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Prostatakarzinom: Symptome und Therapien Prostatakrebs entwickelt sich meist langsam und unbemerkt. Deutlich spürbar ist er oft erst, wenn die Erkrankung bereits weit fortgeschritten ist. Wird der Krebs in Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig entdeckt, stehen die Heilungschancen jedoch gut. Leonie Pape-Werlich, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Die Prostata: kleines Organ an sensibler StelleDie Prostata ist eine Drüse, etwa so groß wie eine Kastanie, und spielt eine wichtige Rolle bei der Fortpflanzung. Da hier Harn- und Samenwege zusammenlaufen, können Prostataerkrankungen sowohl das Wasserlassen als auch die Sexualfunktion beeinträchtigen.Risikofaktoren für ProstatakrebsProstatakrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten bei Männern. In Deutschland werden jedes Jahr rund 60.000 neue Krankheitsfälle diagnostiziert. Das Risiko steigt vor allem mit dem Alter: Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwa 70 Jahren. Bei unter 40-Jährigen kommt die Krebserkrankung nur selten vor. Prostatakrebs wächst in der Regel sehr langsam und wird mittlerweile bei etwa zwei Drittel der Betroffenen bereits im frühen Stadium diagnostiziert. Da Prostatakrebs familiär gehäuft auftritt, gelten auch erbliche Faktoren als Ursache. Männer, deren Brüder oder Väter an einem Prostatakarzinom erkrankt sind oder waren, tragen ein über zweifach erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens ebenfalls ein Prostatakarzinom zu entwickeln.Prostatakrebs erkennenDie Krebserkrankung verursacht erst im späteren Stadium Beschwerden, wenn der Tumor schon eine bestimmte Größe erreicht hat. Mögliche Symptome sind unter anderem:Beschwerden beim Wasserlassen, z. B. SchmerzenHäufiger HarndrangBlutiger Urin oder blutige SamenflüssigkeitProbleme beim StuhlgangSexuelle Beschwerden wie etwa Schmerzen bei der EjakulationKnochenschmerzen, wenn der Krebs bereits gestreut hat
Was kann die Krebsfrüherkennung leisten?Im frühen Stadium, wenn der Krebs noch gut behandelbar ist, fehlen in der Regel typische Krankheitszeichen. Mit Methoden der Früherkennung soll Prostatakrebs entdeckt werden, noch bevor er zu Beschwerden führt. Dann ist auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Krebs noch nicht gestreut hat. Wann und wie die Früherkennung durchgeführt wird, hängt davon ab, wie hoch Ihr persönliches Risiko für Prostatakrebs ist. Hierzu kann Sie Ihr Arzt oder Ihre Ärztin beraten. Fachleute empfehlen, das Beratungsangebot zur Früherkennung für Prostatakrebs ab einem Alter von 45 Jahren zu nutzen. Grundsätzlich gilt: Je früher Prostatakrebs erkannt wird, desto größer ist die Chance, dass er erfolgreich behandelt werden kann.
Diagnose: verschiedene UntersuchungsmethodenPSA-TestDas prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß aus den Drüsenzellen der Prostata, das im Blut nachweisbar ist. Ein erhöhter PSA-Wert kann auf eine Veränderung der Prostata hinweisen - dafür kann Prostatakrebs verantwortlich sein. Der Test allein ist jedoch kein Beweis, sondern ein Hinweis, der weitere Untersuchungen anstoßen kann.
Der PSA-Test wird auch in der Nachsorge eines behandelten Prostatakarzinoms eingesetzt. Steigt der PSA-Wert plötzlich wieder an, kann dies auf ein Wiederauftreten des Tumors hindeuten.
