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Wann ist eine künstliche Bandscheibe sinnvoll? Im Gegensatz zur Wirbelsäulenversteifung soll eine Bandscheibenprothese die Beweglichkeit der Wirbelsäule nach einem Bandscheibenvorfall erhalten. Das Implantat kommt aber nur unter bestimmten Voraussetzungen infrage. Louisa Bühler, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Künstliche Bandscheibe auf einen Blick:Indikation: anhaltende Beschwerden durch einen Bandscheibenvorfall trotz konservativer BehandlungVoraussetzungen: stabiler Wirbelsäulenabschnitt ohne starke Verschleiß-Erscheinungen; keine Osteoporose, Infektionen oder Tumorerkrankungen Risiken: Infektionen, Blutungen und vorübergehende Nervenreizungen - sehr selten dauerhafte Schädigungen von Nerven oder Rückenmark Mögliche Spätfolgen: Verknöcherung, anhaltende oder neue Beschwerden sowie Probleme mit dem Implantat
Was ist eine künstliche Bandscheibe?Eine künstliche Bandscheibe ersetzt eine beschädigte oder verschlissene Bandscheibe. Die Prothese behält den Abstand zwischen den Wirbeln bei und ahmt wichtige Funktionen der Bandscheibe nach: Sie sorgt dafür, dass der betroffene Abschnitt der Wirbelsäule stabil und beweglich bleibt. Meist besteht eine Bandscheibenprothese aus Metall und Kunststoff. Manche Modelle können auch vertikale Belastungen abfedern.
Wirbelsäulenversteifung - der StandardDie klassische Behandlungs-Methode ist die operative Versteifung der Wirbel - medizinisch Spondylodese . Bei diesem Eingriff werden geschädigte Bandscheiben ebenfalls vollständig entfernt. Anschließend verbindet das Operationsteam die Wirbelkörper mithilfe von Knochenmaterial und einem Schrauben-Stab-System oder Metallplatten. Ziel der Operation ist es, den betroffenen Abschnitt der Wirbelsäule dauerhaft zu stabilisieren.
Wann wird operiert und welche Verfahren für HWS und LWS gibt es?Bei einem Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS) oder Lendenwirbelsäule (LWS) Beschwerden reichen meist Physiotherapie und Schmerzmedikation aus. Eine Operation kommt erst infrage, wenn sich die Symptome dadurch nicht verbessern oder neurologische Ausfälle auftreten. Es gibt verschiedene Verfahren : Wenn möglich wird nur der vorgefallene Anteil der Bandscheibe entfernt (Dekompression). Muss die Bandscheibe vollständig entfernt werden, versteift das Operationsteam den betroffenen Abschnitt der Wirbelsäule. In ausgewählten Fällen wird eine künstliche Bandscheibe eingesetzt.Bandscheibenprothese an der Halswirbelsäule (HWS)Am häufigsten kommen künstliche Bandscheiben im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) zum Einsatz. Dafür müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:Die angrenzenden Gelenke, Knochen und Bänder dürfen nicht stark abgenutzt sein.Der betroffene Abschnitt der Wirbelsäule muss insgesamt stabil sein.Es sollten keine Infektionen, Tumorerkrankungen oder eine ausgeprägte Osteoporose vorliegen.Meist trifft das auf jüngere Menschen mit einem einzelnen Bandscheibenvorfall zu, bei denen die übrige Wirbelsäule weitgehend gesund ist. Bandscheibenprothese an der Lendenwirbelsäule (LWS)Im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) werden künstliche Bandscheiben deutlich seltener eingesetzt. Das liegt unter anderem daran, dass die LWS einen großen Teil der Belastung trägt. Außerdem ist sie am häufigsten von Abnutzungs-Erscheinungen betroffen - beispielsweise Bandscheibenvorfällen , Spondylarthrose und Osteochondrose . Solche Veränderungen sind in der Regel Ausschlusskriterien für eine Prothese.
DocRobin: Gut beraten vor der OPDie sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiken ist bei Operationen an der Wirbelsäule besonders wichtig, denn nicht immer ist der Eingriff sinnvoll. Mit dem Zweitmeinungsportal DocRobin unterstützt die TK Sie bei dieser wichtigen Entscheidung. Auf Basis Ihrer Befunde bekommen Sie ein kostenloses ärztliches Zweitgutachten.
