Die Visum-Antragstellung ist noch online möglich, ebenso wie die Terminvereinbarung im jeweiligen Visa-Application-Center. Die Einreisebedingungen sind teilweise streng - Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten sich im Vorfeld beim Auswärtigen Amt über die aktuellen Bedingungen informieren. Jeder Antragsteller zwischen 14 und 69 Jahren muss einmal persönlich zur Visa-Stelle, um Fingerabdrücke abzugeben. Diese sind an den Reisepass gebunden und gelten für fünf Jahre.

Laut den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts wird empfohlen, Rücksprache mit dem Arbeitgeber/Ansprechpartner in China zu halten, um die korrekte Visumkategorie zu beantragen.

Weitere Informationen zu den chinesischen Arbeitsvisa haben die deutschen Auslandsvertretungen in China in einem PDF-Merkblatt zusammengestellt (Stand Juni 2019).

Sozialversicherung

Deutschland hat mit China ein Sozialversicherungsabkommen  in der Rentenversicherung und in der Arbeitsförderung abgeschlossen. Durch das Abkommen wird vermieden, dass Personen, die im jeweils anderen Staat arbeiten, in das dortige Sozialversicherungssystem wechseln oder doppelt Beiträge zahlen müssen.

Bei Entsendungen nach China können deutsche Rechtsvorschriften weiterhin gelten, wenn die Bedingungen der Ausstrahlung erfüllt sind. Um dies zu prüfen, laden Sie den entsprechenden Fragebogen VRC/D 101 von der Webseite der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland (DVKA) herunter und senden ihn ausgefüllt an den zuständigen Sozialversicherungsträger. Bei eiligen Entsendungen können Sie den Fax-Service der Techniker nutzen.

Da das Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und China nur für die Rentenversicherung und für die Arbeitsförderung gilt, können in den nicht erfassten Zweigen zusätzlich Beiträge im Beschäftigungsstaat fällig werden.

Gilt deutsches Recht nicht, zum Beispiel weil die Bedingungen der Ausstrahlung nicht erfüllt sind, kann eine zusätzliche Absicherung in Deutschland sinnvoll sein - beispielsweise über eine freiwillige Weiterversicherung  in der gesetzlichen Krankenversicherung oder über Anwartschaftsversicherungen .

Weitere wichtige Informationen erhalten Sie im Merkblatt "Arbeiten in China" der DVKA.

Essen in China: Gemeinsames Essen stiftet Gemeinschaft

"Nur elf Prozent der Landfläche Chinas können landwirtschaftlich genutzt werden. Immer wieder kam es deshalb zu Hungerkatastrophen. Ausreichende Ernährung war in der Geschichte Chinas nie selbstverständlich. Dementsprechend wichtig war und ist das Thema Essen", erklärt Asien-Expertin Dr. Hanne Seelmann-Holzmann. In ihrem aktuellen Buch "Fit für Asien" hat sie 44 Tipps für den Geschäftserfolg zusammengestellt.

Der Grund, warum das gemeinsame Essen eine große Rolle spielt, habe aber auch mit dem starken Sinn für Gemeinschaft zu tun. "Man sitzt an einem runden Tisch - das signalisiert Gleichheit. Natürlich ist die hierarchische Ordnung auch beim Essen nicht aufgehoben", so Seelmann-Holzmann. Die in Europa übliche Praxis, dass jeder ein eigenes Gericht bestellt, laufe dem Gemeinschaftsgedanken zuwider. 

Geschäftliche Dinge zwischen zwei Gängen zu besprechen, ist in Deutschland durchaus üblich - für Chinesen wäre dies ein No-Go. "Das Essen ist eine sehr private Situation, bei der man tunlichst nicht über Vertragsinhalte sprechen sollte", rät die Asien-Kennerin. "Beim gemeinsamen Essen möchte man auch die private Seite des westlichen Geschäftspartners kennenlernen. Der Small-Talk beim Essen liefert Ihnen damit wertvolle Informationen über die Vorlieben Ihrer asiatischen Partner", erklärt die Asien-Expertin.

Auch beim Gegenbesuch in Deutschland ist es übrigens sinnvoll, hohen Wert auf die Bewirtung zu legen. Seelmann-Holzmann: "Belegte Brötchen und Brezen beim Mittagessen? Das ist keine gute Idee."