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Spondylodiszitis (Bandscheibenentzündung): Symptome, Ursachen und Therapie
Eine Spondylodiszitis ist eine schwerwiegende Erkrankung, bei der schnelles Handeln gefragt ist. Mit Antibiotika, gezielter Mobilisierung und viel Geduld heilt die Entzündung an der Wirbelsäule jedoch oft vollständig aus.
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Louisa Bühler, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Spondylodiszitis auf einen Blick Was ist das? Entzündung der Bandscheiben und der angrenzenden WirbelkörperTypische Symptome: anhaltende starke Rückenschmerzen mit ausgeprägtem KrankheitsgefühlUrsachen: meist bakterielle InfektionenBehandlung: mehrwöchige Akuttherapie mit Antibiotika, anschließend rückenstärkende Maßnahmen
Was ist eine Spondylodiszitis?Bei einer Spondylodiszitis - oder Spondylodiscitis - handelt es sich um eine Entzündung der Bandscheiben und der benachbarten Wirbelkörper. Meist ist die Lendenwirbelsäule (LWS) oder die Brustwirbelsäule (BWS) betroffen, seltener die Halswirbelsäule (HWS).Selten, aber ernst zu nehmen: Eine Entzündung der Wirbelsäule kommt nicht häufig vor, kann aber ohne rechtzeitige Behandlung schwerwiegend verlaufen. Zögern Sie deshalb nicht, Ihre Symptome ärztlich abklären zu lassen, wenn Sie eine Spondylodiszitis vermuten.Ursachen und Risikofaktoren: Wie bekommt man eine Entzündung an der Wirbelsäule?In den meisten Fällen sind Bakterien der Gattung Staphylococcus aureus für eine Spondylodiszitis verantwortlich. Der ursprüngliche Infektionsherd liegt aber oft außerhalb der Wirbelsäule - etwa auf der Haut, im Verdauungstrakt, in den Atem- oder Harnwegen. Über Blutbahnen und Lymphwege können die Erreger in die Wirbel und Bandscheiben gelangen. Selten wird eine Entzündung der Wirbelsäule durch Operationen oder Injektionen am Rücken ausgelöst.Manche Menschen haben ein höheres Risiko für eine Bandscheibenentzündung. Das liegt daran, dass sich die Infektion wegen eines geschwächten Immunsystems leichter ausbreiten kann, beispielsweise durch:Ein höheres AlterEine allgemeine Immunschwäche (Immundefizienz)Therapien, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppression)Bestimmte Erkrankungen, beispielsweise Diabetes mellitus , Adipositas , Krebserkrankungen , Niereninsuffizienz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen Übermäßigen AlkoholkonsumSymptome einer SpondylodiszitisEine Entzündung der Wirbelsäule beginnt oft schleichend, sodass sich die Beschwerden über Wochen langsam steigern. Die typischen Symptomen einer akuten Spondylodiszitis sind:Starke Rückenschmerzen - oft auch nachts und in RuhephasenDruck-/Klopfschmerz an der betroffenen StelleEinschränkungen der BeweglichkeitFieberNächtliches SchwitzenGewichtsverlustMüdigkeit und ausgeprägtes KrankheitsgefühlWenn die Nervenstränge im Wirbelkanal durch die Bandscheibenentzündung gereizt werden, können außerdem neurologische Symptome auftreten.Spondylodiszitis oder Bandscheibenvorfall?Auch ein Bandscheibenvorfall kann Rückenschmerzen und Missempfindungen verursachen. Anders als bei einer Spondylodiszitis werden die Beschwerden aber in der Regel nicht von einem allgemeinen Krankheitsgefühl begleitet. Besprechen Sie Ihre Symptome immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, um die Ursache eindeutig abzuklären.Diagnose: Wie wird eine Entzündung an der Wirbelsäule festgestellt?Ob eine Spondylodiszitis vorliegt, zeigen neben Anamnese und körperlicher Untersuchung folgende Untersuchungen:Bestimmung der Blutwerte: Typisch für eine Entzündung der Wirbelsäule sind erhöhte Entzündungswerte im Blut, zum Beispiel das C-reaktive Protein (CRP), die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und die Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten).Bildgebende Verfahren: Eine Magnetresonanztomografie (MRT) macht entzündliche Veränderungen an Bandscheiben, Wirbelkörpern und dem angrenzenden Weichgewebe sichtbar. Ergänzend kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin eine Computertomografie (CT) zur Beurteilung der knöchernen Strukturen veranlassen.Mikrobiologische Analyse: Welcher Erreger die Bandscheibenentzündung verursacht, lässt sich durch Blutkulturen nachweisen. Manchmal ist zusätzlich eine kleine Gewebeprobe notwendig, die im Labor untersucht wird.Therapie der SpondylodiszitisDie Behandlung einer Bandscheibenentzündung erfordert Geduld und eine engmaschige ärztliche Begleitung. Die wichtigste Maßnahme ist in der Regel eine mehrwöchige Antibiotikatherapie - zu Beginn meist intravenös und anschließend als Tabletten. Welcher Wirkstoff dabei eingesetzt wird, hängt vom Erreger ab. In der Akutphase kann eine vorübergehende Ruhigstellung der Wirbelsäule den Heilungsprozess unterstützen, beispielsweise durch ein Korsett oder spezielle Orthesen. Klingt die Entzündung wieder ab, hilft eine Physiotherapie dabei, Beweglichkeit und Muskelkraft wiederherzustellen.Wann wird bei Spondylodiszitis operiert?Eine Operation ist bei einer Entzündung der Bandscheiben nur selten notwendig. Zu den möglichen Gründen zählen Abszesse oder schwere Schädigungen der Wirbelsäule, die deren Stabilität beeinträchtigen. Treten neurologische Ausfälle auf, wird in der Regel sofort operiert, um die betroffenen Nervenstränge zu entlasten.