TastuntersuchungProstatakrebs entsteht meist im äußeren Bereich der Prostata, der dem Enddarm zugekehrt ist. Dieser Bereich wird bei der Untersuchung vom Darm aus mit dem Finger ertastet. Normalerweise fühlt sich die Oberfläche der Prostata glatt an. Lassen sich Unregelmäßigkeiten oder Verhärtungen ertasten, deutet dies auf eine Veränderung der Prostata hin. Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung zeigen, inwieweit die Prostata vergrößert ist.MagnetresonanztomografieHat der PSA-Test und gegebenenfalls auch die Tastuntersuchung eine Veränderung der Prostata ergeben, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Sie abhängig von Ihrem persönlichen Risiko beraten, ob weitere Untersuchungsschritte sinnvoll sind oder eine regelmäßige medizinische Kontrolle ausreicht. Bei einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs kann die Prostata als Nächstes mithilfe eines bildgebenden Verfahrens untersucht werden: Durch eine Magnetresonanztomografie, kurz MRT, lässt sich feststellen, ob tatsächlich ein Tumor vorliegt und ob er potenziell bösartig ist.Biopsie bei VerdachtEine Biopsie, also eine Gewebeprobe aus der Prostata, ist dann angezeigt, wenn nach der MRT ein Prostatakarzinom vermutet wird. Dafür werden unter örtlicher Betäubung mehrere kleine Gewebestücke entnommen. Anschließend prüfen Fachleute im Labor, ob sich Krebszellen im Gewebe befinden und wie aggressiv diese sind. Wird ein bösartiger Tumor bestätigt, folgen gegebenenfalls weitere Untersuchungen, um die passenden Therapiemethoden festlegen zu können.Behandlung von ProstatakrebsWenn bei Ihnen Prostatakrebs festgestellt wurde, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die weiteren Schritte. Haben Sie keine Hemmungen, Fragen zu stellen und sich Antworten zu notieren. Es kann außerdem helfen, eine vertraute Person zum Gespräch mitzunehmen. Prostatakrebs kann auf unterschiedliche Weise behandelt werden. Welche Methode für Sie infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispieldem Stadium des Tumors,der Aggressivität des Tumors,Ihrem Alter undIhrem Gesundheitszustand.Jede Behandlung kann mit beträchtlichen Nebenwirkungen einhergehen, daher gilt es, diese vorher gründlich abzuwägen. Bei einem lokal begrenzten, wenig aggressiven Tumor, der sehr langsam oder gar nicht wächst, raten Medizinerinnen und Mediziner zu einer abwartenden Strategie mit engmaschigen Kontrollen. Eine abwartende Methode ist zum Beispiel die sogenannte aktive Überwachung, bei der die Behandlung erst einsetzt, wenn der Tumor wächst.Die operative ProstataentfernungDie Entfernung der Prostata - medizinisch radikale Prostatektomie - wird in der Regel empfohlen, wenn der Krebs noch auf die Prostata begrenzt ist. Bei diesem Eingriff werden Prostata, Samenblasen und Samenleiter entfernt. Die Harnröhre, die durch die Prostata verläuft, wird für die Dauer des Eingriffs durchtrennt.Angestrebt wird grundsätzlich eine nervenschonende Operation: Umliegende Nerven, die für die Blasenkontrolle und die Erektionsfähigkeit wichtig sind, sollen nicht geschädigt werden. Besteht jedoch das Risiko, dass sich der Krebs über die Prostata hinaus ausgebreitet hat, müssen auch sie in der Regel entfernt werden.Nach der Operation können Probleme mit der Erektionsfähigkeit oder der Blasenkontrolle auftreten. Oftmals sind hier ärztliche Beratung und gezieltes Training, etwa Beckenbodengymnastik, hilfreich. Sexuelles Lustempfinden wird dadurch übrigens nicht beeinträchtigt und auch ein Orgasmus ist noch erlebbar.StrahlentherapieBei der Strahlentherapie werden radioaktive Strahlen auf den Tumor gerichtet. Sie schädigen die Tumorzellen so stark, dass diese absterben. Gesunde Zellen überstehen die Bestrahlung. Die Bestrahlung kann sowohl von außen als auch von innen erfolgen. Insbesondere bei der Behandlung von Tumoren in frühem Stadium gelten Bestrahlung und Operation als gleichwertige Verfahren.Im Rahmen der Behandlung kann es zu Durchfällen oder Entzündungen der Darmschleimhaut kommen. Auch Blasenprobleme und Impotenz sind möglich. Akute Beschwerden klingen oft nach Beenden der Strahlentherapie wieder ab. HormontherapieDie Hormontherapie kommt in der Regel zum Einsatz, wenn der Krebs fortgeschritten ist und bereits gestreut hat. Die Behandlung zielt