Aus der mit bloßem Auge kaum sichtbaren Eizelle und der Samenzelle entwickelt sich innerhalb von neun Monaten Ihr Baby: Ein komplexes, eigenständiges Geschöpf, ausgestattet mit allem, was es zum Leben benötigt. In den folgenden Wochen und Monaten wird sich Ihr Körper verändern und schon jetzt beginnt der Organismus, sich auf das Ereignis Geburt vorzubereiten. Davon spüren Sie in den ersten Wochen allerdings noch wenig.

"Kopf-Körper-Kind"

Um Schwangerschaft und Geburt positiv zu erleben, müssen Denken, Fühlen und Erleben im Einklang stehen. Hebammen sprechen deshalb von der Einheit "Kopf-Körper-Kind". Diese Einheit entsteht überwiegend auf emotionaler Ebene und muss im Laufe der Schwangerschaft reifen. Machen Sie sich deshalb bereits in den ersten Schwangerschaftswochen grundlegende Gedanken darüber, was Ihnen für Schwangerschaft und Geburt wichtig ist. Hilfreich sind dabei Gespräche mit Ihrem Partner, mit Arzt und Hebammen sowie der Erfahrungsaustausch mit anderen Schwangeren oder jungen Eltern.

Die Erfahrung zeigt: Je besser Sie informiert sind, desto besser können Sie mit den Hochs und Tiefs umgehen, die jede Schwangerschaft mit sich bringt.

Schwangerschaftskalender

Anhand unseres Schwangerschaftskalenders möchten wir Ihnen zeigen, wie Ihr Baby sich entwickelt, Ihr Körper sich auf die Schwangerschaft einstellt und mit welchen Veränderungen Sie rechnen müssen. Denken Sie jedoch daran, dass jede Frau ihre ganz persönliche Schwangerschaft erlebt. Die beschriebenen körperlichen und seelischen Veränderungen treten nicht bei allen Schwangeren in gleichem Maße und in der genannten Reihenfolge auf.

SSW 0 - 4: Der erste Monat

Nach dem Geschlechtsverkehr wandern Millionen von Samenzellen aus dem hinteren Scheidenbereich durch den Gebärmutterhals und die Gebärmutter in Richtung Eileiter. Nur einige hundert überleben die Reise.


Ungefähr in der Mitte des Eileiters treffen sie, wenn alles nach Plan geht, auf eine Eizelle (1). Diese hat sich nach dem Eisprung in der Regel zwischen dem zwölften und 14. Zyklustag auf den Weg in die Gebärmutter gemacht.

Nur eine einzige Samenzelle vereinigt sich mit der Eizelle. Anschließend setzt die befruchtete Eizelle, die sogenannte Zygote, ihre Reise in die Gebärmutterhöhle (3) fort, die sie wenige Tage später erreichen wird. Einen Tag nach der Befruchtung teilt sich die Eizelle zum ersten Mal (2), bei Ankunft in der Gebärmutter hat sie sich bereits mehrfach geteilt. Man spricht jetzt von einer Keimblase oder Blastozyste (4). Sie setzt sich aus einer äußeren Wand, dem Trophoblasten (5) und einer inneren Zellansammlung, dem Embryoblasten (6), zusammen.

Die Keimblase nistet sich schließlich fünf bis sieben Tage nach der Befruchtung in die durch Hormone (HCG, Progesteron, Östrogene) aufgelockerte Gebärmutterschleimhaut ein (Implantation) und ist dann vollständig von Schleimhaut umgeben.

Noch ahnen Sie vermutlich nicht, welche Veränderungen sich zu diesem Zeitpunkt in Ihrem Inneren abspielen.

Der Embryo richtet sich ein

Aus den Zellen der äußeren Wand der Blastozyste entsteht die Zottenhaut (Chorion) (1), aus dem Embryoblasten bildet sich der Embryo und die Eihaut (Amnion) (2). Die Zottenhaut und die Gebärmutterschleimhaut verschmelzen zu einer funktionellen Einheit, der Plazenta (3), die den Embryo mit Nahrung und Sauerstoff versorgt und schwangerschaftserhaltende Hormone (HCG, Progesteron, Östrogene) sowie Stoffe zur Immunabwehr bildet.

