Die beginnende Fehlgeburt

Blutungen bei geöffnetem Muttermund sind ein eindeutiges Zeichen für eine beginnende Fehlgeburt. Abhängig davon, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist, kann es sein, dass alle Gewebeteile auf natürliche Weise ausgestoßen werden. Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt kontrolliert nach ein paar Tagen, ob Ihre Gebärmutter leer ist. Falls nicht, wird eine Ausschabung vorgenommen.

Die inkomplette Fehlgeburt

Schließt sich der Gebärmutterhals nach einem Abort zu früh, kann es sein, dass Gewebeteile in Ihrer Gebärmutter bleiben. Sie kann sich entzünden. In diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten: Der Arzt bzw. die Ärztin nimmt eine Ausschabung vor oder Sie bekommen ein Medikament. So wird versucht, den Muttermund wieder zu weiten und Kontraktionen zu provozieren, damit die restlichen Gewebeteile die Gebärmutter verlassen. 

Die septische Fehlgeburt

Kommt es in der Frühschwangerschaft zu Fieber, Schüttelfrost, einer übelriechenden Blutung und starkem Krankheitsgefühl, ist es wichtig, schnell zu handeln. Die Ursache kann eine Entzündung deiner Gebärmutterhöhle sein, die mit einem Abort einhergeht. In diesem Fall wird unverzüglich ein Antibiotikum über die Vene verabreicht, bevor eine Ausschabung  vorgenommen wird.

Die verhaltene Fehlgeburt (missed abortion)

Sie wird meist erst bei der Ultraschalluntersuchung entdeckt, da es keine äußerlichen Anzeichen wie Blutungen gibt. Kann die Ärztin bzw. der Arzt keinen Herzschlag und keine Größenzunahme feststellen, ist der Embryo vermutlich abgestorben. Es kann jetzt noch einige Tage abgewartet werden, um zu sehen, ob eine Blutung einsetzt. Ist das nicht der Fall, kann der Abgang durch Medikamente unterstützt werden oder es wird eine Ausschabung vorgenommen.

Die späte Fehlgeburt ab der 13. Schwangerschaftswoche

Die häufigste Ursache für einen Spätabort ist eine aufsteigende Scheideninfektion. Aber auch viele andere Gründe wie Fehlbildungen der Gebärmutter, Myome, eine Mehrlingsschwangerschaft oder Stress können eine Fehlgeburt im zweiten Schwangerschaftsdrittel begünstigen. 

Falls Sie also Blutungen oder Krämpfe in dieser Zeit haben, lassen Sie diese auf jeden Fall ärztlich abklären. Bei drohendem Spätabort werden Sie in die Klinik aufgenommen. Manchmal hilft die Gabe von Antibiotika oder von vaginalem Progesteron zur Beruhigung der Gebärmutter. Ein anderes Mal ist Ruhe wichtig. In Ausnahmefällen besteht die Möglichkeit, den Muttermund in einer OP zu verschließen oder einen schützenden Ring (Pessar) einzulegen, um so den Gebärmutterhals zu stützen. 

Falls bei den Untersuchungen festgestellt wird, dass Ihr Baby in der Gebärmutter bereits verstorben ist oder der Muttermund komplett geöffnet ist, wird die Geburt eingeleitet. Sie können sich jederzeit Schmerzmittel geben lassen und mit dem Personal und Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin besprechen, ob und wann Sie Ihr Kind sehen möchten. Man wird Ihnen dafür Zeit und Raum geben. Passiert die Fehlgeburt vor der 25. Schwangerschaftswoche und Ihr Kind wiegt unter 500 Gramm, könnt Sie Ihr Sternenkind beerdigen lassen. Dies ist aber nicht verpflichtend.

Wird die Nachgeburt nicht vollständig vom Körper ausgeschieden, ist eine Ausschabung der Gebärmutter nötig.

Gut zu wissen! 

Sie sind nicht allein: Egal zu welchem Zeitpunkt Ihrer Schwangerschaft Sie Ihr Baby verlieren - es kann seelisch und körperlich sehr belastend sein und es ist wichtig, dass Sie sich jetzt Unterstützung holen. Eine Psychotherapie kann Sie jetzt beim Umgang mit dem Verlust und den daraus resultierenden Gefühlen unterstützen. Vielleicht tut Ihnen aber auch die Begleitung durch Ihre Hebamme gut. 

Unsere TK-Expert:innen vom TK-HebammenTelefon erreichen Sie unter der Rufnummer 040 - 46 06 61 91 70. Die Hebammen beraten jeweils von Montag bis Freitag von 7 bis 21 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten werden Anfragen und Anrufe an Ärzt:innen des TK-ÄrzteZentrums weitergeleitet