Der 1,5 Meter lange Muskelschlauch verbindet den Ausgang des Dünndarms - er liegt ungefähr da, wo der Blinddarm ist - mit dem After. Der Dickdarm besteht aus einer fünfschichtigen Hülle. Die innerste Schicht der Hülle ist die Darmschleimhaut. Nur sie kommt mit den Nahrungsresten in Berührung.

Die Zellen der Schleimhaut leben nur wenige Tage, dann werden sie durch frische ersetzt und die alten werden abgestoßen. Der Dickdarm arbeitet ununterbrochen. 500 verschiedene Arten von Darmbakterien im Darm helfen dabei, den Nahrungsbrei zu verwerten und den Rest in Stuhl zu verwandeln.

Täglich kann der Dickdarm bis zu neun Liter Wasser durch die Darmwand zurück in den Körper schleusen, aber praktisch keine Nährstoffe. Sie wurden bereits alle vom Dünndarm in den Körper transportiert. Die eingedickten, fast nährstofffreien Nahrungsreste schiebt und drückt der Dickdarm dann Richtung Ausgang und entsorgt damit auch die verbrauchten Zellen der Darmschleimhaut.

Mit der Nahrung gelangen auch Krankheitserreger und andere für den Körper schädliche Umweltstoffe in den Darm. Deshalb liegen 80 Prozent der körpereigenen Abwehrzellen (des "Immunsystems“) im Darm. Sie machen die unerwünschten Eindringlinge unschädlich.

Millionen von Nervenzellen, mehr als im Rückgrat, sind um den Dickdarm herum angeordnet und steuern die komplizierte Verdauungsaufgabe. Dieses "Gehirn im Bauch“ sorgt dafür, dass der komplizierte Vorgang der Verdauung reibungslos abläuft. Es macht die Bauchgegend aber auch sehr empfindlich. Stress, Angst oder als "zu schwer“ empfundenes Essen können Verstopfungen, Krämpfe oder Durchfall auslösen. Entspannung, Freude und "leichte Kost“ führen zu einem guten "Bauchgefühl“.