Wie läuft die Operation ab?Vor der OP erstellt das Behandlungsteam detaillierte bildgebende Befunde, um den Eingriff genau zu planen. Außerdem erfahren Sie, worauf Sie am Tag der OP achten müssen. Die OP findet in Vollnarkose statt. Über einen kleinen Hautschnitt - je nach Lage entweder am Hals oder Bauchraum - gelangt die behandelnde Person zum betroffenen Abschnitt der Wirbelsäule. Die geschädigte Bandscheibe wird entfernt, die Prothese eingesetzt und in den Wirbelkörpern verankert. Röntgenaufnahmen zeigen während der OP, ob die künstliche Bandscheibe optimal sitzt.Was sind die Risiken?Zu den Risiken einer Bandscheiben-OP zählen vor allem Infektionen, Blutungen und Nervenreizungen. Werden die empfindlichen Nervenstränge gequetscht, können Gefühlsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit auftreten. Diese Symptome sind jedoch meist nur vorübergehend. Dauerhafte Schäden an Nerven und Rückenmark kommen nur selten vor.Heilung nach der OP: Wie lange ist man krankgeschrieben?Normalerweise bleiben Sie nach der OP ein paar Tage in der Klinik. Leichte Bewegung sind meist schon direkt nach dem Eingriff möglich. Auf schwere Belastung und Verdrehungen sollten Sie zunächst verzichten. Etwa sechs Wochen nach der OP darf die Wirbelsäule meist mit einer Physiotherapie wieder mobilisiert und gekräftigt werden.Zurück in den JobBürojobs sind häufig nach drei bis vier Wochen wieder möglich. Bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten kann die Arbeitsunfähigkeit länger andauern. Drei Monate nach der OP überprüft der Arzt oder die Ärztin den Heilungsprozess. Ist die Wirbelsäule stabil und gut verheilt? Dann sind Sport und andere Alltagsaktivitäten normalerweise wieder erlaubt.Gut zu wissen: Eine künstliche Bandscheibe der LWS oder HWS führt meist nicht zu einer Schwerbehinderung.Künstliche Bandscheibe: Nachteile und Spätfolgen Viele Patienten und Patientinnen mit einer künstlichen Bandscheibe an der Halswirbelsäule (HWS) oder Lendenwirbelsäule (LWS) berichten von positiven Erfahrungen. Zudem zeigen Studien: Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, ist eine Bandscheibenprothese eine genauso gute  Behandlungs-Methode wie eine Versteifungsoperation.Im Laufe der Zeit kann es zu Komplikationen kommen:Verknöcherung: Bei etwa jeder vierten Person bildet sich zusätzliches Knochengewebe im Bereich der künstlichen Bandscheibe. Das kann dazu führen, dass der betroffene Abschnitt der Wirbelsäule an Beweglichkeit verliert.Probleme mit dem Implantat: In seltenen Fällen sitzt die Bandscheibenprothese nicht optimal, lockert sich mit der Zeit oder sinkt in den Wirbelkörper ein. Auch Materialverschleiß oder Abrieb sind möglich.Anhaltende oder neue Beschwerden: Manche Betroffene haben nach der OP weiterhin bestehende oder neue Symptome.Treten Spätfolgen auf, ist manchmal eine erneute Bandscheiben-OP notwendig. Meist rät der Arzt oder die Ärztin dann zur Versteifung.
Künstliche Bandscheibe: Ein Blick auf die DatenlageBandscheibenprothesen werden erst seit den 2000er Jahren intensiv untersucht. Es ist also im Vergleich zur Wirbelsäulenversteifung ein eher junges Verfahren. Dadurch gibt es weniger Langzeitdaten zum Einsatz künstlicher Bandscheiben - vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS).
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) e. V.: S2k-Leitlinie Konservative, operative und rehabilitative Versorgung bei Bandscheibenvorfällen mit radikulärer Symptomatik. 3. Auflage, Stand: 28.06.2021. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/033-048l_S2k_Konservative-operative_rehabilitative-Versorgung-Bandscheibenvorfall-radikulae_2025-09-abgelaufen.pdf (abgerufen am: 18.02.2026). abgelaufen - in ÜberarbeitungEskandar, T. et al.: The decline of Lumbar Artificial Disc Replacement. Journal of Research and Surgery. 2024; 6(3):86-92.Findlay, C. et al.: Total disc replacement versus anterior cervical discectomy and fusion: a systematic review with meta-analysis of data from a total of 3160 patients across 14 randomized controlled trials with both short- and medium- to long-term outcomes. The Bone and Joint Journal 2018; 100(8):991-1001.Mills, E. et al.: A Decreasing National Trend in Lumbar Disc Arthroplasty. The Global Spine Journal; 2023; 13(8):2271-2277.Scholz, M. et al.: Künstliche Bandscheibe HWS. Die Wirbelsäule 2018; 2:309-330.Zechmeister, I. et al.: Artificial total disc replacement versus fusion for the cervical spine: a systematic review. European Spine Journal 1013; 20:177-184.
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