Ambulante und stationäre Anschlussrehabilitation

Die ambulante und stationäre Anschlussrehabilitation (AR) umfasst ein großes und umfassendes Angebot von medizinischen und gesundheitsfördernden Maßnahmen.

Sowohl die stationäre als auch die ambulante Anschlussrehabilitation geht von einem ganzheitlichen Ansatz aus. Das psychische Wohlbefinden steht genauso im Fokus wie das physische Wohlergehen. So werden auch berufliche Aspekte einbezogen und soziale Bereiche berücksichtigt.

 

Ambulante Anschlussrehabilitation

Grundvoraussetzung für eine ambulante Anschlussrehabilitation ist, dass der Patient mobil ist und die Rehaeinrichtung in einer zumutbaren Fahrzeit erreichbar sein. Zudem muss die häusliche und sonstige medizinische Versorgung sichergestellt sein.

 

Stationäre Anschlussrehabilitation

Eine stationäre Anschlussrehabilitation kommt in Betracht, wenn

 

  • pflegerische Betreuung und ständige ärztliche Überwachung notwendig sind,
  • die ambulante Rehabilitationseinrichtung nicht in einer zumutbaren Fahrzeit erreicht werden kann,
  • die häusliche und sonstige medizinische Versorgung während einer ambulanten Anschlussrehabilitation nicht gewährleistet ist,
  • eine ambulante Anschlussrehabilitation aufgrund mangelnder psychischer Belastbarkeit nicht durchgeführt werden kann.

 

Geriatrische Anschlussrehabilitation

Der Fachbegriff Geriatrie steht für "Altersmedizin". Diese kommt in Frage, wenn Patienten älter als 70 Jahre sind und eine "geriatrietypische Multimorbidität" aufweisen.

 

Was heißt geriatrietypische Multimorbidität?

Wenn gleichzeitig mehrere Krankheiten bestehen, spricht man von einer Multimorbidität. Altersbedingt (Fachbegriff: geriatrietypisch) sind Befunde wie Schwerhörigkeit und Gebrechlichkeit.. Ein alter Mensch ist multimorbide, wenn er strukturelle oder funktionelle Schädigungen bei mindestens zwei behandlungsbedürftigen Erkrankungen aufweist.

 

Behandlungsbedürftig heißt, dass die entstehenden medizinischen Probleme im Rahmen der Reha engmaschig ärztlich beobachtet und berücksichtigt werden müssen. Das kann auch mehrere medizinische Fachgebiete betreffen.

 

Geriatrietypisch sind folgende Merkmale:

 

  • Immobilität
  • Sturzneigung und Schwindel
  • kognitive Defizite
  • Inkontinenz (Harninkontinenz, selten Stuhlinkontinenz)
  • Dekubitalulcera
  • Fehl- und Mangelernährung
  • Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt
  • Depression, Angststörung
  • chronische Schmerzen
  • Sensibilitätsstörungen
  • herabgesetzte körperliche Belastbarkeit / Gebrechlichkeit
  • starke Sehbehinderung
  • ausgeprägte Schwerhörigkeit

 

Typische Hauptdiagnosen beim geriatrischen Patienten sind:

 

  • Schlaganfall
  • hüftgelenknahe Frakturen
  • operative Versorgung mit Totalendoprothesen von Hüfte und Knie
  • Gliedmaßenamputation bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder diabetischem Gefäßleiden

Neurologische Frührehabilitation (Phase C)

Als Phase C wird jene Behandlungs- oder Rehabilitationsphase bezeichnet, in der ein Patient bereits in der Therapie mitarbeiten kann, aber noch betreut werden muss.

 

Bei der neurologischen Frührehabilitation handelt es sich ausschließlich um die Behandlung von Patienten mit neurologischen Akutereignissen wie zum Beispiel Schlaganfall, Tumor- oder entzündlichen Erkrankungen. Die Behandlung erfolgt intensivmedizinisch mit hohem pflegerischem Aufwand.

 

Ziel der neurologischen Frührehabilitation ist es, die Ausfallerscheinungen und Fähigkeitsstörungen zu vermindern und den Patienten wieder in das Erwerbs- und Alltagsleben einzugliedern.