Wenn Sie eine gesetzliche Rente beziehen und nebenher arbeiten und mehr als 450 Euro im Monat verdienen, kann es dazu kommen, dass Sie zu viele Beiträge zahlen. Diese Beiträge zahlt Ihnen die TK auf Antrag natürlich zurück.

Arbeiten Sie nebenher in einem sozialversicherungspflichtigen Job, gelten Sie für die Sozialversicherung als pflichtversicherter Arbeitnehmer, auch wenn Sie schon eine gesetzliche Rente erhalten. Sozialversicherungspflichtig sind Beschäftigungen, wenn Sie mehr als 450 Euro im Monat verdienen.

Ihr Arbeitgeber führt dann für Sie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab. Und die Rentenversicherung zahlt Ihnen nicht nur Ihre Rente aus, sondern überweist auch Ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung auf Ihre gesetzliche Rente an die Krankenkasse. Unter Umständen zahlen Sie weitere Beiträge, zum Beispiel auf Ihre Versorgungsbezüge aus der betrieblichen Altersvorsorge.

Entscheidend ist die Beitragsbemessungsgrenze

Dadurch kann es dazu kommen, dass insgesamt zu viele Beiträge für Sie überwiesen werden. Nämlich dann, wenn die verschiedenen Stellen, die für Sie Beiträge abführen, zusammen Beiträge auf mehr Gesamteinkommen als derzeit 4.687,50 Euro monatlich für Sie zahlen. Dieser Wert entspricht der Beitragsbemessungsgrenze. Sie wird jährlich vom Gesetzgeber festgelegt. Im Jahr 2020 fallen daher auf Einkommen über 4.687,50 Euro monatlich keine Beiträge mehr an.

Fordern Sie die zu viel gezahlten Beiträge einmal jährlich am Anfang des Folgejahres für das Vorjahr von der TK zurück. Ein formloses Schreiben genügt. Am besten fügen Sie gleich Ihre Gehaltsabrechnungen bei.

Woran erkenne ich, ob ich zu viel Beiträge gezahlt habe?

Prüfen Sie Ihre eigenen Beitragsüberweisungen an die TK, Ihre Gehaltsabrechnungen und die Zahlungsbescheide Ihres Rentenversicherungsträgers. Falls Sie eine Betriebsrente oder andere Versorgungsbezüge erhalten, prüfen Sie auch diese Bescheide. In diesen Unterlagen sind in der Regel die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung aufgeführt. Haben Sie nachweislich insgesamt mehr gezahlt als die Höchstbeiträge, die sich aus der jeweils gültigen Beitragsbemessungsgrenze ergeben, haben Sie zu viel Beiträge gezahlt.

Beitragsbemessungsgrenzen 2014 bis 2019

Jahr

Beitragsbemessungsgrenze pro Monat

2019

4.537,50 €

2018

4.425,00 €

2017

4.350,00 €

2016

4.237,50 €

2015

4.125,00 €

2014

4.050,00 €

Monatliche Höchstbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung von 2014 bis 2019

Höchstbeiträge 2019

Höchstbeiträge 2018

Höchstbeiträge 2017

Höchstbeiträge 2016

Höchstbeiträge 2015

Höchstbeiträge 2014

Krankenversicherung**

694,24 €

685,88 €

678,60 €

661,06 €

635,25 €

627,75 €

Pflegeversicherung

138,39 €

112,84 €

110,93 €

99,58 €

96,94 €

95,18 €

oder Pflegeversicherung mit Zuschlag*

149,74 €

123,90 €

121,80 €

110,18 €

107,25 €

103,30 €

* Den Zuschlag zur Pflegeversicherung zahlen Kinderlose ab 23 Jahren, die ab 1940 geboren sind.

** Gesetzlich vorgesehene Berechnung: Die Beiträge aus dem allgemeinem Beitragssatz oder dem ermäßigtem Beitragssatz und dem TK-Zusatzbeitragssatz werden getrennt berechnet. In der Tabelle finden Sie die Summe aus beiden Teilbeiträgen.