Pausen fördern die Leistung

Wer arbeitet, bis er nicht mehr kann, setzt sich unnötigem Stress aus und bringt weniger Leistung. Denn je länger wir warten, bis wir eine Pause machen, desto weniger Erholung bietet sie uns.

Erholt arbeitet man kreativer, aufmerksamer und genauer. Verschaffen Sie sich deshalb die Erholung, die Sie benötigen. Richtig eingesetzte Pausen schmälern nicht die Arbeitsleistung, sondern können sie sogar erhöhen. Denn sie helfen, schneller und besser zu arbeiten.

 

Pause machen, bevor die Fehler kommen

Arbeitswissenschaftler raten: Machen Sie eine Pause, bevor Ihre Konzentration nachlässt. Für die meisten von uns bedeutet das: früher als wir denken. Denn viele Menschen nehmen ihre Ermüdung erst wahr, wenn sie unerträglich geworden ist. Sie machen also ihre Pause zu spät. Dabei nimmt die Ermüdung umso schneller zu, je länger man müde weiterarbeitet. Dagegen hilft nur, sich zu erholen.

 

Wenn Sie ermüden, dann wird Ihr Atem flacher, Ihr Puls beschleunigt sich, und die Konzentration lässt nach. Dem subjektive Müdigkeitsempfinden kann man dagegen nicht immer trauen. Gerade wer hoch motiviert an einer Aufgabe arbeitet, hat oft noch kein Bedürfnis nach einer Pause, obwohl er körperlich bereits ermüdet ist.

 

Entspannt besser arbeiten

Unsere Leistungsfähigkeit schwankt in einem etwa 90minütigem Rhythmus. Nach spätestens 70 bis 80 Minuten konzentrierter Arbeit schaltet der Körper für etwa 20 Minuten auf Erholung um. In dieser Zeit sind wir weniger aufmerksam und konzentriert. Spätestens jetzt sollten Sie eine Pause einlegen. Viele Studien belegen, dass eine kurze Pause nach etwa einer Stunde Arbeit besonders wohl tut. Sie beugt der Müdigkeit vor und steigert die Leistung. Wer sich regelmäßig bei der Arbeit entspannt, kann Informationen nachweislich besser verarbeiten und behalten.

 

Vor allem frei gewählte Pausen sind erholsam - wenn Sie selbst entscheiden können, wann Sie eine Pause machen. Allerdings nur dann, wenn Sie sie als kurze Pausen zwischendurch nehmen. Wer sie ganz ans Arbeitsende packt, hat keinen Erholungswert davon. Manche Pausen sind vorgeschrieben, zum Beispiel durch das Arbeitszeitgesetz oder Tarifverträge; auch ihr Erholungswert ist gut belegt. Arbeitsbedingte Pausen dagegen, die zum Beispiel entstehen, wenn benötigtes Material nicht rechtzeitig geliefert werden konnte oder Ähnliches, wirken in der Regel kaum erholsam. Statt sich zu erholen, werden viele Betroffene eher nervös oder ärgerlich.

 

Pro Stunde eine kurze Pause

Faustregel: Regelmäßige Auszeiten von rund fünf Minuten pro Stunde halten Sie am besten fit - vor allem, wenn Sie sich in dieser Zeit bewegen oder eine kurze Entspannungsübung machen. Ein kurzer Spaziergang durchs Haus, das Büro lüften und eine kleine Atemübung machen, ein netter Schwatz mit den Kollegen - das bringt Sie wieder auf Vordermann. Ebenfalls entspannend, wenn auch nicht ganz so stark: zwischendurch etwas ganz anderes machen, zum Beispiel ein angenehmes Telefonat, die Ablage oder eine kurze Besprechung.

 

Zu Beginn einer Pause erholen Sie sich am besten

Am Anfang der Pause ist der Erholungseffekt am größten. Mit zu kurzen Pausen können Sie sich allerdings nicht erholen. Etwa fünf Minuten sollten Sie sich mindestens geben. Zu lange Pausen während der Arbeitszeit bringen Sie dagegen aus dem Arbeitsfluss, und der Erholungseffekt ist nicht wesentlich größer als bei einer kurzen Pause. Eine lange Pause ist tagsüber lediglich dann sinnvoll, wenn der Körper sowieso im Leistungstief ist - mittags. Auf eine Mittagspause, die Sie wirklich zum Essen und zur Erholung nutzen, sollten Sie deshalb nicht verzichten.

 

Power-Napping

Viele Menschen profitieren vom lange verpönten Mittagsschlaf. Ein kurzer, etwa 20-minütiger Mittagsschlaf - neudeutsch: "Power-Napping" - hilft besonders gut, danach konzentriert zu arbeiten. Länger als 20 Minuten sollte er aber nicht sein, damit Sie nicht in eine Tiefschlafphase geraten und Ihr Kreislauf noch in Schwung bleibt.