Generell kann Cellulite am ganzen Körper entstehen, am häufigsten kommt sie jedoch an Po und Oberschenkeln vor, seltener sind Bereiche wie Bauch, Brüste oder Oberarme betroffen. 

Noch immer wird das Phänomen "Orangenhaut" von vielen Menschen gern "Cellulitis" genannt. Cellulitis ist aber im Gegensatz zur Cellulite eine ernst zu nehmende Erkrankung, und zwar eine durch Bakterien hervorgerufene Entzündung des Unterhaut-Bindegewebes, die sich meist im Gesicht und an den Beinen zeigt und auch Männer trifft.

Entgegen der landläufigen Meinung ist Übergewicht keine Cellulite-Ursache, auch sehr schlanke Frauen können sie bekommen. Doch scheint die Ausprägung der Hauterscheinungen mit einem höheren Gewicht zuzunehmen. Eher tragen offenbar folgende Faktoren zur Entstehung der Orangenhaut bei: der Aufbau der weiblichen Haut, vor allem der Unterhaut, die Gefäßversorgung und entzündliche Prozesse. Aber auch erbliche Veranlagung, Stress, Rauchen, Schwangerschaften und weibliche Hormone könnten sowohl die Entstehung als auch den Schweregrad beeinflussen.

Es gibt in der Unterhaut sogenannte Fettläppchen die durch Bindegewebsfasern (Septen) voneinander getrennt werden. Letztere sind bei Frauen anders angeordnet als bei Männern. Männer haben dickere Bindegewebssepten, die ziemlich parallel sowie schräg und teils gekreuzt zur oberen Haut verlaufen - das verleiht der Haut größere Stabilität. Bei Frauen dagegen verlaufen die eher dünnen Bindegewebssepten senkrecht zur Hautoberfläche.

Die somit flexiblere, weichere Haut der Frau bietet dem Druck des darunter liegenden Fettgewebes nur geringen Widerstand. So kann das Unterhautfettgewebe leichter bis in die oberen Hautschichten vordrängen und die Haut von außen sichtbar ausbeulen.

Wie wird Cellulite behandelt?

Die Therapie der Cellulite gestaltet sich schwierig. Zwar gibt es viele Behandlungsmöglichkeiten, doch nur wenige ernstzunehmende wissenschaftliche Untersuchungen. Einige der zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten werden im Folgenden kurz vorgestellt.

Grundsätzlich sollten die Cellulite verstärkende Faktoren vermieden werden. Dazu zählen unter anderem Stress, Übergewicht oder wenig Sport. Also: Gewicht reduzieren, Sport treiben und gesund ernähren, das könnte zumindest die Ausprägung der Orangenhaut mildern, auch wenn so die Entstehung vermutlich nicht verhindert wird.

Auch Wechselduschen haben einen hautstraffenden Effekt, denn sie regen die Durchblutung an. 

Massagetechniken sind eine weitere Möglichkeit. Dazu gehört das "Hautkneten" (Endermologie). Verwendet wird eine Handmaschine, die Hautfalten zwischen zwei Rollen aufnimmt und massiert. Die Anwendung erfolgt zweimal in der Woche über zehn bis 45 Minuten. Dass diese Methode tatsächlich wirkt, konnte bislang in nur wenigen wissenschaftlichen Untersuchungen gezeigt werden.

Inwieweit das Fettabsaugen (Liposuktion) helfen kann, ist umstritten. Prinzipiell könnte die Methode sinnvoll sein, doch gibt es neben Berichten über eine deutliche Besserung auch solche über eine starke Verschlechterung der Symptome. Erfolgversprechender scheint die Ultraschall-Liposuktion zu sein, der wissenschaftliche Beweis steht jedoch noch aus. Lasertechniken könnten künftig ebenfalls eine größere Rolle spielen.

Daneben werden viele Präparate zur Behandlung der Cellulite angeboten. Vermutlich helfen jedoch nur diejenigen, die Koffein oder Retinol (Vitamin A) enthalten. Diese wurden in wissenschaftlichen Studien als wirksam befunden.

Was können Sie selbst tun?

Wer der Cellulite vorbeugen oder das Hautbild verbessern möchte, sollte sich möglichst ausgewogen und fettarm ernähren. Hautstraffend wirken kaliumhaltige Lebensmittel wie Nüsse, Bananen, Kartoffeln, Spinat, Trockenobst und Tomaten, denn Kalium entwässert und festigt das Unterhautgewebe. Zu reichliches und zu fettes Essen lässt dagegen die Fettzellen wachsen, während stark salzige Nahrung zu Wasserablagerungen im Gewebe führt. Kaffee, Alkohol und Nikotin gelten als die ärgsten Feinde der Haut. Rauchen ist besonders schädlich, denn Nikotin verengt die Blutgefäße der Haut, drosselt die Durchblutung und verlangsamt dadurch den Stoffwechsel. So wird das Bindegewebe unmittelbar geschwächt.

Neben gesunder Ernährung bietet sich reichlich Bewegung und Sport an. Am besten wirkt eine Kombination von Ausdauersportarten wie Walking, Radfahren oder Schwimmen und einem kräftigenden Training. Zwei- bis dreimal die Woche spezielle Übungen für Po und Oberschenkel helfen, die Muskulatur der Problemzonen zu stärken und die Hautdellen zu glätten. Je kräftiger die Muskeln, desto weniger können sich die flächigen Fettablagerungen ausbreiten.