Chirotherapie für die Wirbelsäule

Der Chiropraktiker löst Blockaden der Gelenke, speziell an der Wirbelsäule. Sein einziges Werkzeug für Diagnostik und Therapie der Beschwerden sind seine Hände.

 

"Bei der Chirotherapie legen ausschließlich Ärzte Hand an", sagt Petra Rudnick vom TK-Ärztezentrum und ergänzt: "In einer speziellen Ausbildung lernen Mediziner die entsprechenden Handgriffe und erlangen damit die Zusatzbezeichnung 'Chirotherapie' oder 'Chirotherapie/manuelle Medizin'."

 

Chirotherapie ist nicht gleich Chiropraktik

Die Chiropraktik und die Chirotherapie bezeichnen nicht dasselbe. Während die Chirotherapie ausschließlich auf die Behandlung des Bewegungsapparates, speziell der Wirbelsäule abzielt, beruht die Chiropraktik auf der Auffassung, mit Handgriffen vermutete Wechselwirkungen zwischen Bewegungsapparat, Organen und Nervensystem beeinflussen zu wollen.

 

Blockaden durch spezielle Handgriffe lösen

Durch chirotherapeutische Handgriffe lassen sich Verschiebungen und Fehlstellungen der Wirbelsäule und Gelenke lösen, die Schmerzen und Verspannungen der Muskulatur verursachen. Der Chirotherapeut bezeichnet diese Funktionsstörung als Blockade, die er durch Mobilisation und Manipulation behandelt.

 

Die Mobilisation ist die weiche Technik der Chirotherapie. Der Chirotherapeut bewegt dabei die Gelenkflächen vorsichtig zueinander, sodass sie nach ihrer Entlastung in die richtige Position rutschen. Manipulationen gelten hingegen als "harte Technik", mit denen die gestörte Gelenkbewegung durch einen kurzen Impuls zielgerichtet verbessert werden soll. Während die Blockade sich löst, kommt es manchmal zu einem lauten Knacken; dieses Geräusch ist aber harmlos.

 

Ob bei einem Patienten solche Manipulationen durchgeführt werden können, ist von seinem Gesundheitszustand abhängig. Hat er zum Beispiel Knochentumore oder leidet er an Osteoporose (Knochenschwund), so kommen harte Techniken für die Therapie nicht infrage. Beim Verdacht auf eine Knochenerkrankung benötigt der behandelnde Arzt daher vor der Behandlung ein Röntgenbild.

 

Wichtig zu wissen: Beschwerden, die durch Verschleiß oder Entzündungen an den Gelenken entstehen, bessern sich durch manuelle Medizin nicht.

 

"Die Chirotherapie ist eine anerkannte Behandlungsform", sagt Petra Rudnick. "Die Berufsbezeichnung ist gesetzlich geschützt und die Ausbildung standardisiert und einheitlich."

 

Was ist laut Chirotherapie eine Blockade?

Eine Blockade ist die Verschiebungen von Gelenken der Wirbelsäule, die durch eine ungewöhnliche Belastung ausgelöst wird, zum Beispiel beim Heben schwerer Lasten in gebückter Haltung, durch lang andauernde Fehlhaltungen bei Verkrümmungen der Wirbelsäule oder längere Zwangshaltungen bei Arbeiten in unbequemer Stellung. Auch nach Unfällen wie dem Schleudertrauma der Halswirbelsäule kann es zu Blockierungen kommen. Blockaden werden für eine ganze Reihe von Beschwerden verantwortlich gemacht, die zum Teil weit entfernt von der Wirbelsäule auftreten, zum Beispiel Kopfschmerzen, Schwindel, ausstrahlende Schmerzen in die Extremitäten.

  

Der Chirotherapeut erkennt eine Blockade durch das Betrachten und Testen der Wirbelbeweglichkeit und der Gelenke. Blockierte Wirbel stoppen abrupt beim Durchbewegen, während die Bewegungsfreiheit von gesunden Wirbeln normalerweise elastisch endet. Auf diese Weise identifiziert der Arzt eine freie und eine gesperrte Seite des Gelenks. Die Muskulatur, die eine Blockade umgibt, ist verhärtet und schmerzt.

 

Richtig angewendet birgt die Chirotherapie für die gesunde, stabile Wirbelsäule fast keine Gefahren. Eine Besonderheit ist allerdings die chirotherapeutische Behandlung der Halswirbelsäule: Da in diesem Bereich die Schlagadern zum Kopf verlaufen, kann die Chirotherapie einen Einfluss auf die Durchblutung des Gehirns haben. Deshalb sollte die Behandlung der Halswirbelsäule besonders schonend erfolgen und nur von erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden.