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Ständig aufs Handy zu schauen, obwohl wir gerade mit unserer Partnerin oder unserem Partner zusammen sind, wird leicht als Botschaft verstanden: "Das Handy ist mir jetzt wichtiger als du." Der oder die andere fühlt sich zurückgesetzt und missachtet. Wer nicht einfach warten mag, bis er oder sie wieder die volle Aufmerksamkeit hat, vertieft sich aus Frust vielleicht gleich selbst ins Handy. Und schon ist die Chance auf echten Austausch vorbei. 

Wer sich gephubbt fühlt, ist unzufriedener mit der Beziehung. 

Die bisherige Forschung zum Thema zeigt: Wer sich häufiger "gephubbt" fühlt, ist oft auch generell unzufriedener mit der Beziehung. Phubbing kann Konflikte entfachen, die die Beziehung belasten. Es kann zu weniger Nähe, weniger intimen Gesprächen und sogar zu weniger Sex führen. 

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Prof. Dr. Anne Milek

Psychologin Prof. Anne Milek, Leiterin der Arbeitsgruppe Paar- & Familienpsychologie an der Universität Münster, forscht selbst zu diesem Thema. Sie sagt: "Phubbing ist ziemlich verbreitet. Wie sehr, wissen wir noch nicht, dazu gibt es noch nicht viele Studien. Aber was wir schon wissen, ist: Diejenigen, die sich häufiger gephubbt fühlen, berichten von mehr Problemen in der Partnerschaft. Sie fühlen sich weniger verstanden, sind unzufriedener und erleben weniger Intimität."  Warum das so ist, möchte Anne Milek in eigenen Studien herausfinden. Sie vermutet: "Phubbing ruft ein Gefühl von Ausgeschlossenheit hervor. Dadurch entstehen weitere negative Gefühle und Konflikte." Tatsächlich konnten sie und ihr Team nachweisen, dass diejenigen, die von häufigerem Phubbing berichteten, sich stärker ausgeschlossen fühlten und ihre Bedürfnisse nach Wertschätzung, Teilhabe und Kontrolle weniger erfüllt wurden. 

Ihr Handy behindert Ihr Sexualleben. 

So bleibt die Beziehung ungestört 

Das Handy einfach aus der Beziehung herauszuhalten, das kann nicht funktionieren. "Dazu ist es einfach zu multifunktional", sagt Anne Milek. Und sinnvoll ist es auch nicht, schließlich können wir uns damit auch in vielerlei Weise positiv verbinden. Umso wichtiger ist es, dass wir einen Umgang damit finden, der unserer Beziehung gut tut.

Do´s und Don´ts zum Handy in Beziehungen

Anne Milek fasst die Ergebnisse aus den bisherigen Forschungen so zusammen: 

  • Halten Sie das Handy aus Ihrem Schlafzimmer fern. Es behindert Ihr Sexualleben. 
  • Lassen Sie beim gemeinsamen Essen das Smartphone aus, damit Sie Zeit haben für intime Gespräche. 
  • Wenn die Handy-Gewohnheiten des oder der anderen Sie stören: Sprechen Sie es freundlich, zeitnah und konkret an. Aber nicht in der Situation, in der Sie schon genervt sind, sondern dann, wenn Sie beide entspannt sind. 
  • Bleiben Sie bei sich. Erklären Sie, wie es Ihnen geht, wenn er oder sie mit seiner Aufmerksamkeit nicht bei Ihnen ist. Hören Sie auch die andere Seite an. 
  • Überlegen Sie gemeinsam Lösungen und treffen Sie Absprachen. Zum Beispiel handyfreie Zonen und Zeiten. Oder vereinbaren Sie ein Codewort oder ein Zeichen, mit dem Sie zu verstehen geben: "Jetzt fühle ich mich gestört, wenn du so viel aufs Handy schaust." 
  • Schauen Sie sich nach einigen Wochen an, ob Ihre bisherigen Absprachen noch sinnvoll sind, und verhandeln Sie sie neu, wenn nötig. 

An Studie teilnehmen

Wie wirkt sich das Smartphone auf Beziehungen und Gefühle aus? Wo ist es hilfreich, wo kann es zu Konflikten, Stress und Schlafstörungen führen? Wie gehen Paare damit um? Was hilft, was nicht? Diese Fragen untersuchen Prof. Anne Milek und die Arbeitsgruppe Paar- und Familienpsychologie an der Universität Münster in einer aktuellen Studie. Mitmachen können Paare, die gemeinsam in einem Haushalt leben, seit mindestens sechs Monaten zusammen sind und beide ein Smartphone besitzen, davon mindestens ein Android-Gerät. Sie haben Lust, teilzunehmen? Informieren Sie sich auf der Seite der Universität Münster über die Rahmenbedingungen

Medienkompetenz muss gelernt werden

Sich selbst und seine Liebsten gegen Handy-Stress und Internetsucht schützen. Smartphone, Web und Social Media konstruktiv, sicher und wirklich sozial nutzen - diese Herausforderungen müssen wir von Kindheit an bewältigen lernen. Sie beschäftigen uns das ganze Leben, privat und im Beruf. Die Techniker hilft dabei mit ihren Angeboten zur Medienkompetenz - für Schulen, Kinder und Jugendliche und für Erwachsene. 

Zum Beispiel mit dem TK-MedienUniversum , einer Plattform mit fächerübergreifendem Unterrichtsmaterial zur Medienbildung für Lehrkräfte in Grundschulen, oder mit Angeboten gegen Cybermobbing und Mobbing  in der Schule. Welche Bedeutung das auch für Berufstätige ist, hat die TK  2021 in einer eigenen Studie zur Digitalkompetenz bei Erwachsenen in Deutschland untersucht. Erfahren Sie mehr zur Studie in unserem Themenspezial zur Medienkompetenz.