Verursacher einer Salmonelleninfektion sind bestimmte Bakterien, die Salmonellen, die über den Mund vorwiegend durch befallene Nahrungsmittel aufgenommen werden. Von diesen Erregern gibt es verschiedene Arten, die unterschiedliche Krankheiten auslösen können.

Typhus

Salmonella typhi verursacht den Typhus, eine schwere Allgemeinerkrankung mit Darmbeteiligung, die vor allem in warmen Ländern mit mangelhaften hygienischen Verhältnissen auftritt. Schätzungen zufolge sterben weltweit jedes Jahr 200.000 Menschen an dieser Infektionskrankheit. In Deutschland gibt es lediglich zwischen 50 und 100 Fälle pro Jahr, die in der Mehrzahl Reisende in Ländern mit unzureichenden hygienischen Bedingungen (zum Beispiel Indien, Pakistan, Nepal) betreffen.

Paratyphus

Eine ähnliche, aber meist leichter ausgeprägte Erkrankung, der Paratyphus, wird durch Salmonella paratyphi ausgelöst.

Salmonellose

Die in unseren Breiten vorherrschenden Salmonellenarten verursachen am häufigsten Magen-Darm-Infektionen (Gastroenteritis). Die Keime kommen in tierischen Lebensmitteln vor, zum Beispiel in Milchprodukten, Eiern und Ei-Produkten (wie etwa Mayonnaise), Geflügel, Meeresfrüchten und rohem Fleisch.

Salmonellen können mehrere Monate überleben und lassen sich auch durch Einfrieren nicht abtöten.

Von der Infektion sind überwiegend Säuglinge, Kleinkinder, alte Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem (zum Beispiel Leukämie- oder AIDS-Kranke) betroffen. Salmonelleninfektionen sind beim Gesundheitsamt meldepflichtig.

Wie bekommt man eine Salmonellen-Gastroenteritis?

Infektionsquelle Nummer eins für Salmonellen sind tierische Nahrungsmittel wie Produkte aus Eiern oder Milch, Geflügel und rohes Fleisch. Durch den Verzehr infizierter Lebensmittel gelangen die Bakterien in den Magen-Darm-Trakt und rufen die typischen Symptome hervor. Zu warm gelagerte Lebensmittel bilden einen ausgezeichneten Nährboden, auf dem sich die Erreger besonders schnell vermehren können.

Nach Kontakt mit Oberflächen oder anderen Lebensmitteln, die mit Salmonellen verunreinigt sind, kann auch von nicht tierischen Lebensmitteln ein Infektionsrisiko ausgehen (Kreuzkontamination).

Selten erfolgt die Übertragung von Salmonellen durch Menschen, die selbst an einer Salmonelleninfektion erkrankt sind und die Bakterien mit dem Stuhl ausscheiden. Wenn sie sich nach dem Toilettengang die Hände nicht ausreichend reinigen, können sie die Erreger an andere weitergeben, entweder über direkten Hand-Mund-Kontakt oder über Geschirr und Nahrungsmittel, die sie angefasst haben.

Auch Tiere, die Salmonellen ausscheiden, können die Erreger durch direkten Kontakt auf den Menschen übertragen. Dies geschieht allerdings sehr selten.

Woran erkennt man eine Salmonellen-Gastroenteritis?

Die ersten Krankheitssymptome zeigen sich wenige Stunden bis drei Tage nach Aufnahme der Erreger. Typisch sind plötzlich einsetzende wässrige Durchfälle, die Blut oder Schleim enthalten können. Hinzu kommen Übelkeit, Erbrechen, starke krampfartige Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und hohes Fieber. Die Betroffenen fühlen sich schwer krank.

Nach einigen Stunden bis Tagen klingen die Krankheitszeichen meist ab. Die Betroffenen erholen sich schnell, wenn der durch den Salmonellenbefall bedingte Flüssigkeitsverlust ausgeglichen wird.

Häufig verursacht eine Salmonelleninfektion auch nur leichte Durchfälle oder sie verläuft sogar ganz ohne Beschwerden.

Was können die Folgen sein?

Meist heilt eine Salmonelleninfektion bei sonst gesunden Menschen schnell und folgenlos aus. Aufgrund der wässrigen Durchfälle verliert der Körper aber sehr viel Flüssigkeit und wichtige Körpersalze. Wenn die Verluste nicht ausreichend ersetzt werden, kann diese Dehydratation zu einem Kreislaufkollaps führen. Bei Kleinkindern und älteren Menschen ist die Gefahr am größten.

Sehr selten lösen die Erreger eine Blutvergiftung (Sepsis) aus. Vor allem bei älteren Menschen können die Salmonellen andere Organe befallen und weitere Komplikationen wie Herzklappen-, Hirnhaut- oder Brustfellentzündungen sowie Knochen- und Gelenkentzündungen verursachen. In wenigen Fällen tritt einige Tage bis Wochen nach Beginn des Durchfalls eine Gelenkentzündung (reaktive Arthritis) auf.

Etwa einer von 1.000 Erkrankten stirbt an den Folgen der Salmonelleninfektion. Besonders hoch ist dieses Risiko für ältere und abwehrgeschwächte Menschen.

Wie lässt sich die Erkrankung nachweisen?

Die typischen Symptome wecken beim Arzt den Verdacht auf eine Salmonellen-Infektion. Der Nachweis des Erregers im Stuhl bestätigt den Verdacht. Zusätzlich kann der Arzt Erbrochenes, verdächtige Speisen oder Blut, besonders bei der Sepsis, auf Salmonellen testen.

