Hand­zahn­bürste oder elek­tri­sche Zahn­bürste?

Noch vor wenigen Jahren galten elektrische Zahnbürsten als nette Spielerei, da sie den Normalbürsten im Putzresultat unterlegen waren und zudem noch teuer bezahlt werden mussten.

Mit der neuen Generation der elektrischen Zahnbürsten hat sich die Effektivität der Reinigung - besonders in den Zahnzwischenräumen - verbessert. Mit kleinen Putzköpfen oder Schallzahnbürsten sind damit auch schwer zugängliche Bereiche der Mundhöhle leichter zu putzen.

Zudem sind die Anpressdruckkontrolle und der Zeit-Timer wertvolle Hilfen für eine richtige Zahnreinigung. Diese sollte konsequent mindestens zweimal täglich erfolgen.

Handzahnbürste

Ideal ist eine Kurzkopfzahnbürste mittleren Härtegrades mit einem geraden kleinen Borstenfeld, um so auch schwer zugängliche Ecken und Winkel zu erreichen. Zudem sollte sie "multitufted", also vielbüschelig sein. Alternativ gibt es auch Zahnbürsten mit Mikrofaserborsten.

In jedem Fall sollten die Borsten aus Kunststoff sein und abgerundete Enden haben. Naturborsten sind innen hohl und damit Bakterienträger. Ebenso wird von zu harten Borsten abgeraten, da diese an dem relativ weichen Dentin, der knochenähnlichen Zahnhauptsubstanz freiliegender Zahnhälse und Wurzeloberflächen Schaden anrichten können: Bei falscher Putztechnik bilden sich schnell keilförmige Vertiefungen am Zahnfleischsaum.

Besonders Patienten mit Zahnfleischproblemen und häufigem Zahnfleischbluten wird empfohlen, weiche Bürsten zu verwenden und diese im 45-Grad-Winkel immer von Rot nach Weiß, das heißt vom Zahnfleisch zum Zahn hin auszustreichen. Der Anpressdruck beim Putzen sollte in jedem Fall gering sein, da sich sonst die Büschel umbiegen und nicht mehr ihre volle Putzwirkung entfalten können. So können Schädigungen von Zahn und Zahnfleisch langfristig vermieden werden.

Elektrische Zahnbürste

Elektrische Zahnbürsten erleichtern das Putzen der Zähne. Die Kauflächen der Backenzähne werden durch die kleinen rotierenden Bürstenköpfe optimal gereinigt. Auch winzige Spalten in der Zahnoberfläche werden durch die Drehbewegungen der Bürste erreicht. Bei der elektrischen Reinigung wird weniger Druck auf Zähne und Zahnfleisch ausgeübt, wodurch Putzdefekte und Zahnfleischreizungen reduziert werden können.

Durch die vereinfachte Handhabung sind elektrische Zahnbürsten auch für Kinder geeignet.

Elektronische Schallzahnbürste

Als Weiterentwicklung der elektrischen Zahnbürste sind die elektronischen Schallzahnbürsten zu verstehen. Statt eines konventionellen Elektromotors arbeiten diese Reinigungsgeräte mit Schallenergie im Hochfrequenzbereich und sind so mit 30.000 Bewegungen pro Minute zehnmal schneller als eine elektrische und hundertmal schneller als eine Handzahnbürste.

Das Zahnfleisch reagiert auf die wechselnden Druckveränderungen des Schalls mit einem erhöhten Ionenaustausch und wird durch diese Zellaktivierung intensiver versorgt. Ebenso verwandelt sich durch diesen Effekt die Zahnpasta in einen aktiven Schaum, der auch schwer zugängliche Stellen erreicht. Daraus resultiert eine deutliche Reduktion von Bakterien, Plaque und Zahnfleischentzündungen.

Verfärbungen durch Nahrungs- und Genussmittel (zum Beispiel Tee, Kaffee, Nikotin, Rotwein) lassen sich durch diese Zahnbürsten bei geringer Abrasivität (Abscheuern von Zahnhartsubstanz) im Vergleich zu konventionellen Reinigungsmethoden effektiver entfernen.

Bürsten-Wechsel

Zahnbürsten sind Verbrauchsartikel und unterliegen einem Verschleiß und einer Besiedlung mit Bakterien, Pilzen und Viren. Klinische Studien belegen eindeutig, dass nach dreimonatigem regelmäßigem Putzen die Reinigungswirkung um 30 Prozent nachlässt. Sobald sich die Borsten der Zahnbürste seitlich abbiegen, sollte sie ausgewechselt werden. Bei regelmäßigem Gebrauch dürfte dies nach etwa acht Wochen der Fall sein.

Experten empfehlen deshalb: Mindestens alle zwei Monate Zahnbürste wechseln!

Gleiches gilt auch für Aufsätze von elektrischen Zahnbürsten und für Interdentalbürsten zur Reinigung der Zahnzwischenräume.