Nikotin - Insektizid und Rauschgift

Nikotin ist ein Nervengift, das in der Tabakpflanze vorkommt. Es dient der Pflanze zur Verteidigung gegen Insektenfraß und gehört zu den ältesten bekannten Pflanzenschutzgiften. Die Verwendung als Suchtstoff erfolgt meist in Form des Rauchens von Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen. Seltenere Anwendungsformen sind das Schnupfen oder Kauen von Tabakprodukten.

Effekte von Nikotin

Abhängig von der aktuellen Situation des Rauchers und der zugeführten Dosis können unterschiedliche Effekte auftreten. Die Substanz wirkt unter anderem stimmungsaufhellend, leicht antriebssteigernd und kreislaufanregend. Sie unterdrückt das Hungergefühl und kann in geringer Dosierung auch beruhigend wirken. Viele Raucher beschreiben zudem eine kurzfristige Steigerung von Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit. Langfristig schadet das Rauchen der geistigen Leistungsfähigkeit jedoch deutlich. Neueren wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge lässt sich dieser Effekt sogar bei Passivrauchern nachweisen.

Jede Zigarette hinterlässt Spuren

Schon der erste Rauchversuch verursacht Vergiftungserscheinungen im Körper. Der größte Teil des Nikotins gelangt beim Rauchen über die Lunge schnell in die Blutbahn. Das hat Auswirkungen auf Herz und Kreislauf:

  • Herz und Atmung werden schneller.
  • Der Blutdruck steigt.
  • Die Blutgefäße verengen sich stark.
  • Die Hauttemperatur sinkt.

Schwindel, Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerzen sind ebenfalls möglich.

Abhängigkeit und Entzugserscheinungen

Nikotin besitzt ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Bei den meisten Rauchern entwickelt sich eine Abhängigkeit. Ursache hierfür ist vor allem das im Tabak enthaltene Nikotin.

Oft genügt bereits eine längere Pause, damit erste Entzugserscheinungen auftreten. Wie abhängig Sie sind, merken Sie schnell nach dem Ausdrücken der letzten Zigarette, wenn der körperliche Entzug mit folgenden Erscheinungen einsetzt: Nervosität, Aggressivität, Schlafstörungen, starkes Rauchverlangen, depressive Stimmung, Angst, Konzentrationsschwäche und/oder Hungergefühl.

Diese körperlichen Symptome sind unangenehm, lassen aber bereits nach einigen Tagen nach. Länger bleibt die seelische Abhängigkeit bestehen.

Da es meist "Gewohnheiten“ sind, die einen Rückfall begünstigen, sollten Sie aktiv handeln. Zum Beispiel indem Sie an einem speziellen "Ausstiegsprogramm“ teilnehmen. Die TK unterstützt Raucher bei der Entwöhnung durch den Nichtraucher-Coach.