Bereits der Verdacht auf Salmonellose ist von dem behandelnden Arzt beim Gesundheitsamt zu melden, sofern die betroffene Person im Lebensmittelbereich tätig ist oder auch mehrere Menschen gleichzeitig erkrankt sind. Ist eine Infektion nachgewiesen, so hat die Meldung bei allen Patienten innerhalb von 24 Stunden zu erfolgen.

Wie lange besteht Ansteckungsgefahr?

Nach Abklingen der akuten Infektion und der Beschwerden scheiden erwachsene Betroffene noch für etwa drei bis sechs Wochen Salmonellen mit dem Stuhl aus und sind in der Zeit für andere noch ansteckend. Bei Kindern unter fünf Jahren dauert die Ausscheidung von Salmonellen sieben Wochen oder länger. Sogenannte Dauerausscheider, bei denen sich die Bakterien längere Zeit, das heißt über mehr als sechs Monate, feststellen lassen, sind relativ selten.

Wie behandelt man eine Salmonelleninfektion?

Eine wichtige Maßnahme bei einer Salmonellose ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr, vor allem mit Wasser und Tee. Am besten nimmt man nur leichte, ballaststoffarme (gut verdauliche) Kost zu sich.

Gegebenenfalls kann zu Beginn der Erkrankung der vorübergehende Verzicht auf Essen, niemals jedoch auf die Flüssigkeitszufuhr, notwendig sein. Insbesondere bei Kleinkindern, Säuglingen und älteren Personen muss die Flüssigkeit mitunter über die Vene zugeführt werden, um starke Flüssigkeits- und Elektrolytverluste zu vermeiden beziehungsweise auszugleichen. Eine Überwachung der Kreislauffunktionen ist wichtig.

In der Regel erfolgt keine Therapie mit Antibiotika, da diese den Krankheitsverlauf kaum positiv beeinflussen, jedoch die Dauer der Salmonellenausscheidung mit dem Stuhl verlängern können. Bei Patienten mit schweren Verläufen und Komplikationen, wie zum Beispiel einer Sepsis, sowie bei Risikopatienten wie Säuglingen und kleinen Kindern, älteren Menschen oder Patienten mit einer Abwehrschwäche können Antibiotika durchaus sinnvoll sein. Vom Arzt werden dann meistens die Wirkstoffe Ampillicin, Ciprofloxacin oder Cotrimoxazol gegeben. Auch für Dauerausscheider eignet sich eine Behandlung mit Antibiotika. Die Medikamente verhindern die weitere Vermehrung der Salmonellen.

Wie kann man einer Salmonelleninfektion vorbeugen?

Eine der wichtigsten Maßnahmen, um Salmonelleninfektionen zu vermeiden, ist eine gute Lebensmittelhygiene:

  • Lebensmittel wie Geflügelfleisch, Salate, Mayonnaisen, Speiseeis, Seetiere sowie rohe Fleisch- und Wurstwaren im Kühlschrank aufbewahren und möglichst schnell essen oder verarbeiten. Lebensmittel, die als potenzielle Salmonellenträger infrage kommen, von anderen Nahrungsmitteln getrennt lagern.
  • Mit rohen Eiern zubereitete Speisen oder Süßspeisen, die nicht erhitzt werden, entweder sofort verzehren oder direkt nach der Zubereitung in den Kühlschrank stellen und dort maximal 24 Stunden lagern.
  • Alle Lebensmittel sollte man in regelmäßigen Abständen auf ihre Verfallsdaten hin kontrollieren.
  • Trockeneipulver sowie vorgefertigte Teigzubereitungen sofort nach dem Anrühren gut durchbacken. Kindern den rohen Teig nicht zum Essen geben. Immungeschwächte Personen und Kleinkinder sollten am besten auf Speisen mit rohen Eiern verzichten.
  • Salmonellen werden nur sicher abgetötet, wenn die Temperaturen im Inneren des Lebensmittels für mindestens zehn Minuten über 75 °C liegen. Deshalb ist es sinnvoll, Fünf-Minuten-Frühstückseier nicht abzuschrecken, damit die Hitze im Inneren noch nachwirken kann. Beim Kochen mit der Mikrowelle sollten die Garzeiten nicht zu kurz sein, damit die Speisen auch im Inneren eine ausreichende Temperatur erreichen.
  • Warme Mahlzeiten sind möglichst innerhalb von zwei Stunden nach Zubereitung zu verzehren.
  • Kräutertees sind nur mit kochendem Wasser aufzugießen und sollten mindestens 5 Minuten ziehen.
  • Beim Auftauen von gefrorenem Geflügel ist besonders auf eine strenge Hygiene zu achten, da das Auftauwasser Salmonellen enthalten kann. Hände und alle Gegenstände, die damit in Kontakt kommen, sind gründlich zu reinigen.
  • Auf Schneidebretter aus Holz sollte man verzichten.
  • Eine weitere wichtige Maßnahme ist eine gute persönliche Hygiene. Insbesondere nach dem Besuch der Toilette, nach Kontakt mit Windeln, vor und nach der Zubereitung von Speisen und vor dem Essen ist es wichtig, die Hände zu waschen und gut abzutrocknen.

Eine Impfung gegen die Magen-Darm-Infektion durch Salmonellen gibt es nicht.