Zu den akuten unerwünschten Wirkungen von Cannabis zählen Missstimmung bis hin zur Depression, Halluzinationen, die Angst zu sterben, ein Gefühl des Kontrollverlustes, eine veränderte Zeitwahrnehmung sowie eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit in den Bereichen Denken, Gedächtnis und Psychomotorik.

Seltene unerwünschte Begleiterscheinungen sind zudem Übelkeit und Kopfschmerzen. Im Liegen wird häufig ein leicht erhöhter Blutdruck gemessen. In Einzelfällen sind nach Cannabiskonsum kardiale Ischämien oder Herzinfarkte aufgetreten. 

Über lebensbedrohliche Komplikationen oder gar Todesfälle nach einem medizinischen Einsatz von Cannabis ist bisher jedoch nicht berichtet worden. Auch nach Cannabisvergiftungen kam es nicht zu Todesfällen.

Alle akut auftretenden unerwünschten Wirkungen vergehen ohne spezifische Therapie im Allgemeinen innerhalb von Stunden bis zu ein bis drei Tagen.

Nebenwirkungen nach längerfristigem Konsum

Nach einer längeren Einnahme von Cannabis – bereits innerhalb von Wochen – entwickelt sich oft eine Toleranz gegenüber den Wirkstoffen. Die Wirkungen auf die Psyche, die Beeinträchtigungen der Psychomotorik oder auch die Wirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem nehmen ab. Auch der Einfluss auf das Hormonsystem oder den Augeninnendruck werden weniger.

Da es zu dieser Toleranzentwicklung kommt, ist auch nicht erstaunlich, dass Cannabis süchtig machen kann: Wenn Cannabis über lange Zeit in großen Mengen konsumiert wird, was zudem in Zusammenhang mit Leistungsproblemen oder Aktivitätsverlust steht, kann es also psychisch abhängig machen. Dies mag im Rahmen einer Therapie bei einer schwerwiegenden Erkrankung unbedeutend sein, doch auch hier können sich Entzugserscheinungen negativ auswirken. Zu den Symptomen gehören etwa Angst, Unruhe und Schlaflosigkeit oder auch körperliche Phänomene wie Speichelfluss und Durchfall.

"Cannabis-Psychose"

Zu den wichtigsten unerwünschten und gravierendsten Folgen eines längerfristigen Cannabiskonsums gehört in seltenen Fällen das Auftreten von Psychosen. Diese "Cannabis-Psychose" ist bereits seit Langem bekannt. Sie tritt vor allem bei Personen auf, die eine Prädisposition für solche psychischen Störungen haben. 

Studien bei nicht medizinisch begründetem Cannabisgebrauch sprechen dafür, dass der Konsum eine schizophrene Krankheit auslösen kann. Bei einer Cannabis-Therapie sind solche Störungen wie auch eine Abhängigkeitsentwicklung bisher nur selten beobachtet worden.

Auswirkungen auf Geschlechtshormone

Cannabinoide können auch auf männliche wie weibliche Geschlechtshormone wirken. Bei Frauen wurden in Einzelfällen Zyklen ohne Eisprung, bei Männern eine Beeinträchtigung der Spermienbildung beschrieben.