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Morgens im Dunkeln zur Arbeit oder zur Uni fahren, tagsüber in geheizten, künstlich beleuchteten Räumen sitzen, am Abend im Dunkeln wieder nach Hause kommen - das schlägt auf die gute Laune. So geht es vielen Menschen in den nördlichen Breitengraden. Bei einigen entwickelt sich sogar eine Winterdepression, auch "saisonal abhängige Depression", Herbstblues oder Winterblues genannt. 

Charakteristisch für die Winterdepression ist die anhaltende Müdigkeit. Schon nach dem Aufwachen würde man am liebsten im Bett liegenbleiben, fühlt sich schlapp und antriebsarm. Auch tagsüber fehlt es an Energie. Dazu kommt eine starke Lust auf Süßes. Viele Betroffene nehmen deshalb im Herbst und Winter zu. 

Auslöser Lichtmangel

Fehlt uns das Tageslicht, verändert das den Haushalt der Botenstoffe Serotonin und Melatonin im Gehirn - und die Seele gerät leichter als sonst in Schieflage. Die Sinneszellen in unseren Augen spielen dabei eine große Rolle. Wenn weniger Tageslicht ins Auge fällt, schüttet unser Körper mehr Melatonin aus. Das Melatonin bereitet uns auf den Schlaf vor und macht uns müde und antriebsarm. Die Produktion des Stimmungsaufhellers Serotonins hingegen nimmt bei Lichtmangel ab. 

So sorgen Sie für gute Stimmung

Ab nach draußen!

Gehen Sie möglichst oft und bei jedem Wetter nach draußen - am besten eine Stunde oder mehr. Bewegung macht fit - und das Tageslicht bewirkt, dass verstärkt der Stimmungsaufheller Serotonin ausgeschüttet wird. Strahlenden Sonnenschein braucht es dafür nicht. Auch wenn Wolken den Himmel verhängen, ist ausreichend Tageslicht vorhanden, mit dem Sie die übermäßige Produktion von Melatonin in Schach halten können. 

Je weniger Tageslicht ins Auge fällt, desto mehr Melatonin schütten wir aus. Prof. Dr. Claas-Hinrich Lammers, Psychiater

Wenn Sie sich tagsüber viel in geschlossenen Räumen aufhalten müssen, wählen Sie sich am besten helle Räume mit viel natürlichem Licht. Ein Platz am Fenster sorgt dafür, dass Sie viel Tageslicht abbekommen.

Übrigens: "Sonne" aus dem Solarium hat keinen therapeutischen Effekt bei einer Herbst- oder Winterdepression. Denn auf einer Sonnenbank kommt ausschließlich ultraviolettes Licht zur Anwendung, das über die Haut wirkt. In die Augen - und über die bewirkt Licht gute Laune - darf reine UV-Strahlung auf keinen Fall geraten. Daher müssen Solarienbesucher auch Schutzbrillen tragen. 

Freunde treffen, Schönes erleben

Wer sich nicht wohl fühlt, zieht sich oft in sich selbst zurück, statt seinen Hobbies nachzugehen oder Freunde zu treffen und mit ihnen Spaß zu haben. Dabei tragen das Zusammensein mit anderen und positive Erlebnisse im Alltag sehr stark zum Wohlbefinden bei. Raffen Sie sich also auf, verabreden Sie sich mit netten Leuten und verschaffen Sie sich ein bisschen Genuss im Alltag. 

Lichtduschen

Sie schaffen es nicht, sich ausreichend Bewegung im Hellen zu verschaffen? Dann könnte auch die "Lichtdusche" etwas für Sie sein, bei der Sie sich täglich etwa eine halbe Stunde von einer besonderen, sehr hellen Lampe mit etwa 10.000 Lux bescheinen lassen.  Solche "Lichttherapielampen" sind im Fachhandel erhältlich. Fragen Sie, wenn nötig, vorab Ihren Arzt, ob eine Lichtdusche für Sie sinnvoll wäre - vor allem, wenn Sie unter Hautkrankheiten, Problemen mit den Augen oder generell unter Lichtempfindlichkeit leiden. 

Hab ich eine Depression?

Während Schlafbedürfnis und gesteigerter Appetit die Herbst- und Winterdepression kennzeichnen, ist die "normale" Depression oft von Schlafstörungen und Appetitmangel begleitet. Die Herbst- und Winterdepression verschwindet mit der hellen Jahreszeit von selbst - die "normale" Depression nicht. Sie glauben, dass Sie möglicherweise an einer Depression leiden? Verschaffen Sie sich einen ersten Eindruck mit unserem Test .

Im Zweifel zum Arzt 

Depressionen können in der Regel gut behandelt werden, wenn sie richtig erkannt werden. Gehen Sie im Zweifel zum Arzt und besprechen mit ihm Ihre Symptome. Er wird auch feststellen, ob es sich um eine Herbst- oder Winterdepression handelt oder nicht.