Psychotherapie

Erfahren Sie mehr über die neuen psychotherapeutischen Behandlungsformen ab April 2017, wie Sie einen Therapeuten finden und wie Sie die Psychotherapie beantragen.

 

Was ist neu ab dem 1. April 2017 in der psychotherapeutischen Behandlung?

Zwei neue Behandlungsformen sollen Menschen mit psychischen Problemen zeitnah helfen: die psychotherapeutische Sprechstunde und die Akutbehandlung. Bei Bedarf vermitteln die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen Termine für diese Behandlungsangebote innerhalb von vier Wochen.

 

Die psychotherapeutische Sprechstunde bietet Ihnen künftig schneller einen ersten Kontakt zu einem Psychotherapeuten. Wenn in der Sprechstunde eine psychische Erkrankung festgestellt wird, die besonders dringend behandelt werden muss, kann der Therapeut unmittelbar mit einer sogenannten Akutbehandlung beginnen. Falls erforderlich, kann die Behandlung mit einer längerfristigen Psychotherapie fortgesetzt werden. 

 Ich habe mich für eine Psychotherapie entschieden. Wie gehe ich weiter vor?

Psychotherapeutische Sprechstunde und Akutbehandlung

Die psychotherapeutische Behandlung sollte in der Regel mit einer Sprechstunde beginnen, die ab April 2017 von zugelassenen Psychotherapeuten angeboten wird. In der Sprechstunde kann der Therapeut abklären, ob eine psychische Erkrankung vorliegt, und gegebenenfalls eine erste Diagnose stellen.

 

Sofern er dabei eine psychische Erkrankung feststellt, die besonders dringend behandelt werden muss, kann er unmittelbar mit einer Akutbehandlung beginnen, die bei längerfristigem Behandlungsbedarf gegebenenfalls in eine Psychotherapie überführt werden kann.

 

Die TK bezahlt die Kosten für bis zu drei Sprechstunden (bei Kindern und Jugendlichen bis zu fünf Sprechstunden) und bis zu zwölf Stunden Akutbehandlung. Sie benötigen dafür keine ärztliche Überweisung und keine Genehmigung durch uns und legen einfach Ihre TK-Versichertenkarte vor.

 

Ab dem 01.04.2018 ist die Teilnahme an einer psychotherapeutischen Sprechstunde eine zwingende Voraussetzung für eine weitergehende psychotherapeutische Behandlung.

 

Die Terminservicestelle: Termine innerhalb von vier Wochen

Sollten Sie auf der Suche nach einer psychotherapeutischen Sprechstunde keinen Therapeuten finden, können Sie sich an die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung wenden. Die Terminservicestelle vermittelt Ihnen einen Sprechstundentermin innerhalb von vier Wochen bei einem Psychotherapeuten in Ihrer Umgebung. Auch für eine Akutbehandlung können Sie sich von der Terminservicestelle einen Termin vermitteln lassen - allerdings nur, wenn Ihnen im Rahmen der Sprechstunde eine Akutbehandlung vom Therapeuten empfohlen wird. Eine Übersicht der Terminservicestellen mit Telefonnummern und Erreichbarkeitszeiten finden Sie auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums. Bitte halten für den Anruf bei der Terminservicestelle Ihre Versichertenkarte bereit.

 

Probatorische Sitzungen

Die eigentliche Psychotherapie kann erst beginnen, nachdem Sie mit Ihrem Therapeuten einige vorbereitende Sitzungen durchlaufen haben, die sogenannten probatorischen Sitzungen. In diesen können Sie und der Therapeut prüfen, ob Sie miteinander zurechtkommen und ob eine Psychotherapie das Richtige für Sie ist. Bis zu vier probatorische Sitzungen werden von der TK bezahlt. Mindestens zwei Sitzungen sind dabei verpflichtend. Sie benötigen dafür keine ärztliche Überweisung.

 

Während der probatorischen Sitzungen müssen Sie sich entscheiden, ob Sie die Therapie bei diesem Therapeuten fortsetzen oder einen anderen Psychotherapeuten aufsuchen wollen. Möchten Sie den Therapeuten noch einmal wechseln, machen Sie bei diesem erneut mindestens zwei probatorische Sitzungen.

 

Ärztliche Untersuchung

Nach den probatorischen Sitzungen ist eine körperliche ärztliche Untersuchung notwendig. Sie soll sicherstellen, dass keine organische Erkrankung die Ursache für Ihr Leiden ist. Am Ende der Untersuchung wird der sogenannte Konsiliarbericht erstellt. Diesen reicht Ihr Therapeut zusammen mit den Antragsunterlagen bei der TK ein.

 

Antrag und Genehmigung der Therapie

Findet sich keine organische Ursache für Ihre Beschwerden, stellen Sie zusammen mit Ihrem Therapeuten einen Antrag. Die erforderlichen Unterlagen hat Ihr Therapeut vor Ort und reicht sie bei der TK ein.

 

In bestimmten Fällen befragen wir zunächst noch einen qualifizierten Gutachter. Sind die Voraussetzungen für die Therapie erfüllt, senden wir die Genehmigung an Sie und an Ihren Therapeuten.

 

Wie finde ich einen Psychotherapeuten?

Ambulante Psychotherapie kann sowohl von ärztlichen Psychotherapeuten als auch von Psychologische Psychotherapeuten durchgeführt werden. Diese finden Sie auf folgenden Portalen:

Die Terminservicestelle

Sollten Sie auf der Suche nach einer psychotherapeutischen Sprechstunde keinen Therapeuten finden, können Sie sich an die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung wenden. Die Terminservicestelle vermittelt Ihnen einen Sprechstundentermin innerhalb von vier Wochen bei einem Psychotherapeuten in Ihrer Umgebung.

 

Auch für eine Akutbehandlung können Sie sich von der Terminservicestelle einen Termin vermitteln lassen - allerdings nur, wenn Ihnen im Rahmen der Sprechstunde eine Akutbehandlung vom Therapeuten empfohlen wird. Eine Übersicht der Terminservicestellen mit Telefonnummern und Erreichbarkeitszeiten finden Sie auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums

Wie beantrage ich eine Psychotherapie?

Sie können eine Psychotherapie erst beantragen, wenn Sie mit Ihrem Therapeuten einige vorbereitende Sitzungen, die sogenannten probatorischen Sitzungen durchlaufen haben. Mindestens zwei probatorische Sitzungen müssen vor der eigentlichen Therapie stattfinden, mindestens eine vor der Antragstellung.

 

Sprechstunden und eine Akutbehandlung können Sie in Anspruch nehmen, ohne dies vorab bei der TK zu beantragen. Der Beginn einer Akutbehandlung wird uns von Ihrem Therapeuten mitgeteilt.

 

Einzelheiten über die Unterschiede zwischen psychotherapeutischer Sprechstunde, Akutbehandlung, probatorischer Sitzung und Psychotherapie haben wir Ihnen in dem Artikel "Zugelassene Therapieformen" zusammengestellt.

 

Haben Sie sich in den probatorischen Sitzungen gemeinsam mit Ihrem Therapeuten für eine Psychotherapie entschieden, können Sie bei der TK die Übernahme der Kosten beantragen. Die dafür erforderlichen Formulare hält ihr Therapeut bereit.

 

Ihren Antrag schicken Sie gemeinsam mit dem Antragsformular Ihres Therapeuten per Post an:

 

Techniker Krankenkasse

20905 Hamburg

 

Online können Sie eine Psychotherapie nicht beantragen.

 

Bei Fragen zum Genehmigungsverfahren können Sie sich auch telefonisch an unsere Experten im Fachzentrum wenden. Sie erreichen uns montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 040 - 46 06 62 01 00. 

Was mache ich bei langen Wartezeiten bei zugelassenen Psychotherapeuten?

Leider muss man bei der Suche nach einem Psychologen mit Kassenzulassung mit Wartezeiten rechnen. Sollten Sie keinen Therapeuten finden, melden Sie sich bitte telefonisch direkt in unserem Fachzentrum für Ambulante Leistungen unter der Telefonnummer Telefonnummer:040 - 46 06 62 01 00. Wir besprechen dann das weitere Vorgehen mit Ihnen. Sie erreichen uns montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 16 Uhr.

 

Für einen Termin bei einer psychotherapeutischen Sprechstunde können Sie sich auch an die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung wenden. Die Terminservicestelle vermittelt Ihnen einen Sprechstundentermin innerhalb von vier Wochen bei einem Psychotherapeuten in Ihrer Umgebung. Auch für eine Akutbehandlung können Sie sich von der Terminservicestelle einen Termin vermitteln lassen - allerdings nur, wenn Ihnen im Rahmen der Sprechstunde eine Akutbehandlung vom Therapeuten empfohlen wird. Eine Übersicht der Terminservicestellen mit Telefonnummern und Servicezeiten finden Sie auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums.

 

Ab dem 01.04.2018 ist die Teilnahme an einer psychotherapeutischen Sprechstunde eine zwingende Voraussetzung für eine weitergehende psychotherapeutische Behandlung. 

Wann übernimmt die TK die Kosten für eine Psychotherapie?

Voraussetzung ist, dass Ihr Therapeut eine Kassenzulassung hat. Sollte dies nicht klar ersichtlich sein, so können Sie Ihren Therapeuten auch direkt fragen. Als Orientierungshilfe: Wenn er die Versichertenkarte akzeptiert, besteht eine Kassenzulassung. Folgende Therapeuten bieten eine professionelle und qualifizierte Versorgung und dürfen mit der TK abrechnen:

  • Psychotherapeutisch tätige Ärzte

  • Psychologische Psychotherapeuten

  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

 

Wichtiger Hinweis: Wenn die Psychotherapie allein der Erziehungs-, Ehe-, Lebens- oder Sexualberatung dient, ist sie keine Leistung der Krankenversicherung, das heißt, die TK kann keine Kosten übernehmen. 

Welche psychotherapeutischen Behandlungsarten zahlt die TK?

Die drei zugelassenen Behandlungsarten, die Ihr Therapeut mit der TK abrechnen kann, sind die Verhaltenstherapie, die Analytische Psychotherapie und die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Im Rahmen der Sprechstunde sollten Sie eine Empfehlung für das für Sie am besten geeignete Therapieverfahren erhalten.

 

Lesen Sie in unserem Artikel Therapieformen mehr über die unterschiedlichen Therapieansätze und deren Inhalt.

 

Unabhängig von der gewählten Therapieform entscheidet der Therapeut gemeinsam mit Ihnen, wie viele Therapiestunden voraussichtlich erforderlich sein werden.

 

Psychotherapeutische Sprechstunde und Akutbehandlung

Ab dem 01.04.2017 übernimmt die TK auch die Kosten für bis zu drei psychotherapeutische Sprechstunden. Sollte der Therapeut im Rahmen der Sprechstunde einen besonders dringenden Bedarf für eine Akutbehandlung sehen, übernimmt die TK diese im Umfang bis zu zwölf Stunden.

 

Psychotherapeutische Kurzzeittherapie

Die TK übernimmt eine Kurzzeittherapie im Umfang von zunächst bis zu zwölf Stunden. Sofern Sie bereits Therapiestunden der Akutbehandlung beim gleichen Therapeuten in Anspruch genommen haben, werden diese angerechnet. Die Kurzzeittherapie ist in zwei Abschnitte unterteilt: Ist nach der Kurzzeittherapie 1 mit zwölf Stunden eine Fortführung erforderlich, kann Ihr Therapeut die Kurzzeittherapie 2 mit ebenfalls bis zu zwölf Stunden beantragen.

 

Psychotherapeutische Langzeittherapie

Zeichnet sich schon in den probatorischen Sitzungen oder im Lauf der Kurzzeittherapie ab, dass Sie eine längerfristige Therapie benötigen, kann Ihr Therapeut eine Langzeittherapie vorschlagen. Wie viele Stunden Langzeittherapie die TK maximal übernimmt, hängt von der Therapieform ab. Im ersten Schritt gelten folgende Kontingente:

  • Verhaltenstherapie: 60 Stunden

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie: 60 Stunden

  • Analytische Psychotherapie: 160 

In einem zweiten Schritt kann der Therapeut bei Bedarf noch einmal eine Verlängerung beantragen. Insgesamt gelten folgende Obergrenzen, gegebenenfalls inklusive Kurzzeittherapie:

  • Verhaltenstherapie: 80 Stunden

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie: 100 Stunden

  • Analytische Psychotherapie: 300 Stunden

 

Für Kinder und Jugendliche sowie in der Gruppentherapie unterscheiden sich die Kontingentschritte. 

Welche Besonderheiten gibt es für Kinder und Jugendliche?

Die psychischen Probleme von Kindern und Jugendlichen haben häufig ganz andere Ursachen als die von Erwachsenen. Deshalb ist eine besondere Qualifikation für die Behandlung notwendig, um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Psychotherapie für Kinder und Jugendliche unter 21 Jahren wird deshalb von speziellen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten durchgeführt.

 

Fragen Sie bei den Therapeuten am besten nach, ob sie Kinder und Jugendliche behandeln oder sich auf eine Therapieform spezialisiert haben.

 

Die Anzahl möglicher Stunden in den verschiedenen Therapieverfahren und -abschnitten unterscheidet sich bei Kindern und bei Jugendlichen von denen bei Erwachsenen. Wie viele Stunden konkret erforderlich sind, hängt wesentlich vom Behandlungsplan des Therapeuten ab. Sprechen Sie mit dem Therapeuten darüber, wie viele Stunden er für erforderlich hält.

 

Bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen kann es notwendig werden, relevante Bezugspersonen aus dem sozialen Umfeld einzubeziehen. Der Therapeut erklärt Ihnen im Rahmen der Therapieplanung die Voraussetzungen und Möglichkeiten.

 

Informationen zu den verschiedenen Therapieformen und wie Sie eine Psychotherapie beantragen, finden Sie unter der Frage "Ich habe mich für eine Psychotherapie entschieden. Wie gehe ich weiter vor?". 

Wann kann eine Psychotherapie helfen?

Sie hilft in vielen Fällen, seelische Leiden zu mindern oder ganz zu beseitigen. Grundlose Traurigkeit, Depressionen, Ängste, Wahn- und Zwangsvorstellungen - psychische Krankheiten können zu schmerzhaften Störungen im Denken, Fühlen, Erleben und Handeln führen, zum Beispiel, wenn

  • bestimmte Ängste es nicht mehr möglich machen, den Alltag zu bewältigen.

  • jemand häufig psychosomatische Beschwerden hat oder

  • Krankheiten chronisch werden und die Belastung zu schwerwiegenden negativen seelischen Reaktionen führt. 

Kann ich meinen Psychotherapeuten auch wechseln?

Ein Wechsel des Therapeuten ist möglich.

 

Weil dabei einiges zu beachten ist, informieren Sie sich bitte in unserem Fachzentrum für ambulante Leistungen, Telefon Telefonnummer:040 - 46 06 62 01 00. Sie erreichen unsere Fachleute montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 16 Uhr.