Der Begriff Hautkrebs fasst unterschiedliche Krebserkrankungen der Haut zusammen. Die häufigsten sind dabei das Basalzellkarzinom und das Spinaliom , die auch als heller oder weißer Hautkrebs bezeichnet werden. Die dritthäufigste Hautkrebsart ist das maligne (bösartige) Melanom , auch bekannt als schwarzer Hautkrebs.

Häufigste Krebsart - in vielen Fällen heilbar

Mit weit mehr als 200.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Hautkrebs die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Allerdings ist er nur für ein Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich. Von 100.000 Menschen erkranken jährlich etwa 328. Bei 290 der Betroffenen wird der weiße Hautkrebs diagnostiziert, der in den meisten Fällen heilbar ist. Bei den übrigen 38 stellt der Hautarzt das gefährlichere maligne Melanom fest. Da dieser Hauttumor aber häufig im Frühstadium entdeckt wird, ist auch hier die Behandlung in den meisten Fällen erfolgreich.

Verdacht auf Hautkrebs: Nur selten bestätigt

Wenn Ihr Hausarzt Sie mit dem Verdacht auf Hautkrebs zum Dermatologen (Hautarzt) überweist, bleiben Sie erst einmal ruhig. Denn nur selten bestätigt sich der Verdacht: Von 100 Menschen stuft der Hautarzt 80 als unauffällig ein. Bei 20 lässt er eine Biopsie durchführen und nur in vier Fällen erhärtet sich der Verdacht tatsächlich. 96 von 100 Menschen mit Hautkrebs-Verdacht sind also nicht erkrankt.

Weißer Hautkrebs: Zahl der Erkrankten steigt

Die Diagnose weißer Hautkrebs wird in Deutschland nicht flächendeckend erfasst. Schätzungen zufolge erkranken jedoch jedes Jahr rund 156.000 Menschen am Basalzellkarzinom und etwa 98.000 am Spinaliom. Während am Basalzellkarzinom Männer und Frauen ungefähr gleich häufig erkranken, betrifft das Spinaliom häufiger Männer. Das Risiko, an weißem Hautkrebs zu erkranken, steigt vor allem ab dem 50. Lebensjahr.

Die Zahl der Neuerkrankungen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, in der Wissenschaftler die Krebsregisterdaten aus Schleswig-Holstein und dem Saarland ausgewertet haben: Im Saarland ist die Zahl der Fälle von 1970 bis 2012 um das 10- bis 22-Fache gestiegen. In Schleswig-Holstein hat sie sich in nur 13 Jahren (von 1999 bis 2012) verdoppelt.

Schwarzer Hautkrebs: Patienten werden jünger

Die Zahl der Neuerkrankungen ist auch beim malignen Melanom gestiegen und hat sich seit den Siebzigerjahren ungefähr verfünffacht. Etwa 21.000 Menschen erkranken jedes Jahr neu; rund 3.000 Menschen sterben jährlich am schwarzen Hautkrebs. Zwar nimmt das Erkrankungsrisiko mit dem Alter zu - doch immer häufiger sind auch jüngere Menschen betroffen: 20-Jährige mit Melanom-Diagnose sind keine Seltenheit mehr.

Grundsätzlich gilt: Im Frühstadium kann das maligne Melanom in fast allen Fällen erfolgreich behandelt werden. Je später der Tumor jedoch entdeckt wird, desto geringer sind die Behandlungserfolge.

Malignes Melanom: Erkrankungsrisiko in den nächsten zehn Jahren nach Geschlecht und Alter
Im Alter vonMännerFrauen
35 Jahren1 von 6801 von 400
45 Jahren1 von 3901 von 320
55 Jahren1 von 2601 von 300
65 Jahren1 von 1501 von 230
75 Jahren1 von 1301 von 240

Quelle: Robert Koch-Institut, 2017: Krebs in Deutschland für 2013/2014.

Beispiel: Von 260 Männern im Alter von 55 Jahren erkrankt laut Statistik einer innerhalb der nächsten zehn Jahre am malignen Melanom.

Wie hoch ist mein persönliches Risiko für Hautkrebs?

Statistiken geben Häufigkeiten wieder, können aber nichts über das persönliche Risiko eines Menschen aussagen. Es gibt allerdings aussagekräftige Faktoren, die die Entstehung von Hautkrebs begünstigen. Das individuelle Erkrankungsrisiko gilt daher grundsätzlich als erhöht, wenn …

  • … Sie in Ihrer Kindheit, Jugend und im Erwachsenenleben häufig ultravioletter (UV) Strahlung ausgesetzt waren. Zu den wichtigsten Risikofaktoren für Hautkrebs zählen intensive UV-Bestrahlung durch Sonne und Solarium sowie Sonnenbrände, vor allem in Kindheit und Jugend. Wissenschaftliche Daten zeigen, dass das Spinaliom vor allem durch eine dauerhafte UV-Bestrahlung entsteht. Das maligne Melanom wird vorrangig durch eine immer wiederkehrende UV-Belastung, zum Beispiel durch jährliche Sonnenurlaube, ausgelöst. Für das Basalzellkarzinom sind vermutlich sowohl die dauerhafte als auch die wechselnde UV-Belastung verantwortlich.
  • … Sie einen hellen Hauttyp haben. Menschen mit heller bis sehr heller Haut, Sommersprossen, blonden oder roten Haaren und grünen oder blauen Augen gelten als besonders gefährdet. Ihre Haut reagiert empfindlicher auf UV-Strahlung. Im Hochsommer bekommen sie meist bereits nach circa 5 bis 20 Minuten einen Sonnenbrand.
  • ... Sie viele Pigmentmale haben. Das Risiko, am malignen Melanom zu erkranken, nimmt mit der Anzahl der Leberflecke zu. Experten schätzen, dass ab 40 bis 50 Leberflecken am Körper das Risiko um das 4,5-Fache steigt.
  • ... Sie einen Verwandten ersten Grades haben, der an Hautkrebs erkrankt ist. Auch die Erbanlagen scheinen eine Rolle zu spielen. Vor allem das Risiko für den schwarzen Hautkrebs ist erhöht, wenn bereits der Vater oder die Mutter daran erkrankt waren. Experten vermuten, dass bei etwa 10 von 100 Patienten die Krankheit vererbt wurde. Unter Umständen sind auch äußere Einflüsse wie Umweltbelastungen oder das Sonnenverhalten in der Familie entscheidend.

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Hautkrebsrisiko senken können.