Heute weiß man, dass nur etwa die Hälfte aller befruchteten Eizellen tatsächlich zu einer erfolgreichen Einnistung kommt. Verbinden sich aber Keimling und mütterlicher Blutkreislauf, beginnt der Wachstumssturm des Embryos.

SSW 5 - 8: Der zweite Monat

Möglicherweise beginnen Sie aufgrund erster körperlicher Symptome zu ahnen, dass Sie schwanger sein könnten.

Dazu gehört etwa das Ausbleiben der Regel, empfindlichere Brüste, häufigeres Wasserlassen, leichte Übelkeit vor allem am Morgen oder zunehmende Geruchsempfindlichkeit. Häufige Symptome der Frühschwangerschaft können auch Geschmacksveränderungen, Heißhunger, zum Beispiel auf Saures, oder starke Müdigkeit sein.

Ersten Aufschluss gibt ein Schwangerschaftstest, den Sie zu Hause machen können. Diese Tests haben mittlerweile eine hohe "Trefferquote" und können schon kurz nach Ausbleiben der Regel sichere Ergebnisse liefern. Letzte Gewissheit bringt der Gang zum Frauenarzt, der mit einem Urintest und einer Ultraschalluntersuchung die Schwangerschaft bestätigt.

Stürmische Entwicklung

Kaum zu glauben, wie rasant der Embryo sich entwickelt. Die Plazenta (1) läuft auf Hochtouren. Von der fünften bis zur achten Schwangerschaftswoche wächst der Embryo bis auf knapp 2,5 Zentimeter. Anhand der sogenannten Scheitel-Steiß-Länge des Embryos, das heißt dem Maß vom Scheitel bis zum Gesäß, kann Ihr Frauenarzt ab etwa der 6. Schwangerschaftswoche durch Ultraschall ziemlich genau den Geburtstermin errechnen.

Die Wirbelsäule bildet sich ebenso wie Anlagen für Kopf, Rumpf, Arme und Beine. Alle größeren Organe und Organsysteme werden in dieser Zeit angelegt. Dies ist zunächst das sogenannte Neuralrohr, aus dem dann Gehirn und Rückenmark hervorgehen. Der Kopf ist fast genauso groß wie der Körper. Mit einem einfachen zirkulierenden Blutstrom kann ab der vierten Schwangerschaftswoche gerechnet werden, eine Herzaktion kann ab der sechsten Woche im Ultraschall erfasst werden.

Bis zum Ende der achten Woche sind Rückenmark und Gehirn fast vollständig angelegt. Aus Gliedmaßenstummeln entwickeln sich Vertiefungen, die dann zu Fingern und Zehen knospen. Das Gesicht bekommt zunehmend menschliche Züge. Oberlippe, Augenlider, Nasenspitze werden sichtbar.

SSW 9 - 12: Der dritte Monat

Unter dem Einfluss der Schwangerschaftshormone kommt es zu erheblichen Veränderungen Ihres Körpers.

So bewirken Östrogene das zunehmende Wachstum der Brust und der Gebärmutter. Auch die vermehrten Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe gehen auf ihr Konto. Dadurch werden auch Ihre Gesichtszüge weicher, denn die Wasseransammlungen glätten die Haut.

Progesteron wirkt entspannend auf die Muskulatur der Gebärmutter. Unglücklicherweise reagieren auch alle Schließmuskeln und der Darm auf dieses Hormon, sodass es zu Verstopfung, Blähungen oder Sodbrennen kommen kann. Progesteron ist auch an der Auflockerung des Bindegewebes und der Bänder beteiligt, was die Haut auf die Dehnung in den späteren Schwangerschaftsmonaten vorbereitet. Das mit allen gängigen Schwangerschaftstesten nachweisbare Schwangerschaftshormon HCG sorgt für die Unterdrückung der Periodenblutung.

