Sie kümmern sich schon heute um die Gesundheitsversorgung von morgen: Die Preisträgerinnen und Preisträger der Health-i Initiative haben die begehrten Auszeichnungen erhalten. Die Health-i Jury und das fachkundige Publikum auf der Preisverleihung in Berlin haben die Besten des Jahrgangs 2022 gekürt. In der Kategorie Start-ups war die Entscheidung diesmal besonders knapp.

Live-Voting entscheidet über Sieg in der Kategorie Start-ups

Bereits während der Jury-Sitzung im Juli lagen die Bewerbungen der jungen Unternehmen dicht beieinander, sodass schließlich die Health-i Community vor Ort in Berlin die entscheidende Stimme in Form eines Publikums-Votings erhielt. Nur rund zwei Prozentpunkte trennten am Ende den Sieger, das Team der App Endo Health, vom Zweitplatzierten Digital Health Systems. Auf dem dritten Rang landete Cytolytics.

Der Modus ist für alle drei Start-ups derselbe gewesen: In nur 90 Sekunden sollten sie ihre Lösung umreißen und die größten Vorteile nennen; anschließend blieb Zeit für kurze Rückfragen. Dr. Nadine Rohloff überzeugte das Health-i Publikum mit ihrer Endo-App, die die Lebensqualität von Endometriose-Patientinnen nachhaltig verbessern soll, am meisten: "Eine von zehn Frauen im gebärfähigen Alter leidet unter Endometriose, teilweise mit so starken Schmerzen, dass Betroffene kaum einen Schritt tun können. Wir helfen, diese Leiden nachweislich zu lindern", sagt Rohloff.

Sie gestalten die Zukunft in der Gesundheitsversorgung. Das ist ein enormes Potenzial, das wir heben können und müssen. Machen Sie weiter so! Volker Wissing, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur

Siegerin in der Kategorie Start-ups

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Dr. Nadine Rohloff mit der Health-i Trophäe kurz nach dem Sieg: Ihre Endo App, die Patientinnen mit Endometriose zu mehr Lebensqualität verhelfen soll, überzeugte sowohl die Jury als auch das Publikum vor Ort. Endo Health erhielt die meisten Stimmen.

Ein Patient, eine Tablette, einmal am Tag

Ebenso präzise brachte Prof. Dr. Christian Franken von Digital Health Systems (DiHeSys) die Vorteile seines 3D-Druckers für Tabletten und Wirkstoffträger auf den Punkt. Insbesondere in der Schwerpunktversorgung bietet die Technologie des jungen Unternehmens Vorteile für Betroffene, denen so die Einnahme von vielen Tabletten pro Tag erspart bleibt. Frankens prägnanter Dreiklang im Pitch: "Ein Patient, eine Tablette, einmal am Tag."

Die Krebsdiagnose revolutionieren

Can Pinar, CEO von Cytolytics, war in seinem Pitch nicht minder ambitioniert: "Wir wollen die Krebsdiagnose revolutionieren." Die KI-gestützte Software des jungen Unternehmens analysiert dazu automatisiert medizinische Daten, die per Durchflusszytometrie gewonnen werden und normalerweise nur in Zentrallaboren zur Verfügung stehen. Die Lösung von Cytoloytics liefert dieselben Labor-Erkenntnisse mit geringerem Technikaufwand in Minuten anstatt Stunden.

Kategorie Junge Projekte

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Sieg in der Kategorie Junge Projekte: Christina Weber und Edoardo Romero Borrero aus dem Management-Team von Puray erhielten den Health-i Award in der Kategorie Junge Projekte für die Entwicklung eines selbststerilisierenden Harnwegskatheters.

In der Kategorie Junge Projekte wurde das Team von Puray mit einem Health-i Award geehrt. Das Team hat einen selbstdesinfizierenden Harnwegskatheter entwickelt, der Keime mittels UV-C-Licht abtötet, dabei aber keine menschlichen Zellen beschädigt - ein großes Plus für Betroffene in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern.

Kategorie Unternehmen

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OnlineDoctor gewinnt in der Kategorie Unternehmen: Dr. Philipp S. F. Wustrow und Dr. Max Tischler mit ihrem Health-i Award
Ganz im Sinne der Patientinnen und Patienten wurde auch OnlineDoctor im Jahr 2016 gegründet. Sechs Jahre später gewinnt die Teledermatologie-Plattform mit dem kurzen Weg zur hautärztlichen Expertise den Health-i Award in der Kategorie Unternehmen. "Die eigene Idee challengen zu lassen, von der Jury und der Community, das ist unglaublich wertvoll", sagt Dr. Philipp S. F. Wustrow von OnlineDoctor, der den Austausch und die neuen Kontakte durch die Health-i Initiative besonders schätzt. "Die Ideen und Gedanken, die wir mitnehmen, sind eine Bereicherung für uns", sagt er.

Die Chancen der Digitalisierung endlich nutzen

Das Hinterfragen des Bestehenden, vor allem beim Umgang mit Daten, ist das Anliegen, das Health-i Mitinitiator Dr. Jens Baas und Prof. Dr. Jochen A. Werner dem Publikum mitgeben. Der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse und der wissenschaftliche Partner der Health-i Initiative von der Universitätsmedizin Essen wünschen sich mehr Bewegung in ihrer Branche. Baas konstatiert: "Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen verläuft katastrophal langsam." Das liege auch am umfangreichen Schutz der Patientendaten. Um die "handfesten Vorteile, die die Digitalisierung uns bietet", nutzen zu können empfiehlt er, genau abzuwägen und die Nutzung von Daten möglichst schnell in einem verantwortungsvollen Rahmen zuzulassen. Prof. Dr. Jochen A. Werner sieht die Patientinnen und Patienten als unmittelbare Profiteure eines maßvolleren Datenschutzes: "Wenn wir die Daten, die wir haben, nicht nutzen, machen wir uns schuldig, dass die Kranken nicht gesund werden."

Wenn wir die Daten, die wir haben, nicht nutzen, machen wir uns schuldig, dass die Kranken nicht gesund werden. Prof. Dr. Jochen A. Werner

Die Health-i Gewinnerinnen und Gewinner des Jahres 2022 - OnlineDoctor, Puray undEndo Health - zeigen schon heute, wie das Gesundheitswesen von morgen durch innovative Anwendungen profitiert. Seine Worte richtet Volker Wissing, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, aus diesem Grund auch nicht als Grußwort, sondern als Appell an die Health-i Community: "Sie gestalten die Zukunft in der Gesundheitsversorgung. Das ist ein enormes Potenzial, das wir heben können und müssen. Machen Sie weiter so!"

Gute Ideen ins System bringen

Die Health-i Initiative zeigt, wie viel Innovationskraft in Deutschland in Sachen digitaler Gesundheit steckt und macht deutlich, wo wir an den Rahmenbedingungen für Innovationsförderung noch arbeiten müssen.

Mit dem Health-i Award bieten wir Vordenkerinnen und Vordenkern mit smarten Ideen für das Gesundheitswesen die Möglichkeit, sich einem breiten Publikum an Entscheiderinnen und Entscheidern aus der Gesundheitsbranche zu präsentieren, ihr Netzwerk auszubauen und so wichtige Grundsteine zu legen, damit ihre Ideen auch in der Versorgungsrealität ankommen.