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Schritt 1: Vergiss die Gurus

Du könntest ein ganzes Bachelor-Studium wegprokrastinieren mit all den Texten selbst ernannter Zeitmanagement-Götter, die auf Instagram und in anderen Medien verkünden, sie hätten die ultimative Morning Routine entwickelt, die Killer-To-Do-Liste und sowieso den Schlüssel zu Glück und Erfolg. 

Prokastinieren kommt aus dem Lateinischen und leitet sich ab von dem Begriff procastinare, was übersetzt vertagen bedeutet. Wer sich häufig nicht so recht durchringen kann, etwas fertigzustellen oder eine Arbeit überhaupt zu starten, dem hängt man gern den Charakterzug "Aufschieber" oder "Trödler" an. Extremes und damit krankhaftes Aufschieben wird Prokrastination genannt.   

Wenn du genau hinschaust, merkst du schnell: Die meisten Super-Tipps sind entweder banal, passen gar nicht in dein Leben - oder sind einfach nur ein neuer Aufguss von Klassikern wie "Der Weg zum Wesentlichen" oder "Wie ich die Dinge geregelt kriege". Daher schau dir einfach unsere Basics an - sie werden dir helfen, künftig schneller ins Doing zu kommen.

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Schritt 2: Bestandsaufnahme

Jedes gute Zeitmanagement beginnt mit einer Bestandsaufnahme: Womit verbringt du deine Tage, Abende und Nächte? Führe ein paar Wochen lang ein simples Tagebuch, in dem du alles aufschreibst, was du machst und von wann bis wann: Vorlesung, lernen, telefonieren, Insta checken, lesen, in den Club gehen, zocken - das fühlt sich am Anfang komisch an, hilft aber, Muster zu erkennen. Und es zeigt, wo Zeiträuber lauern: Zerschießt du dir zum Beispiel immer deine Lernsessions mit vielen einzelnen Chats und kommst darum nie so richtig voran? Dann bündele all diese kleinen Zeiträuber in einen Block. Also erst alle Freunde anpingen und ein Lebenszeichen geben - dann Handy aus oder wenigstens in den Nicht-Stören-Modus und einen sauberen Lernblock durchziehen. 

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Schritt 3: To-Do-Liste bauen

Wie versprochen: die To-Do-Liste. Sie dient dazu, deinen Kopf zu entlasten. Egal ob auf Papier oder in Apps wie Todoist oder Zenkit To Do: Alles, was wir aufschreiben, können wir nicht mehr vergessen. Das beruhigt. Und es hilft dir dabei, alles dahin zu organisieren, wo es gut in deine Tage passt. Das ist auch ein zentraler Punkt der Getting-Things-Done-Methode: Bündele ähnliche Aufgaben und erledige sie möglichst am Stück, wenn es zeitlich passt und du in der richtigen Verfassung dafür bist. Also lieber ein Block, in dem du Krankenkasse, Studierendenwerk und Bafög-Amt bedienst, als dich dreimal am Tag jammernd mit der Bürokratie zu beschäftigen.

Wenn es dir schwerfällt, all die kleinen Ablenkungen auszuschalten, während du eine Lerneinheit durchziehst, kannst du es mit der Pomodoro-Technik versuchen: Dabei stellst du dir einen Timer auf 25 Minuten und arbeitest in dieser überschaubaren Zeit konzentriert. Wenn dir irgendetwas anderes durch den Kopf geht, was du gerade TOTAL wichtig findest schreib es als Stichwort auf einen Zettel. Wenn der Wecker klingelt darfst du fünf Minuten lang etwas anderes machen, dann kommt die nächste Einheit.

Schritt 4: Deine Leistungskurve finden

Nachteule oder Frühaufsteher? Wann kannst du am besten zuhören? Wann rockst du geniale Papers runter und wann kannst du bestenfalls deine Socken fehlerfrei nach Farben sortieren? Spontan wissen das die wenigsten Menschen - oder sie lassen sich leiten von romantischen Vorstellungen wie "am kreativsten bin ich abends bei einer Flasche Rotwein". Spoiler: In den meisten Fällen ist das Quatsch, und die traurige Wahrheit ist, dass viele Geistesgrößen nicht wegen, sondern trotz ihres Alkohol-Habits Großes zu Papier gebracht haben. 

Also: Höre in dich rein, während du dein Tagebuch befüllst: Wann fallen dir welche Aufgaben besonders leicht? Und experimentiere ruhig: Tue Dinge zu ungewohnten Tageszeiten - vielleicht stellst du zu deinem Entsetzen fest, dass du morgens um Sieben brillant bist und in 30 Minuten erledigst, womit du dich sonst drei Stunden lang quälst.

Schritt 5: Deine Woche planen

Fehler Nummer eins vieler Erstsemester: Sie ballern sich den Kalender bis zur letzten Minute voll und wundern sich dann, wenn ihnen spätestens in Semesterwoche zwei alles um die Ohren fliegt, weil sich das Leben eben nicht komplett planen lässt - irgendwas kommt IMMER dazwischen. 

Also: Trage in deinen Kalender nicht nur die reinen Vorlesungs-, Seminar- und Übungszeiten ein - plane immer auch die Zeiten mit, die du brauchst, um jede Veranstaltung sinnvoll vor- und nachzubearbeiten. Sei realistisch, auch wenn dein Kalender ratzfatz vollläuft! Im Zweifelsfall belege lieber einen Kurs weniger, als ständig Nachtschichten einzulegen. 

Ganz wichtig: In deinen Kalender gehören auch deine privaten Termine. Block dir feste Zeiten für alles, was dir wichtig und ein guter Ausgleich ist. Sport, Musik, Freunde treffen, mal wieder was lesen, ein Strategiespiel am PC, Instagram - all das braucht einen Platz, damit du dich darauf freuen und Kraft daraus ziehen kannst.

Und jetzt kommt die ultimative Challenge: Lass Freiraum in deinem Kalender! Wenn du alles eingetragen hast, was du tun musst und willst, sollte immer noch Luft sein für Unvorhergesehenes. Idealerweise hast du 50 Prozent Freiraum im Kalender. Schafft kaum keiner, ist aber ein gutes Ziel.

Schritt 6: Routinen entwickeln

Klingt nach Kreativitätskiller und Spießer-Korsett, ist aber der wichtigste Tipp vieler Musiker, Schriftsteller und Wissenschaftler: Du musst nicht unbedingt VIEL Zeit am Schreibtisch verbringen - aber tue es regelmäßig, zu festen Zeiten, die dir heilig sind. Lieber jeden Tag eine Stunde, die du wirklich produktiv lernst oder kreativ bist, als kurz vor Schluss drei Tage durchackern und dich über das zweitklassige Ergebnis ärgern. Literaturtipp: In "Pause" beschreibt Alex Soojung-Kim Pang, wie wenig Zeit am Tag berühmte Geistesgrößen wirklich mit harter Arbeit verbringen - weil sie wissen, dass es vor allem auf Beständigkeit ankommt und wir unser Gehirn nicht beliebig melken können. Bonus-Nutzen: Routinen entlasten das Gehirn und fördern Kreativität.

Schritt 7: Chillen!

Vergiss nie: Das ganze Zeitmanagement hat nur dann einen Sinn, wenn es dich glücklicher und entspannter macht. Selbstmanagement ist dafür da, dass du zu dir selbst kommst, weil du wieder Zeit für dich hast und die Dinge, die wichtig für Dich sind. Und für all das herrliche Chaos, das im Studentenleben auf dich wartet. Have fun!