Möglicherweise ist HCG eine der Ursachen für die Übelkeit in den ersten Monaten, die nun allmählich nachlässt. Sie sollten daran denken, Ihre Zähne gut zu pflegen und sich eventuell einen Zahnarzttermin vorzumerken, denn das Zahnfleisch wird jetzt empfindlicher. Ganz normal ist im Übrigen eine leichte Vergrößerung der Schilddrüse. Aufgrund des höheren Jodbedarfs sollten Sie zusätzlich Jod erhalten. Denken Sie auch daran, sich einen gut sitzenden, verstellbaren BH zuzulegen.

Sicherlich werden Sie in dieser Zeit mit einer Reihe widersprüchlicher Gefühle konfrontiert. In die Glücksgefühle und Vorfreude auf Ihr Kind mischen sich Zukunftsängste und Zweifel. Auch Beschwerden einer Frühschwangerschaft wie Übelkeit und Erbrechen können die Freude erheblich trüben. Diese Gefühle sind aber normal und Teil Ihrer seelischen und körperlichen Anpassung an die veränderte Lebenssituation.

Organentwicklung in vollem Gang 

Die Organbildung erlebt nun ihren Höhepunkt. Große Teile der Organentwicklung wie auch der Muskelbildung, werden bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels abgeschlossen sein. Der Embryo sieht einem Kind immer ähnlicher.

Ohrmuscheln und Nase haben sich ausgebildet ebenso wie Finger und Zehen. Im Ultraschall kann man bereits lebhafte Kindsbewegungen sehen, auch wenn diese für Sie noch nicht spürbar sind.

Auch haben sich Hoden oder Eierstöcke entwickelt, der Hoden nimmt die Bildung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron auf. Die Bauchspeicheldrüse tritt in Aktion und setzt Insulin in die Blutbahn frei. Inzwischen ist das Baby etwa sechs Zentimeter groß und wiegt höchstens 18 bis 20 Gramm.

SSW 13 - 16: Der vierte Monat

Mit Beginn des vierten Monats tritt Ihre Schwangerschaft meist in eine stabilere Phase und die Gefahr einer Fehlgeburt nimmt deutlich ab.

Auch auf der Waage macht sich der Zuwachs nun bemerkbar: Sie nehmen an Gewicht zu. Wie viel Gewicht Sie zunehmen, kann dabei sehr unterschiedlich sein.

Als Faustregel sagt man, dass eine Schwangere jeden Monat zwischen einem und eineinhalb Kilogramm zulegen soll.

Zu viele Kilos sollten es allerdings auch nicht sein, da eine zu starke Gewichtszunahme ein Risiko für das Kind darstellt. Ihre Gebärmutter wächst kontinuierlich: Hat sie anfänglich etwa Birnengröße, ist sie in der 36. Woche so groß, dass sie bis zum Brustbein reicht.

Wie viel muss ich an Gewicht zulegen?

Die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist individuell. Eine Gewichtsabnahme oder übermäßige -zunahme sollte allerdings vermieden werden, da sonst Probleme während der Schwangerschaft auftreten können.

Die normale Gewichtszunahme entfällt jeweils zu etwa einem Drittel auf Ihr Baby und Wassereinlagerungen und zu zwei Drittel auf die vermehrte Blutmenge, Ihre Gebärmutter sowie Brüste, Fruchtwasser und Plazenta.

Vom Embryo zum Fetus

Für das Kind beginnt nun die Fetalperiode. In der engen Fruchthöhle schwebend probiert es schon eine Menge aus, was es später brauchen wird: Daumen lutschen, Mund öffnen und schließen, wasserlassen, Fäuste ballen, Stirnrunzeln, Augenbrauen heben, gähnen, dehnen, Augen bewegen und schlucken. Der Brustkorb hebt und senkt sich, als ob das Baby atmen würde. Vieles davon ist im Ultraschall zu sehen.

Es bildet sich Knochengewebe, die Augen wandern an die vorgesehene Stelle, die Fingernägel haben sich gebildet. Schließlich sind die Geschlechtsorgane fertig entwickelt, sodass Ihr Arzt im Ultraschall das Geschlecht bestimmen kann. Bis zum Ende des vierten Monats ist das Baby bis auf etwa 150 bis 200 Gramm herangewachsen und misst eine Länge von bis zu 16 Zentimetern.

Der Kreislauf des Babys

Da die Lunge erst nach der Geburt mit Sauerstoff gefüllt wird, unterscheidet sich der Kreislauf des ungeborenen Kindes wesentlich von dem eines Neugeborenen.

Fetales Blut wird in der Plazenta (1) mit Sauerstoff angereichert und gelangt über die Nabelschnur zurück in den Kreislauf des Kindes. Dort mischt es sich teilweise mit sauerstoffärmerem Blut aus den unteren Körperregionen des Babys. Über die Hohlvene gelangt es zunächst in das rechte Herz.

Über drei "Abkürzungen" im fetalen Herzen (2 = Foramen ovale, 3 = Ductus arteriosus und 4 = Ductus venosus) fließt das Blut dann unter weitestgehender Umgehung des Lungenkreislaufes in den Körper des Ungeborenen. Ist der Sauerstoff verbraucht, fließt das Blut über die Nabelschnur wieder in die Plazenta zurück, um erneut frischen mütterlichen Sauerstoff zu tanken. Erst bei der Geburt, wenn sich die Nabelschnurgefäße verschließen, stellt sich der Kreislauf um und die Lungen beginnen Sauerstoff aufzunehmen.

SSW 17 - 20: Der fünfte Monat

Ihnen wird jetzt täglich mehr bewusst, dass in Ihnen ein kleiner Mensch heranwächst, der Ihre ganze Aufmerksamkeit fordern wird.

Da ist es ganz natürlich, dass Sie neben Glück und Freude manchmal auch Zweifel und Ängste spüren, angesichts der großen Veränderungen, die auf Sie und Ihre Familie zukommen. Sehr viele Schwangere empfinden solche schwankenden Stimmungslagen. Heute weiß man, dass vor allem Hormone und Hormonumstellungen während der Schwangerschaft an dieser seelischen Achterbahn Schuld sind.

Sie werden nun mehr in sich hineinhorchen und bald die ersten deutlich wahrnehmbaren Bewegungen Ihres Kindes spüren. Frauen, die ihr erstes Kind bekommen, registrieren dies etwa in der 20. Schwangerschaftswoche, Frauen, die bereits geboren haben ungefähr zwei Wochen früher.

Am Anfang können sich die Bewegungen anfühlen wie ein Vogelflattern oder das Zerplatzen von Seifenblasen. Erst später bemerken Sie richtige Stöße oder beobachten die Bewegungen sogar auf dem Bauch.

Hurra, es bewegt sich! 

Das Baby muss nur noch wachsen und reifen, die Entwicklung ist weitgehend abgeschlossen. Es wird immer aktiver und lebhafter, es übt und erprobt Arme und Beine, tritt um sich, greift und saugt.

Auf Sinnesreize reagiert ihr Baby nun zunehmend sensibel. Ab der 18. Woche ist bereits ein Saugreflex auslösbar. Auch das Gehör macht große Fortschritte. Mit 20 Wochen kann Ihr Kind bereits hören und Geräuschvariationen verarbeiten. Sprechen Sie mit Ihrem Baby oder hören Sie gemeinsam Musik.

Sie werden feststellen, dass Ihr Kind viele Geräusche später wiedererkennt, mit denen es in der Schwangerschaft in Berührung kam.

Um die 18. Woche herum beginnt Ihr Baby zwischen süß und bitter zu unterscheiden und stellt bald fest: Fruchtwasser schmeckt nicht immer gleich, denn der Geschmack des Fruchtwassers hängt stark von den mütterlichen Ernährungsgewohnheiten ab.

Flaumhaare, auch Lanugohaare genannt, wachsen und Hauttalg vermischt sich mit Hautzellen zur sogenannten Käseschmiere, die an den Lanugohaaren und der Haut haften bleibt und sie schützt. Augenbrauen und Haupthaar sind jetzt ebenfalls sichtbar.

Mittlerweile hat das Baby ein Gewicht von etwa 300 Gramm erreicht und misst 16 bis 25 Zentimeter.

SSW 21 - 24: Der sechste Monat

Die Gebärmutter ist in der Zwischenzeit über die Nabelhöhe hinaus gewachsen.

Gelegentliches Ziehen im rechten und linken Unterbauch ist dabei völlig normal, da sich der gesamte Halteapparat der Gebärmutter dem rasanten Wachstum des Organs anpassen muss. Hin und wieder bemerken Sie auch ein kurzfristiges Hartwerden der Gebärmutter, Kontraktionen oder Schwangerschaftswehen, die Sie nicht beunruhigen müssen.

Es handelt sich dabei um "Übungswehen" zur Vorbereitung auf die Geburt. Gelegentlich öffnet sich platz- und hormonbedingt der Schließmuskel zum Magen (1). Sie können dann Sodbrennen spüren und müssen manchmal sauer aufstoßen.

Nehmen Sie mit Ihren Händen öfter Kontakt zum Baby auf. Schlanke Frauen können etwa ab Ende des 6. Monats durch die Bauchdecke hindurch ihr Kind tasten, bei kräftigeren Frauen dauert es möglicherweise etwas länger. Ihr Baby ist in der Gebärmutter sehr gut gegen Stöße geschützt (auch bei einem Unfall), sodass Sie nicht befürchten müssen, durch Druck von außen Ihrem Baby weh zu tun.

Ihre Brust wird unter dem Einfluss der Schwangerschaftshormone (HCG, Progesteron, Östrogene) größer und schwerer, sodass Sie vielleicht einen neuen BH benötigen. Für Frauen mit kleinen Brüsten gilt: Machen Sie sich keine Sorgen über die Größe, da sich aus ihr nicht auf die spätere Milchmenge schließen lässt.

An der Grenze zur Lebensfähigkeit

Das Baby muss noch weiter heranreifen. Offenbar macht es ihm Spaß, denn man kann im Ultraschall beobachten, wie es am Daumen lutscht, saugt und Purzelbäume schlägt. Inzwischen sind Finger- und Fußnägel fast vollständig entwickelt. Die Haut ist noch rötlich durchscheinend und runzelig, da das Unterhautfettgewebe fehlt. Die Proportionen Ihres Babys ähneln immer mehr denen eines Neugeborenen, das heißt der zunächst überproportional große Kopf wächst nun nicht mehr in dem Maße wie es der Körper tut. Immerhin wächst Ihr Kind etwa fünf Zentimeter pro Monat.

Während die anderen Organe schon ziemlich reif sind, hat sich die Lunge noch nicht weit genug entwickelt. Wenn man Glück hat und das Baby richtig liegt, kann man die kindlichen Herztöne jetzt schon mithilfe eines Stethoskops hören. Ab Ende der 24. Schwangerschaftswoche hätte Ihr Baby eine Chance, auch außerhalb der Gebärmutter zu überleben, wenn auch mit großem intensivmedizinischem Aufwand. Es hat nun ein Gewicht von etwa 500 Gramm erreicht.

SSW 25 - 28: Der siebte Monat

Seit Beginn der Schwangerschaft haben Sie bislang etwa sechs bis sieben Kilogramm zugelegt.

Durch das vermehrte Gewicht der Gebärmutter verändert sich die gesamte Statik Ihres Körpers. Dies verleiht Ihnen den typischen würdevollen Gang einer Schwangeren. Auch Ihr Herz-Kreislauf-System wird nun zunehmend gefordert. Das Gesamtblutvolumen steigt im Laufe der Schwangerschaft um etwa 1,5 Liter, die zusätzlich durch den Körper gepumpt werden müssen. Die Pulsfrequenz erhöht sich. Um die bei den enormen Stoffwechselleistungen freiwerdende Wärme abzuführen, werden besonders die Hände gut durchblutet. Im Schnitt ist Ihre Hauttemperatur während der Schwangerschaft um etwa zwei Grad Celsius erhöht.

Möglicherweise fühlen Sie sich nun auch etwas unbeweglicher. Gestalten Sie deshalb Ihre körperlichen Aktivitäten entsprechend gemäßigter. Sie und Ihr Kind benötigen viel körperliche und seelische Ruhe. Zuviel Stress kann schaden. Nicht selten meldet der Körper dann eine drohende Überforderung durch vorzeitige Wehentätigkeit. Ihr Kind kann auf Ihre Blase drücken, sodass Sie häufiger Wasserlassen müssen. Auch bilden sich bei manchen Frauen Schwangerschaftsstreifen, die von der Dehnung der Haut herrühren und die nach der Geburt wieder verblassen.

Das wache Baby

Ihr Baby öffnet nun die Augen, sodass es hell von dunkel unterscheiden kann. Auch hört es mittlerweile sehr gut. Wie man heute weiß, reagieren Ungeborene auf Musik und Stimmen. Aufgeregtes Strampeln und schneller Herzschlag können auf Abneigung hindeuten, sanfte Melodien hingegen beruhigen das Baby spürbar. Sprechen Sie mit Ihrem Kind, singen Sie ihm etwas vor! Die meisten Organsysteme sind weitgehend ausgereift, es fehlt nur noch die Feinabstimmung. Lediglich die Lunge hinkt der Entwicklung hinterher und ist noch nicht voll funktionsfähig.

Käme Ihr Kind nun als Frühgeburt auf die Welt, könnte es dank intensivmedizinischer Bemühungen trotzdem überleben. Dennoch ist bei einer drohenden Frühgeburt nun jeder Tag, den Ihr Kind im Mutterleib länger "reift ", wichtig. Die Hälfte der Feten hat jetzt die am häufigsten vorkommende Schädellage eingenommen. Der Kopf liegt unten in Richtung der Geburtswege. Durch die Größenzunahme des Kindes wird der Platz in der Gebärmutter immer enger. Das Baby ist von Scheitel bis zur Ferse etwa 40 Zentimeter groß und 1.000 bis 1.300 Gramm schwer.

SSW 29 - 32: Der achte Monat

Die immer größer werdende Gebärmutter verdrängt nun zunehmend die anderen Organe im Bauchraum.

Dies führt häufig zu typischen Beschwerden wie Sodbrennen, Verstopfung, Rückenschmerzen und Harndrang. Manche Hausmittel schaffen hier Abhilfe - fragen Sie Ihre Hebamme danach. Bei Anstrengung kommen Sie leicht außer Atem und die Finger schwellen leichter an. Es können sich nun Krampfadern und Hämorrhoiden ausbilden oder verstärken. Legen Sie zur Entlastung Ihrer Venen möglichst oft die Beine hoch und vermeiden Sie längeres Stehen.

Viele Frauen bemerken in der Schwangerschaft, vor allem im mittleren Drittel, vermehrt Ausfluss. Hormonbedingt können häufiger Pilzinfektionen auftreten, die das Risiko von Frühgeburten erhöhen können. Diese Pilzinfektionen werden nach neuesten Erkenntnissen durch einen gestörten pH-Wert der Vaginalschleimhaut begünstigt. Mit speziellen Indikatorstäbchen lässt sich der pH-Wert leicht und schmerzlos feststellen und kann gegebenenfalls durch unschädliche Vaginalkapseln oder -zäpfchen mit Milchsäurebakterien reguliert werden. Natur-Joghurt, der zum Beispiel mit einem Tampon eingeführt werden kann, ist eine günstige Alternative zu Kapseln oder Zäpfchen.