darauf ab, das Wachstum zu bremsen, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist.Das Prostatakarzinom benötigt männliche Geschlechtshormone, insbesondere Testosteron, um zu wachsen. Antihormone können die Wirkung von Testosteron bremsen. Hormonähnliche Substanzen schalten indirekt die Produktion des Hormons in den Hoden aus. Der Testosteronentzug bremst das Wachstum des Tumors häufig für viele Monate oder auch Jahre aus.Mögliche Beschweren im Rahmen einer Hormontherapie sind beispielsweise Antriebslosigkeit, Hitzewallungen, Erektionsschwierigkeiten sowie Libidoverlust und Osteoporose . Bei einigen dieser Beschwerden lässt sich medizinisch gegensteuern - scheuen Sie sich daher nicht, diese bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt anzusprechen.ChemotherapieIm Rahmen einer Chemotherapie werden Medikamente verabreicht, die Zellen daran hindern, sich zu vermehren. In der Fachsprache heißen diese Arzneistoffe Zytostatika. Diese Therapieform kommt erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium zum Einsatz, wenn Strahlen- oder Hormontherapie nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben oder der Tumor erneut auftritt.Zytostatika schädigen nicht nur Krebszellen. Auch gesunde, sich schnell teilende Zellen wie die der Schleimhäute oder der Haarwurzeln reagieren sehr empfindlich auf diese Medikamente. Daher gehören Übelkeit, Erbrechen oder Haarausfall zu den häufigsten Nebenwirkungen einer Chemotherapie.NachsorgeAuch nach erfolgreicher Behandlung ist die Tumornachsorge sehr wichtig. In regelmäßigen Untersuchungen wird kontrolliert, ob es Anzeichen für eine Wiedererkrankung (Rezidiv) gibt. Besonders wichtig ist dabei die Kontrolle des PSA-Werts, aber auch Ultraschall- und Tastuntersuchungen werden durchgeführt.
Bei der Nachsorge können auch mögliche Beschwerden besprochen werden. Bei Bedarf kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Rehabilitationsmaßnahmen verordnen, zum Beispiel Beckenbodengymnastik, Bewegungs- oder Ergotherapie. Auch bei seelischen Beschwerden hilft Ihnen Ihr Behandlungsteam weiter. Wertvoll können auch Gespräche in Selbsthilfegruppen sein - bei der Suche kann Ihnen das INFONETZ KREBS der Deutschen Krebshilfe helfen.
Sie können aktiv vorbeugenEs gibt mehrere Möglichkeiten, Ihr persönliches Risiko für Prostatakrebs zu senken. Medizinerinnen und Mediziner empfehlen allgemein zur Krebsprävention einen gesunden Lebensstil: Durch eine gesunde Ernährung , ein normales Körpergewicht , regelmäßige körperliche Aktivität , einen reduzierten Alkoholkonsum sowie einen Rauchverzicht können Sie Ihre Gesundheit stärken.Wir unterstützen Sie dabei: Die App "TK-Coach" liefert Ihnen von Experten geprüfte Übungen zu Fitness und Entspannung sowie gesunden Rezepten. Außerdem unterstützt Sie die App mit einem individuellen Plan, der Sie auf dem Weg zu Ihren persönlichen Zielen unterstützt.
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Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG), Stiftung Deutsche Krebshilfe - Leitlinienprogramm Onkologie: Konsultationsfassung der Gesundheitsleitlinie Früherkennung von Prostatakrebs. Stand: September 2025. URL: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Patientenleitlinien/Gesundheitsleitlinie_ProstataCa_Fr%C3%BCherkennung_Konsultationsfassung.pdf (abgerufen am: 02.10.2025).Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU): S3-Leitlinie Prostatakarzinom. Stand: August 2025. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/043-022OLl_S3_Prostatakarzinom_2025-08.pdf (abgerufen am: 02.10.2025).Deutsche Krebshilfe e. V.: Prostatakrebs. Die blauen Ratgeber. Stand: März 2020. URL: https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Prostatakrebs_BlaueRatgeber_DeutscheKrebshilfe.pdf (abgerufen am: 02.10.2025).Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst: Prostatakrebs (Prostatakarzinom), 17.10.2024. URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/prostatakrebs (abgerufen am: 02.10.2025).Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst: Prostatakrebs: Symptome und Anzeichen kennen, 28.11.2024. URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/prostatakrebs/symptome (abgerufen am: 02.10.2025).
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