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Spondylarthrose: Behandlung und Übungen bei einer Facettengelenksarthrose
Spondylarthrose entsteht durch die Abnutzung der kleinen Wirbelgelenke und ist besonders im höheren Alter eine häufige Ursache für Rückenschmerzen. Mit gezielten Kräftigungs- und Mobilisationsübungen können Sie selbst zur Schmerzlinderung beitragen.
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Louisa Bühler, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Spondylarthrose auf einen Blick:Typische Symptome: belastungsabhängige Rückenschmerzen, Morgensteifigkeit und BewegungseinschränkungenUrsachen: altersbedingter Verschleiß, Fehl-/Überbelastung und Erkrankungen der WirbelsäuleBehandlung: Schmerztherapie, Physiotherapie, physikalische Therapien sowie ggf. Injektionen - selten operative EingriffeDas können Sie selbst tun: Muskulatur stärken, rückengerecht bewegen und im Alltag körperlich aktiv bleiben
Was ist Spondylarthrose?Eine Spondylarthrose - oder Facettengelenksarthrose - ist eine Arthrose an der Wirbelsäule. Sie betrifft die kleinen Wirbelgelenke, die sogenannten Facettengelenke. Diese verbinden die Wirbel miteinander und machen den Rücken gleichzeitig stabil und beweglich. Im gesunden Zustand sind die Gelenkflächen von Knorpel überzogen, sodass möglichst wenig Reibung entsteht. Bei einer Spondylarthrose baut sich dieser Knorpel allmählich ab und die Gelenkflächen reiben zunehmend aufeinander. Das kann Entzündungen im Gelenk und knöcherne Anbauten verursachen.Fachleute unterscheiden zwischen verschiedenen Ausprägungen:Initiale Spondylarthrose: erste Abnutzungserscheinungen der GelenkknorpelHypertrophe Spondylarthrose: deutliche Veränderungen mit knöchernen AnbautenMultisegmentale Spondylarthrose: Arthrose, die mehrere Abschnitte der Wirbelsäule betrifftSpondylarthrose und Osteochondrose Arthrose der Wirbelgelenke tritt oft gemeinsam mit einer Osteochondrose auf. Dabei zeigen sowohl die Bandscheiben als auch die Wirbelkörper Abnutzungserscheinungen. Werden die Bandscheiben dünner und weniger elastisch, steigt die Belastung auf die Wirbelgelenke.Ursachen: Wie entsteht Spondylarthrose?Meist hat eine Arthrose im Rücken nicht eine einzelne Ursache, sondern geht auf das Zusammenspiel mehrerer Faktoren zurück:Altersbedingte Abnutzung: Mit zunehmendem Alter verschleißen die Strukturen der Wirbelsäule. Ob und wann diese Veränderungen Beschwerden verursachen, ist jedoch individuell sehr unterschiedlich.Belastungen im Alltag: Langes Sitzen, einseitige oder übermäßige Belastung, Übergewicht und chronische Fehlhaltungen belasten die Wirbelsäule ungünstig und verstärken den natürlichen Verschleiß.Erkrankungen und Verletzungen: Unfälle und Sportverletzungen, aber auch Skoliose , Wirbelgleiten ( Spondylolisthesis ) und Bandscheibenvorfälle begünstigen die Entstehung einer Spondylarthrose.
