Diese gewinnt er aus der Nahrung durch das Verbrennen von Nährstoffen. Unsere wichtigsten und schnellsten Energielieferanten sind Kohlenhydrate. Sie stammen überwiegend aus pflanzlichen Nahrungsquellen, die Zucker enthalten oder sich in Zucker umwandeln lassen, wie zum Beispiel Stärke aus Kartoffeln, Mehl, Brot, Obst und Gemüse.

Einfache oder reine Kohlenhydrate sind Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucker (Fruktose). Diese nimmt der Darm direkt in das Blut auf. Zusammengesetzte Zucker sind Rohrzucker, Malzzucker und Milchzucker. Solche Zucker müssen im Darm erst chemisch gespalten werden, bevor sie ins Blut gelangen können.

Ist Glukose im Blutkreislauf angekommen, steht sie den Körpergeweben zur Energiegewinnung zur Verfügung. Hierfür muss allerdings eine Voraussetzung erfüllt sein: Die meisten Zellen nehmen Glukose nur in Anwesenheit von Insulin auf. Das Hormon ist für den Transport des Zuckers aus dem Blut in die Zellen verantwortlich, die es dann für die Energiegewinnung verbrennen.

Nach einer glukosehaltigen Mahlzeit flutet besonders viel Glukose im Blut an. Hierdurch erhöht sich auch der Insulinbedarf kurzfristig, woran sich der Körper normalerweise anpasst: Hohe Blutzuckerspiegel stimulieren die Produktion und Abgabe von Insulin.

Über den Tag verteilt zeigen Blutzuckergehalt und Insulinspiegel ernährungsbedingte Schwankungen.

Neben der Aufgabe, das Einschleusen von Glukose aus dem Blut in die Zellen zu ermöglichen, hat Insulin noch weitere Stoffwechselfunktionen: Unter anderem beeinflusst das Hormon auch die Regulation des Fett- und Eiweißhaushalts.

Wo wird Insulin hergestellt?

Das Hormon Insulin ist ein Eiweiß (Protein), das aus zwei verschiedenen Aminosäureketten (Eiweißbausteine) besteht. Die Herstellung erfolgt in der Bauchspeicheldrüse in den sogenannten Betazellen, die in den Langerhans'schen Inseln liegen.

Die Bauchspeicheldrüse (medizinischer Fachbegriff: Pankreas) liegt quer im Oberbauch unterhalb des Magens und vor der Wirbelsäule. Das Organ wiegt etwa 60 bis 100 g, ist 15 bis 20 cm lang, maximal 9 cm breit und etwa 2 cm dick. Über das ganze Pankreas inselartig verteilt liegen die Langerhans'schen Inseln mit den Betazellen und anderen Zellen. Die Langerhans’schen Inseln produzieren das blutzuckersenkende Hormon Insulin und die Hormone Glukagon und Somatostatin. 

Innerhalb von 24 Stunden gibt die menschliche Bauchspeicheldrüse ungefähr 20 Prozent des gespeicherten Insulins ins Blut ab, das entspricht circa 40 Einheiten Insulin. Das Insulin gelangt über die Pfortader in den Blutkreislauf. Die Pfortader führte den Blutstrom in die Leber. Das von der Bauchspeicheldrüse in der Leber flutende Insulin baut die Leber zu rund 50 Prozent ab.

Geringer konzentriert gelangt Insulin in den allgemeinen Blutkreislauf und damit in andere Gewebe und Organe des Körpers. Abhängig von der Höhe des Blutzuckerspiegels schüttet die Bauchspeicheldrüse nach Mahlzeiten vermehrt Insulin aus, sodass der Insulin-Blutspiegel nach den Mahlzeiten ansteigt. Umgekehrt ist die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse zwischen den Mahlzeiten sowie bei körperlicher Belastung und in der Nacht sehr gering. Diese bedarfsgerechte Insulinabgabe regelt den Blutzuckerspiegel bei Gesunden innerhalb enger Grenzen.

Beim Typ-1-Diabetes liegt ein absoluter Insulinmangel vor. Das bedeutet, dass die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin bildet. Insulin ist aber lebensnotwendig, sodass Betroffene es lebenslang spritzen müssen. Wie beschrieben, ist Insulin eine aus zwei verschiedenen Aminosäureketten (Eiweißbausteine) zusammengesetzte Substanz. Zur Diabetes-Behandlung stehen Normalinsulin und auch sogenannte Insulinanaloga zur Verfügung. Bei den Insulinanaloga sind im Gegensatz zum Normalinsulin einige Aminosäuren ausgetauscht. 

Eine weitere wichtige Aufgabe der Bauchspeicheldrüse ist die Herstellung von Verdauungssäften (Enzyme), was den weitaus größten Teil der Organfläche (über 95 Prozent) beansprucht. Die Verdauungssäfte gelangen über einen Ausführungsgang direkt in den Zwölffingerdarm. Dort zerlegen sie Bestandteile der Nahrung.