Balneotherapie - Bäder, Moor und Trinken
Schwefel, Salz und Heilschlamm - die Balneotherapie verspricht sanfte Linderung bei verschiedenen Beschwerden. Ob die Wirkung der Bäder tatsächlich über den Wohlfühleffekt hinausgeht, ist jedoch kaum wissenschaftlich belegt.
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Katrin von BechtolsheimWas ist Balneotherapie?Der Begriff Balneotherapie stammt vom lateinischen Wort "balneum" für "Bad". Bei dieser Therapieform kommen spezielle Heilwässer oder Heilschlämme zum Einsatz. Sie enthalten verschiedene natürliche Stoffe, zum Beispiel Schwefel, Magnesium, Jod, Kohlensäure, Kochsalz oder Radon. Übliche Anwendungsformen der Balneotherapie sind etwa:MineralbäderSchlammbäderTotes-Meer-BäderSchlammpackungen (Fango)InhalationenTrinkkurenManchmal werden Heilbäder mit ultraviolettem Licht (UVB-Strahlen) kombiniert. Fachleute sprechen dann von einer Balneophototherapie. Wie wirken Heilbäder auf den Körper?Auf welche Weise Heilwässer und Heilschlämme die Gesundheit positiv beeinflussen könnten, ist nicht vollständig untersucht. Vermutet wird ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren:Wärme: Heilbäder haben meist eine angenehme Temperatur von 34 bis 36 °C. Das fördert die Durchblutung und entspannt die Muskulatur.Auftrieb: Im Wasser wirkt die Schwerkraft geringer auf den Körper ein, wodurch Muskeln und Gelenke entlastet werden.Mineralstoffe: Im Wasser gelöste Stoffe werden teilweise über die Haut und Schleimhäute aufgenommen und könnten einen biologisch-chemischen Effekt im Körper haben.
Was sagt die Wissenschaft?Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Balneotherapie bestimmte Beschwerden lindern kann - zum Beispiel die Balneophototherapie bei Psoriasis (Schuppenflechte) . Zu den bekannten Risiken dieser Therapieform zählen Hautausschläge, Infektionen und Unfälle. Allerdings ist die Studienlage insgesamt begrenzt und die Ergebnisse sind uneinheitlich.
Viele Menschen empfinden Heilbäder als wohltuend und können sich dabei besonders gut entspannen. Entdecken Sie selbst, ob Balneotherapie Ihnen persönlich guttut. Um Kontraindikationen zu vermeiden, sollten Sie insbesondere bei bestehenden Grunderkrankungen vor der Anwendung mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin sprechen. Wann kann Balneotherapie helfen?Typische Anwendungsgebiete der Balneotherapie sind unter anderem:Hauterkrankungen, z. B. Schuppenflechte Rheumatische Erkrankungen, z. B. rheumatoide Arthritis oder Fibromyalgie Rückenschmerzen Gynäkologische BeschwerdenSportverletzungenIm Rahmen einer Rehabilitation
Lesetipp: Rückenschmerzen sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Wie Sie im Alltag aktiv vorbeugen können, erfahren Sie im Artikel "Was können Sie bei akuten Rückenschmerzen selbst tun?" .
Wer bietet Balneotherapie an?Eine Balneotherapie wird unter anderem von Ärzt:innen sowie physiotherapeutischen Fachkräften angewendet. Darüber hinaus gibt es balneologische Kuren, die stationär an einem Kurort angeboten werden.
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