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Krankenhausaufenthalt und VerlaufWie lange Sie bei einer Spondylodiszitis im Krankenhaus bleiben, ist unterschiedlich und hängt davon ab, wie gut Ihr Körper auf die Behandlung anspricht. Die mehrwöchige Akuttherapie mit Antibiotika läuft zu Beginn meist stationär im Krankenhaus über eine Infusion. Und auch nach dem Krankenhausaufenthalt ist häufig Geduld gefragt: Insgesamt kann die Therapie einer Spondylodiszitis zwischen 6 und 12 Wochen dauern.Die konsequente Nachsorge ist bei einer Bandscheibenentzündung besonders wichtig. Regelmäßige Kontrollen der Entzündungswerte im Blut helfen dabei, den Behandlungserfolg zu beurteilen und Komplikationen früh zu erkennen. Abhängig von Ihrer individuellen Situation kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin außerdem regelmäßige Kontroll-MRTs zur Nachsorge empfehlen.Prognose und mögliche KomplikationenJe früher eine Spondylodiszitis erkannt und behandelt wird, desto besser sind meist auch die Heilungschancen. Bei einer frühen und konsequenten Therapie kann die Entzündung in vielen Fällen gut kontrolliert werden und vollständig ausheilen.Wird die Erkrankung erst spät behandelt, sind dagegen bleibende Schäden möglich. Dazu zählen unter anderem Abszesse, eine dauerhafte Instabilität der Wirbelsäule sowie neurologische Störungen. In sehr seltenen Fällen kann sich die Entzündung im Körper ausbreiten und lebensbedrohlich werden.Handeln Sie frühzeitig - für Ihre Gesundheit: Sprechen Sie zeitnah mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie eine Spondylodiszitis vermuten. So können Sie selbst zur bestmöglichen Prognose beitragen.Kann man nach einer Spondylodiszitis wieder normal leben?Während der Heilungsphase ist es wichtig, den Körper zu schonen und Überlastung zu vermeiden. Sobald die Entzündung vollständig ausgeheilt ist, können Betroffene aber meist in Alltag, Hobbys und Beruf zurückkehren. Eine Physiotherapie oder Rehabilitation kann im Anschluss dabei helfen, die Rückenmuskulatur wiederherzustellen.
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Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) e. V.: S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Spondylodiszitis. 1. Auflage, Stand: 26.08.2020. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/151-001l_S2k_Diagnostik-Therapie-Spondylodiszitis_2025-09-abgelaufen.pdf (abgerufen am: 02.02.2026). abgelaufen - in ÜberarbeitungDocCheck Flexikon: Spondylodiszitis, 10.12.2023. URL: https://flexikon.doccheck.com/de/Spondylodiszitis (abgerufen am: 02.02.2026).Pschyrembel Online: Spondylodiszitis, o. J. URL: https://www.pschyrembel.de/Spondylodiszitis/K0LCL (abgerufen am: 02.02.2026).Universitätsklinik für Neurochirurgie - Inspelspital Bern: Spondylodiszitis, o. J. URL: https://neurochirurgie.insel.ch/erkrankungen-spezialgebiete/spondylodiszitis (abgerufen am: 02.02.2026).Universitätsklinikum Heidelberg: Entzündliche Veränderungen der Wirbelsäule (Spondylitis, Spondylodiszitis), o. J. URL: https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/erkrankungen/entzuendliche-veraenderungen-der-wirbelsaeule-spondylitis-spondylodiszitis-219509 (abgerufen am: 02.02.2026).
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