Wenn Sie eine gesetzliche Rente der deutschen Rentenversicherung (DRV), eine ausländische gesetzliche Rente, Versorgungsbezüge (zum Beispiel eine Betriebsrente oder eine einmalig gezahlte Kapitalleistung) oder Einkommen aus einer nebenberuflichen selbstständigen Tätigkeit beziehen und nebenher eine versicherungspflichtige Beschäftigung ausüben, kann es dazu kommen, dass Sie zu viele Beiträge zur Kranken- oder Pflegeversicherung zahlen. Diese Beiträge zahlen wir Ihnen auf Antrag natürlich zurück.

Arbeiten Sie nebenher in einem sozialversicherungspflichtigen Job, gelten Sie für die Sozialversicherung als pflichtversicherte Arbeitnehmerin oder pflichtversicherter Arbeitnehmer, auch wenn Sie eine gesetzliche Rente der DRV, eine ausländische gesetzliche Rente, Versorgungsbezüge oder Einkommen aus einer nebenberuflichen selbstständigen Tätigkeit erhalten. Eine Beschäftigung ist grundsätzlich sozialversicherungspflichtig, wenn Sie mehr als 450 Euro im Monat verdienen.

Ihr Arbeitgeber führt dann für Sie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab. Und die Rentenversicherung zahlt Ihnen nicht nur Ihre Rente aus, sondern behält auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung aus Ihrer gesetzlichen Rente ein. Unter Umständen zahlen Sie weitere Beiträge, zum Beispiel auf Ihre Versorgungsbezüge aus der betrieblichen Altersvorsorge.

Entscheidend ist die Beitragsbemessungsgrenze

Dadurch kann es dazu kommen, dass Sie insgesamt zu viele Beiträge zur Kranken- oder Pflegeversicherung zahlen. Nämlich dann, wenn Sie und die verschiedenen Stellen, die für Sie Beiträge abführen, zusammen Beiträge auf ein Gesamteinkommen gezahlt haben, das über der Beitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung liegt. Die Beitragsbemessungsgrenze ist die Obergrenze des Einkommens, auf das Sie Beiträge zahlen müssen. Sie wird jährlich vom Gesetzgeber festgelegt.

So erhalten Sie zu viel gezahlte Beiträge zurück

Fordern Sie die zu viel gezahlten Beiträge einmal jährlich am Anfang des Folgejahres für das Vorjahr von der TK zurück. Ein formloser Antrag mit Angabe Ihrer aktuellen Bankverbindung genügt. Bitte fügen Sie auch gleich Kopien Ihrer monatlichen Gehaltsabrechnungen für das Vorjahr bei. Wir brauchen Kopien der Gehaltsabrechnungen für jeden Monat im Vorjahr, in dem Sie beschäftigt waren. Die Lohnsteuerbescheinigung für das ganze Jahr reicht nicht aus. Alle Angaben, die nicht Ihre Brutto-Entgelte zur Kranken- und Pflegeversicherung betreffen, können Sie schwärzen.

Sie haben zeitweise Krankengeld erhalten und haben deshalb für diesen Zeitraum keine Gehaltsabrechnungen? Dann senden Sie uns bitte nur die Abrechnungen, die Sie für das Vorjahr von Ihrem Arbeitgeber bekommen haben.

Haben Sie durchgehend Krankengeld bezogen und keine Gehaltsabrechnungen erhalten, stellen Sie nur einen formlosen Antrag ohne Anlagen.

Am einfachsten schicken Sie uns eine Online-Nachricht über "Meine TK" oder die TK-App unter dem Stichwort "Erstattung Beiträge". Laden Sie dort Ihre Unterlagen hoch: 

Nachricht an die TK

Mit einer Nachricht können Sie höchstens zehn Anlagen hochladen. Bei mehr als zehn Anlagen schicken Sie uns bitte mehrere Nachrichten.

Wenn Sie noch nicht die Vorteile unserer Online-Filiale nutzen, schicken Sie Ihren Antrag mit Angabe Ihrer Versichertennummer und Ihre Unterlagen bitte an die Postanschrift:

Techniker Krankenkasse
20901 Hamburg

Oder per Mail an versicherung@tk.de. Bitte beachten Sie, dass eine Mail ähnlich wie eine Postkarte von jedem mitgelesen werden kann.

Woran erkenne ich, ob ich zu viele Beiträge gezahlt habe?

Prüfen Sie Ihre eigenen Beitragsüberweisungen an die TK, Ihre Gehaltsabrechnungen und die Zahlungsbescheide Ihres Rentenversicherungsträgers. Falls Sie eine Betriebsrente oder andere Versorgungsbezüge erhalten, prüfen Sie auch diese Bescheide. In diesen Unterlagen sind in der Regel die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung aufgeführt. Haben Sie nachweislich insgesamt mehr gezahlt als die Höchstbeiträge, die sich aus der jeweils gültigen Beitragsbemessungsgrenze ergeben, haben Sie zu viele Beiträge gezahlt.

Sofern Sie als Beschäftigte/r freiwillig versichert  sind, kann es nicht dazu kommen, dass Sie zu viele Beiträge zahlen, da Sie aus den Einkünften neben Ihrer Beschäftigung keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen.

Zu viel gezahlt? Wir informieren Sie

Nachdem wir von Ihrem Arbeitgeber die Entgeltmeldung für das Vorjahr bekommen haben, informieren wir Sie jeweils im März, falls Sie im Vorjahr zu viele Beiträge zur Kranken- oder Pflegeversicherung bezahlt haben könnten.

Bei der Prüfung der gezahlten Beiträge berücksichtigen wir auch das von Ihrem Arbeitgeber gemeldete Entgelt.

Dieses kann aber höher sein als das Entgelt, aus dem die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung berechnet werden. Das ist zum Beispiel dann möglich, wenn Sie sich in Altersteilzeit befinden. In diesen Fällen besteht daher die Möglichkeit, dass Sie trotz unserer Information keinen Anspruch auf eine Erstattung von Beiträgen haben.
 

Übersicht über die Beitragsbemessungsgrenzen 

Jahr

Beitragsbemessungsgrenze pro Monat

2022

4.837,50 Euro

2021

4.837,50 Euro

2020

4687,50 Euro

2019

4.537,50 Euro

2018

4.425,00 Euro