Überanstrengen Sie sich nicht, auch wenn Ihr Körper für die Aufgaben der Schwangerschaft und Geburt von Natur aus bestens gerüstet ist. Falls Sie schon das Geschlecht Ihres Babys kennen: Haben Sie schon den Namen des Babys ausgesucht? Hilfreiche Namenslisten finden Sie auch im Internet.

Das Baby legt zu

Allmählich wird es eng im Bauch der Mutter. Bis zum Ende der 32. Schwangerschaftswoche nimmt die Scheitel-Steiß-Länge des Babys auf 40 Zentimeter zu, es wiegt fast 2.200 Gramm.

Der Kopf wächst bis auf einen Durchmesser von über acht Zentimetern heran. Auch die Fettpolster unter der Haut werden dicker, bei Jungen sind die Hoden in die Leisten und dann weiter in den Hodensack gewandert.

Käme Ihr Baby jetzt auf die Welt, bräuchte es immer noch intensivmedizinische Versorgung in einem Brutkasten. Nach wie vor ist die Lungenreifung noch nicht vollzogen. Droht eine Frühgeburt, kann die Lungenreifung des Babys durch Kortisonspritzen beschleunigt werden.

SSW 33 - 36: Der neunte Monat

Ab jetzt gehen Sie alle zwei Wochen zur Vorsorgeuntersuchung, damit mögliche Störungen in den letzten Wochen der Schwangerschaft frühzeitig erkannt werden.

Für Schwangere in einem Arbeitsverhältnis beginnt nun der Mutterschutz. Ihr Bauch wird Sie im Alltag nun doch deutlich behindern.

Sie wiegen jetzt etwa zehn bis elf Kilogramm mehr als vor der Schwangerschaft. In Rückenlage drückt das zunehmende Gewicht der Gebärmutter (sie wiegt bei der Geburt immerhin sechs bis sieben Kilogramm) auf die untere Hohlvene. Dadurch staut sich das Blut aus der unteren Körperhälfte und kann nicht ausreichend zum Herzen (1) zurückfließen. Das führt zu einem Blutdruckabfall mit Schwindelgefühl, Herzklopfen und Übelkeit.

Auch die Durchblutung der Gebärmutter und des Mutterkuchens ist in dieser Zeit gestört. Deshalb sollten Sie im letzten Drittel der Schwangerschaft möglichst wenig auf dem Rücken liegen. Manche Frauen bevorzugen zum Schlafen in Seitenlage die Unterstützung durch ein Stillkissen. Viele Frauen klagen in den letzten Wochen der Schwangerschaft über Schlafstörungen. Das ist ganz normal. Nächtliches Wasserlassen oder "eingeschlafene" Hände sind dabei mögliche Gründe.

Die Nacht ist nun häufig die Zeit des Grübelns: Sie beschäftigen sich immer intensiver mit der herannahenden Geburt Ihres Kindes. Probieren Sie Entspannungs- und Atemübungen, die Sie während des Geburtsvorbereitungskurses kennengelernt haben. Nutzen Sie auch den Tag, um fehlenden Nachtschlaf auszugleichen.

Übung macht den Meister

Ihr Baby erprobt und erweitert weiter seine Fähigkeiten, die es in den letzten Monaten gewonnen hat:

  • Seine Atembewegungen trainieren die Lunge
  • Das Trinken und Ausscheiden von Fruchtwasser übt Magen, Niere und Blase, Daumen lutschen fördert den Saugreflex
  • Das Strampeln hilft den späteren Druck der Gebärmutter besser auszuhalten
  • Das Öffnen und Schließen der Augen ermöglicht es dem Baby, draußen auf das Licht zu reagieren
  • Das Anlegen von kräftigen Fettpolstern verhindert einen übermäßigen Temperaturschock beim Verlassen des schützenden mütterlichen Körpers

Die meisten Babys liegen jetzt in der richtigen Geburtslage mit dem Kopf nach unten. Gegen Ende der 36. Woche oder eine Woche später tritt der Kopf des Babys in das kleine Becken ein. Dadurch senkt sich die Gebärmutter etwas nach unten, der Bauch rutscht tiefer. Die meisten Schwangeren werden nun freier atmen können. Das Kind ist praktisch vollständig ausgereift.

