern an Stabilität. Das passiert besonders, wenn die stützende Rumpfmuskulatur schwach oder ungleich ausgeprägt ist. Fehlbelastungen wie langes Sitzen, wenig Bewegung oder eine ungünstige Haltung können diesen Prozess noch beschleunigen. Seltener wird ein Gleitwirbel durch Unfälle, Operationen oder andere äußere Einflüsse ausgelöst.Eine besondere Form ist die sogenannte Spondylolisthesis vera - der "echte" Gleitwirbel. Ursächlich sind in diesem Fall Schwachstellen oder kleine Spalten im Wirbelbogen (Spondylolyse). Sie führen dazu, dass ein Wirbel leichter verrutscht. Eine Spondylolyse entsteht oft schon im Kindes- oder Jugendalter, etwa durch wiederholte Überlastung beim Sport. In anderen Fällen ist die geschwächte Knochenstruktur angeboren.Symptome: Welche Beschwerden verursacht ein Gleitwirbel?Typische Symptome einer Spondylolisthesis sind: Rückenschmerzen , v. a. bei längerem Stehen, Gehen oder im HohlkreuzSchmerzausstrahlung in das Gesäß, die Hüfte oder die BeineMuskelverspannungenBewegungseinschränkungenWichtig zu wissen: Nicht jeder Gleitwirbel verursacht Symptome. Die Veränderung bleibt in vielen Fällen unbemerkt und wird manchmal im Laufe des Lebens zufällig entdeckt. Entscheidend ist, ob und wie stark der verschobene Wirbel die Strukturen im Wirbelkanal einengt.Diagnose: So wird eine Spondylolisthesis festgestelltDie Diagnose beginnt mit einem ärztlichen Gespräch (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung. Dabei prüft der Arzt oder die Ärztin unter anderem, wie beweglich die Wirbelsäule ist und wie sich bestimmte Bewegungen auf die Schmerzen auswirken. Besteht der Verdacht auf einen Gleitwirbel, sichern bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomografie (MRT), Computertomografie (CT) und Röntgen die Diagnose. Untersucht wird dabei auch, ob das Wirbelgleiten auf altersbedingte Abnutzungserscheinungen oder eine Spaltbildung (Spondylolisthesis vera) zurückzuführen ist.Wie stark ein Wirbel verschoben ist, beurteilt die behandelnde Person mithilfe der sogenannten Meyerding-Klassifikation auf einer Skala von 1 bis 4.Wie behandelt man eine Spondylolisthesis?Konservative Therapie eines GleitwirbelsEine Spondylolisthesis wird in den meisten Fällen konservativ behandelt - also ohne Operation. Das Wirbelgleiten lässt sich normalerweise nicht rückgängig machen. Doch mit den richtigen Maßnahmen können Betroffene ein weiteres Verrutschen oft verhindern. Physiotherapie: Der Therapeut oder die Therapeutin hilft Ihnen dabei, Ihre Rückenmuskulatur zu stärken und die Wirbelsäule beweglich zu halten. Sie lernen außerdem, wie Sie sich bei Spondylolisthesis im Alltag rückengerecht bewegen. Ergänzend können physikalische Therapien wie Massage oder Elektrotherapie eingesetzt werden.Schmerzmedikamente: Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac können akute Schmerzen lindern und so wieder mehr Bewegung ermöglichen. Die Einnahme sollte aber zeitlich begrenzt sein und immer mit dem Arzt oder der Ärztin abgestimmt werden.Korsett: In manchen Fällen stabilisiert ein Korsett die Wirbelsäule vorübergehend - besonders bei älteren Menschen. Ob diese Maßnahme geeignet ist, hängt von Ihrer individuellen Situation ab.Wann ist eine Operation sinnvoll?Eine Operation kommt bei Spondylolisthesis normalerweise nur infrage, wenn starke Beschwerden anhalten und sich trotz konservativer Maßnahmen über Monate nicht bessern. Eine Ausnahme bilden neurologische Ausfälle: Treten Lähmungen, Taubheit im Schritt oder Störungen der Darm- und Blasenfunktion auf, ist meist eine sofortige Operation erforderlich. Je nach Situation stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung. Häufig werden bei Spondylolisthesis die betroffenen Wirbel versteift ( Spondylodese ).
DocRobin - Ihre Entscheidungshilfe bei geplanter Rücken-OPEine Operation führt bei Wirbelgleiten nicht immer zur Verbesserung der Symptome. Deshalb ist es wichtig, Nutzen und Risiken des Eingriffs gründlich abzuwägen. Die TK unterstützt Sie mit dem Zweitmeinungsangebot DocRobin bei einer informierten Entscheidung.