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Symptome einer SpondylarthroseDie Erkrankung entwickelt sich meist schleichend und löst zuerst oft nur bei Belastung Beschwerden aus. Typische Symptome der Arthrose im Rücken sind: Rückenschmerzen , vor allem bei längerem Stehen oder SitzenAnlaufschmerzen nach RuhephasenDruckempfindlichkeit an den betroffenen WirbelnMorgendliche SteifheitBewegungseinschränkungenBei Nervenreizung ggf. Empfindungsstörungen wie Taubheit oder KribbelnUnterschiede zwischen einer Spondylarthrose der LWS und HWSBei der sogenannten lumbalen Spondylarthrose sind die Gelenke der Lendenwirbelsäule (LWS) betroffen. Die Beschwerden machen sich dabei meist im unteren Rücken bemerkbar und können in das Gesäß und die Oberschenkel ausstrahlen. Eine zervikale Spondylarthrose betrifft die Halswirbelsäule (HWS). Sie verursacht typischerweise Symptome im Nacken- und Schulterbereich - gelegentlich auch Kopfschmerzen oder Schwindel. Auf Warnzeichen achtenHinter Rückenschmerzen können zahlreiche Ursachen stecken. Oft sind sie harmlos, manchmal aber auch ein Hinweis auf ernsthafte Erkrankungen, die rasch behandelt werden müssen. Beobachten Sie Ihren Körper und nehmen Sie Warnzeichen ernst. Starke Gefühlsstörungen, Lähmungen oder andere neurologische Symptome sind nicht typisch für eine Facettengelenksarthrose und können auf andere Erkrankungen hinweisen. Holen Sie bei solchen Beschwerden immer ärztlichen Rat ein. Diagnose und Behandlung bei Spondylarthrose: OP ja oder nein?Wenn der Verdacht auf eine Arthrose der Wirbelsäule besteht, stützt sich die Diagnose auf das ärztliche Gespräch, eine körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren. Röntgenaufnahmen oder eine Computertomografie (CT) eignen sich für die Beurteilung der knöchernen Strukturen. Eine Magnetresonanztomografie (MRT) kann die für eine Spondylarthrose typischen Weichteilveränderungen am Gelenk sichtbar machen. Eine spezielle diagnostische Methode ist die sogenannte Facettenblockade: Die behandelnde Person spritzt dabei ein Betäubungsmittel direkt in das verdächtige Gelenk. Bessern sich die Schmerzen daraufhin, deutet dies auf eine Facettengelenksarthrose hin. Ist die Diagnose gesichert, stehen zur Behandlung meist konservative Methoden im Vordergrund, etwa: Physiotherapie SchmerzmedikamenteInjektionen mit Kortison und ggf. lokalem Betäubungsmittel (periradikuläre Schmerztherapie) Manuelle Therapie Wärmeanwendungen Elektrotherapie Verbessern sich starke Beschwerden auch über Monate hinweg nicht oder treten neurologische Ausfälle auf, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin zur Operation raten.
Rücken-OP: Ja oder nein? Eine Operation ist bei Spondylarthrose nur selten notwendig, sodass Sie Risiken und Nutzen immer gründlich abwägen sollten. Die TK unterstützt Sie bei dieser wichtigen Entscheidung: Über das Zweitmeinungsangebot DocRobin erhalten Sie eine unabhängige ärztliche Einschätzung Ihrer individuellen Situation.
Welche Übungen helfen bei einer Arthrose der Wirbelsäule?Bewegung zählt zu den wichtigsten und wirksamsten Therapiebausteinen. Neben regelmäßiger körperlicher Aktivität ist bei Spondylarthrose vor allem die Kräftigung und Mobilisierung der Rumpfmuskulatur entscheidend. Folgende Übungen eignen sich bei Spondylarthrose der LWS:Beckenmobilisation: Legen Sie sich mit angewinkelten Beinen auf den Rücken. Kippen Sie das Becken dann leicht nach hinten, sodass der untere Rücken sanft auf den Boden drückt. Halten Sie die Position kurz und lösen Sie sie wieder.Superman: Legen Sie sich auf den Bauch und strecken Sie die Arme nach vorne aus. Heben Sie die Arme und Beine leicht vom Boden ab und halten Sie die Spannung im Rücken, ohne ihn zu überstrecken.Diese Übungen können Ihnen bei Spondylarthrose der HWS helfen:Nackenrotation: Sitzen oder stehen Sie gerade und bewegen Sie den Kopf langsam und kontrolliert von links nach rechts, bis Sie eine leichte Dehnung verspüren.Schulterkreisen: Lassen Sie die Schultern langsam nach hinten kreisen und halten Sie sie dort für einige Sekunden. Wiederholen Sie die Bewegung einige Male und kreisen Sie dann nach vorne.Wichtig: Brechen Sie Übungen ab, wenn sie Ihre Schmerzen verschlimmern.Auch moderates Krafttraining, Yoga oder Pilates sind bei Spondylarthrose in der Regel gut geeignet - vorausgesetzt, die Übungen werden rückenfreundlich und korrekt ausgeführt. Am besten üben Sie neue Trainingsformen erst unter fachkundiger Anleitung oder besprechen Ihre individuellen Voraussetzungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
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Kann Spondylarthrose zur Berufsunfähigkeit führen?In den meisten Fällen führt die Erkrankung nicht zur Berufsunfähigkeit. Durch geeignete Maßnahmen lassen sich die Beschwerden langfristig oft verbessern. Bei akuten Schmerzen kann eine vorübergehende Krankschreibung sinnvoll sein. Wie lange Sie bei Spondylarthrose krankgeschrieben sind, hängt unter anderem davon ab, in welchem Beruf Sie arbeiten und welche Behandlung geplant ist.
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