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Pflegereform 2027 im Überblick - das ist geplant
Bisher gibt es erst einen Kabinetts-Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung (PNOG). Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen. Wir informieren daher über geplante Neuregelungen, die sich im Laufe des Gesetzgebungsverfahren noch ändern können.
Mehr Einnahmen für die PflegeversicherungDie Beitragsbemessungsgrenze soll neben der jährlichen Anpassung 2027 zusätzlich um 300 Euro monatlich, das heißt um 3.600 Euro im Jahr angehoben werden. Beschäftigte mit einem höheren Einkommen würden danach mehr für die Pflegeversicherung bezahlen. Auch der Arbeitgeberanteil stiege dann an.Der Beitragszuschlag für Kinderlose soll von 0,6 auf 0,9 Prozent steigen.Für Minijobs ist ein zusätzlicher Arbeitgeberbeitrag von 3,6 Prozent zur Pflegeversicherung geplant.Ab 2028 soll - wie bei der Krankenversicherung - die beitragsfreie Familienversicherung eingeschränkt werden. Für bisher beitragsfrei mitversicherte Ehegatten soll ein Beitragszuschuss in Höhe von 0,52 Prozent erhoben werden.Bündelung von Pflegeleistungen in BudgetsPflegeleistungen sollen einfach und flexibler genutzt werden können. Dazu werden verschiedene Einzelleistungen gebündelt:
Heutige Leistung
Das ist geplant
Pflegegeld (bei selbst organisierter Pflege); Verhinderungspflege, Verbrauchshilfsmittel
Pflegegeld: Das Pflegegeld wird erhöht. Pflegebedürftige stellen damit die erforderlichen körperbezogenen Pflegemaßnahmen, pflegerischen Betreuungsmaßnahmen und Hilfen bei der Haushaltsführung selbst sicher. Das gilt auch bei geplanter Abwesenheit einer Pflegeperson und Pflege durch eine Privatperson. Verbrauchshilfsmittel sind ebenfalls aus diesem Budget zu finanzieren. Damit entfällt das Einreichen von Rechnungen bei der Pflegekasse.
Pflegesachleistungen (Pflege durch einen Pflegedienst)
Pflegesachleistungen: Der Betrag für Sachleistungen wird erhöht. Mit diesem Budget wird die Pflege durch einen zugelassenen Pflegedienst finanziert. Die bisherige Umwidmung von bis zu 40 Prozent des monatlichen Anspruchs auf Pflegesachleistungen für Betreuungs- und Entlastungsangebote entfällt.
Entlastungsbetrag (anerkannte Unterstützungsangebote für den Alltag, Nachbarschaftshilfe)
Sozialraumbudget: Es ist für niedrigschwellige "Angebote zur Unterstützung im Alltag" (AZUA) und Nachbarschaftshilfe einsetzbar. Nicht genutztes Budget aus dem Jahr 2026 verfällt am 31. Dezember 2026. Ab 2027 kann neues Sozialraumbudget nur noch monatlich genutzt und nicht mehr wie bisher angespart werden. Berechtigt sind die Pflegegrade 2 bis 5. Der Leistungsbetrag soll erhöht und altersabhängig ausgezahlt werden (unter 25 Jahre = 300 Euro, über 25 Jahre = 175 statt 131 Euro).
Besonderheit Pflegegrad 1: Bisher konnte der Entlastungsbetrag als Zuschuss für die stationäre Pflege eingesetzt werden. Das entfällt ersatzlos. Es gibt aber einen Besitzstandsschutz.
Gemeinsamer Jahresbetrag aus Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege
Überbrückungsbudget (2.285 Euro pro Jahr) für akute Notsituationen entweder als stationäre Kurzzeitpflege oder als ambulante Pflegesachleistung. Ohne Notsituation soll bei Abwesenheit der Pflegeperson und Pflege durch eine Privatperson das Pflegegeld (siehe oben) verwendet werden.
Höhere Schwellenwerte für die Einstufung in einen PflegegradKünftig muss für die Pflegegrade 1 bis 3 eine höhere Punktzahl bei der Begutachtung erreicht werden, um in einen der 3 genannten Pflegegrade eingestuft zu werden. Es gibt einen Besitzstandsschutz für bestehende Pflegegrade. Es gibt wegen der gesetzlichen Änderung keine Neubegutachtungen.Keine Rentenversicherungsbeiträge für Pflegepersonen mit "Flexi-Rente"Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung für Pflegepersonen werden ab dem 01.01.2027 längstens bis zum Bezug einer Rente wegen Alters und dem Erreichen der Regelaltersgrenze von der Pflegeversicherung gezahlt.Weitere Änderungen ab 2028Die Leistungsbeträge sollen ab 2029 jährlich an die Kerninflationsrate angepasst werden.Stärkung der Prävention: Versicherte über 60 Jahre haben ab 2028 Anspruch auf eine spezielle Früherkennungsuntersuchung mit dem Fokus auf altersbedingte Erkrankungen. Durch eine frühe Erkennung Ihrer persönlichen Risiken können Sie gezielt vorbeugen - idealerweise, bevor eine Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit entsteht.Fachliche Pflegebegleitung zu Hause: Ab 2029 können Sie eine fachliche Pflegebegleitung und praktische Unterstützung für die Pflege zu Hause in Anspruch nehmen. Die frühzeitige, präventionsorientierte Begleitung unterstützt pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen dabei, die gesundheitliche und pflegerische Situation zu stabilisieren und zu verbessern. Ziel ist, dass Sie möglichst lange selbstbestimmt und selbständig zu Hause leben können.Ab dem 1.7.2028 stellen die Pflegekassen alle wichtigen Informationen und digitalen Angebote für pflegebedürftige Menschen und ihre pflegenden Angehörigen an einem einheitlichen digitalen Ort bereit. Statt lange selbst nach Informationen suchen zu müssen, reicht künftig ein einziger Login: Sie können darüber Anträge stellen, passende Anbieter finden und sich einfach und schnell über Pflegeleistungen informieren. Als TK bieten wir unseren Versicherten bereits jetzt ein digitales TK-Pflegeportal an.
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