Ist Spondylolyse heilbar?Bei Kindern und Jugendlichen heilt ein Spalt im Wirbelbogen manchmal vollständig aus und verknöchert wieder. Bei Erwachsenen ist dies hingegen nicht typisch. Durch gezieltes Training lässt sich die Wirbelsäule aber oft so weit stabilisieren, dass ein beschwerdearmes Leben möglich ist.Übungen bei GleitwirbelWenn Sie von Wirbelgleiten betroffen sind, können gezielte Übungen zur Kräftigung und Stabilisation helfen. Für zu Hause eignen sich etwa folgende Übungen:Gehmobilisation: Stellen Sie sich aufrecht hin und heben Sie abwechselnd ein Bein, als würden Sie auf der Stelle gehen. Halten Sie Rücken und Bauch dabei angespannt und versuchen Sie, das Knie bei jedem Schritt etwas höher zu heben.Rumpfstabilisation: Starten Sie im Vierfüßlerstand mit Blick nach unten. Strecken Sie dann einen Arm nach vorne und das gegenüberliegende Bein nach hinten aus. Halten Sie Rücken und Bauch stabil, sodass Sie nicht in ein Hohlkreuz absinken. Wechseln Sie anschließend die Seite.Unterarmstütz (Plank): Stützen Sie sich auf Füße und Unterarme, sodass sich die Ellenbogen direkt unter den Schultern befinden. Bleiben Sie in dieser Position, solange Sie die Spannung im Rumpf halten können, ohne im unteren Rücken durchzuhängen.Welche Übungen sollte ich bei einem Gleitwirbel vermeiden?Bei einer Spondylolisthesis sollten Sie auf Übungen verzichten, die folgende Bewegungen beinhalten:Ruckartige DrehbewegungenÜberstrecken der Lendenwirbelsäule (starkes Hohlkreuz)Starke StoßbelastungenSehr schweres HebenLanges Verharren in derselben Position, beispielsweise Sitzen oder StehenLeben mit Gleitwirbel: Alltag und BerufWie lange bin ich bei Wirbelgleiten arbeitsunfähig?Viele Betroffene können mit einigen Anpassungen bei einer Spondylolisthesis weiterhin arbeiten. Integrieren Sie dazu etwa regelmäßige Bewegungspausen in Ihren Arbeitsalltag und richten Sie Ihren Arbeitsplatz ergonomisch ein. Bei körperlich belastenden Tätigkeiten ist manchmal eine vorübergehende Krankschreibung sinnvoll. Nach einer Operation dauert die Arbeitsunfähigkeit in der Regel einige Wochen bis wenige Monate. Rückfallvermeidung durch gezieltes Training Langfristig kann ein aktiver und rückenbewusster Alltag Ihnen dabei helfen, erneutes Wirbelgleiten zu vermeiden. Besonders wichtig ist es, die Wirbelkörper durch eine starke Rückenmuskulatur zu entlasten. Versuchen Sie, die in der Physiotherapie oder im Rehasport erlernten Übungen auch zu Hause weiterzuführen. Wenn Ihnen das schwerfällt, helfen Ihnen vielleicht kleine Alltagsroutinen oder Erinnerungen per App.Welche Sportarten sind mit Gleitwirbel erlaubt? Bei Wirbelgleiten eignen sich vor allem Sportarten, die den unteren Rücken nicht durch sehr starke ruckartige oder ungünstige Bewegungen belasten. Das sind beispielsweise:FahrradfahrenSpazieren bzw. schnelles Gehen Wassergymnastik Yoga Pilates Verzichten Sie beim Sport auf Positionen und Bewegungen, die Ihren Schmerz verstärken und besprechen Sie Ihre individuellen Voraussetzungen im Zweifel vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
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Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich - Gesundheit.gv.at: Spondylolyse und Spondylolisthese: Diagnose & Therapie, 27.09.2019. URL: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/koerper/wirbelsaeule/spondylolisthese-diagnose-behandlung.html (abgerufen am: 02.02.2026).Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) e. V.: S2k-Leitlinie Lumbale Radikulopathie. 2. Auflage, Stand: 11.01.2018. URL: https://dnvp9c1uo2095.cloudfront.net/cms-content/030058_LL_Lumbale_Radikulopathie_2018_archiviert_1726228804828.pdf (abgerufen am: 02.02.2026). abgelaufen - in ÜberarbeitungDeutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) e. V.: S2k-Leitlinie Spezifischer Kreuzschmerz. 2. Auflage, Stand: 01.04.2024. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/187-059l_S2k_Spezifischer-Kreuzschmerz_2024-08.pdf (abgerufen am: 02.02.2026).Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - Gesundheitsinformation.de: Wirbelgleiten ohne Operation behandeln, 14.02.2024. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/wirbelgleiten-ohne-operation-behandeln.html (abgerufen am: 02.02.2026).Margetis, M. et al.: Spondylolisthesis, 28.03.2025. StatPearls. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK430767/ (abgerufen am: 02.02.2026).Selhorst, M. et al.: Rehabilitation Considerations for Spondylolysis in the youth athlete. Int J Sports Phys Ther. 2020/15 (2), S. 287-300.Universitätsklinikum Freiburg - tala-med: Übungen, o. J. URL: https://ruecken.tala-med.info/videos/ (abgerufen am: 02.02.2026).
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