SSW 37 - 40: Der zehnte Monat

Trotz aller Ungewissheit, wie es nach der Geburt weitergehen wird, werden Sie froh sein, dass die Schwangerschaft sich ihrem Ende zuneigt.

Das Gewicht, durchschnittlich zehn bis 15 Kilogramm Zunahme im Verlauf der Schwangerschaft, macht sich nun deutlich bemerkbar. Nachdem sich das Kind im Becken gesenkt hat, ist der Schwerpunkt des Körpers verlagert und Ihre Rückenmuskulatur damit oft überlastet.

Vorwehen treten jetzt häufiger auf. Sie spüren sie als wellenförmige Anspannung der Gebärmutter, die sich von oben nach unten ausbreitet. Wehen lockern den Gebärmutterhals auf, der untere Gebärmutterabschnitt wird gedehnt. Sind Sie sich nicht sicher, ob es sich nur um Vorwehen handelt oder ob die Geburt anfängt, so hilft oft ein warmes Bad. Während Vorwehen oder lästige Kontraktionen damit meist verschwinden, werden "echte" Geburtswehen dadurch stärker.

Bei vielen Schwangeren zögert sich die Geburt hinaus, der berechnete Geburtstermin wird überschritten. Aber keine Sorge, denn nur vier Prozent aller Schwangeren entbinden am errechneten Termin. Die meisten Babys kommen im Zeitraum von zwei Wochen vor oder nach dem Termin auf die Welt. Sie können die Geburt eventuell selbst beschleunigen, indem Sie zum Beispiel einen langen Spaziergang unternehmen oder intensiven Sex mit ihrem Partner haben.

Sind Sie sich nicht sicher ob die Geburt losgeht, hilft oft ein Telefonat mit Ihrer Hebamme. Verschiedene Anzeichen weisen darauf hin, dass es nun wirklich ernst wird:

  • Der Muttermund öffnet sich, wobei ein gallertartiger Schleimpfropf abgeht, der vorher den Muttermund verschlossen hatte.
  • Fruchtwasser geht tröpfchenweise oder im Schwall ab (Blasensprung). Sie sollten dann sofort in die Klinik fahren. Fragen Sie Ihren Frauenarzt bei den letzten Vorsorgeuntersuchungen, "ob das Köpfchen schon fest ist". Steht der kindliche Kopf noch recht hoch, sollten Sie einen Krankenwagen rufen, der Sie in die Klinik bringt.
  • Die Wehen setzen ein. Treten Wehen regelmäßig alle fünf bis zehn Minuten auf und dauern sie etwa eine Minute lang, so sind es wahrscheinlich keine Vorwehen mehr.
  • Auch die Intensität ist entscheidend: Geburtswehen erfordern Ihre gesamte Konzentration. Sie können währenddessen nicht mehr reden oder einer anderen Beschäftigung nachgehen.

Perfekt vorbereitet

Bald ist es soweit. Das Baby sammelt Energie, damit es die mühsame Reise aus dem Bauch der Mutter in die Welt hinein und die erste Zeit danach gut übersteht. In den vergangenen acht Wochen hat es noch einmal mächtig zugelegt und sein Gewicht verdoppelt. Das Baby speichert Eisen und Spurenelemente und die Mutter versorgt das Baby zum letzten Mal mit eigenen Schutzstoffen, den sogenannten Antikörpern.

Sie stärkt so das Abwehrsystem des Babys gegen Infektionskrankheiten, bevor dieses sein eigenes Immunsystem aufgebaut hat. Nach 40 Wochen Schwangerschaft ist das Baby perfekt vorbereitet auf die Geburt. Es misst vom Scheitel bis zur Ferse 48 bis 54 Zentimeter und wiegt 2.800 bis 4.000 Gramm. Der Durchmesser des Kopfes liegt zwischen 95 und 105 Millimetern.