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Qigong und Tai-Chi sind meditative Bewegungsformen. Sie entstammen der traditionellen chinesischen Medizin und verbinden Übungen zur entspannten Konzentration mit Körper- und Atemübungen.

Grundlegend für Tai-Chi und Qigong ist das Prinzip des Yin und Yang. Es steht für die Harmonie der Gegensätze, für das Ineinandergreifen des weiblichen und des männlichen Prinzips. Symbolhaft steht dafür der bekannte Kreis mit den zwei gleich großen ineinander verschlungenen Flächen in weiß und schwarz.

Qigong bedeutet: die Lebensenergie trainieren

Qi oder Chi - gesprochen: "tschi" - bezeichnet in der traditionellen chinesischen Medizin die Lebensenergie. Gong bedeutet Arbeit oder ständige Übung. Nach der chinesischen Medizin ist nur dann ein Mensch gesund, wenn diese Gegenpole vereinigt sind und die Lebensenergie Chi ungehindert durch seinen Körper fließen kann. Tai-Chi soll Blockaden aufheben und Energie wieder fließen lassen. Nach dieser Lehre erhält die Arbeit am Qi das Gleichgewicht der Kräfte im Yin und Yang oder stellt sie wieder her.

Das Qi, so die alte chinesische Auffassung, fließt entlang bestimmter Körperlinien, der Meridiane, durch den Körper. Durch Disharmonien zum Beispiel in den Muskeln kann es blockiert werden. Die Übungen des Qigong und Tai-Chi sollen die Blockaden lösen und das Qi wieder harmonisch fließen lassen.

In China werden ähnliche Übungen schon seit über 2.500 Jahren praktiziert. Noch heute gehören sie zur staatlichen chinesischen Gesundheitsförderung. Auch die westliche Medizin setzt sie ein, zum Beispiel in der Gesundheitsförderung.

Konzentration auf Atem und Bewegung

Qigong können Sie im Stehen, Sitzen oder Liegen praktizieren. Dabei richten Sie Ihre Konzentration auf die Atmung, auf bestimmte Organe oder Körperbereiche. Sie versuchen in Ihrer Vorstellung, das Qi zu fühlen und strömen zu lassen. Mit langsamen, zielgerichteten Bewegungen unterstützen Sie Ihre Wahrnehmung.

Wechsel zwischen Yin und Yang

Das Tai-Chi zeichnet sich vor allem durch zeitlupenartigen Bewegungen mit konzentrierter Atmung aus. Eine geschlossene Einheit von Tai-Chi-Übungen mit mehreren Stellungen nennt sich Form und kann bis zu 25 Minuten dauern. Besonders die häufige Verlagerung des Gewichts von einem Bein auf das andere und die ständige Bewegung mit den Armen sind die praktische Umsetzung der zugrunde liegenden Philosophie der Harmonie: dem Wechsel zwischen Yin und Yang. Auf jedes Heben folgt ein Senken, auf jede Linksdrehung eine Ausrichtung nach rechts.

Qigong und Tai-Chi lernen

Qigong und Tai-Chi lernt man am besten in einem Kurs unter qualifizierter Anleitung. Die TK hat dafür entsprechenden Angebote.

Wirkung

Die Wirkung von Tai-Chi und Qigong lässt sich nicht nur diffus mit einem besser fließenden Chi beschreiben. Auch die westliche Medizin ist heute vom gesundheitlichen Nutzen der weichen und fließenden Bewegungen überzeugt:

  • Regelmäßiges Üben stärkt den Kreislauf und löst Muskelverspannungen.
  • Rückenschmerzen bessern sich, weil der Praktizierende eine gesündere Körperhaltung mit aufrechter Wirbelsäule einnimmt.
  • Tai-Chi trainiert auf sanfte Weise Muskeln und Gelenke, ohne sie durch schnelle Bewegungen zu belasten.
  • Durch eine tiefe Bauchatmung nimmt der Körper mehr Sauerstoff auf und gibt mehr Kohlendioxid ab.
  • Die meditativen Elemente der ruhigen Übungen stabilisieren das vegetative Nervensystem.

Das sollten Sie beachten

Trotz dieser positiven Eigenschaften kann Tai-Chi nicht uneingeschränkt empfohlen werden. Besonders Menschen mit schwacher Muskulatur oder Schäden an Knie oder Hüftgelenk sollten anfangs nur vorsichtig und kurz üben. Der Stand mit leicht gebeugten Knien und langen Gewichtsverlagerungen auf eine Körperseite stellt ansonsten eine zu große Belastung dar. Gerade darum ist die Einweisung durch einen geschulten Lehrer unerlässlich, um Fehlhaltungen vermeiden. Qigong ist eine sehr sanfte Methode. Sie wird daher unter anderem auch in der Rehabilitation von chronischen Krankheiten genutzt.