Visum bei Ankunft

Indien hat das Tourist Visa On Arrival in Verbindung mit der Electronic Travel Authorization (ETA) eingeführt, um Menschen aus bestimmten Ländern die Einreise nach Indien zu erleichtern. Die Regelung gilt auch für Geschäftsreisende, die gelegentlich nach Indien kommen.

Deutsche können das Visum erhalten, wenn

  • der Reisepass ab dem ersten Ankunftstag mindestens noch sechs Monate gültig ist,
  • ein Rückflugticket oder Anschlussflug vorliegt und
  • genügend Geld für den Aufenthalt vorhanden ist.

Die Regelung gilt weltweit für Staatsbürger aus 40 Ländern. Weitere Voraussetzungen sind in englischer Sprache auf der Internetseite der indischen Botschaft zu finden.

Auf Stempel bei der Einreise achten

Nach Angaben des Auswärtigen Amts kommt es immer wieder vor, dass Pässe bei der Einreise von den Grenzbehörden nicht gestempelt werden. Ohne Einreisestempel entstehen bei der Ausreise erhebliche Schwierigkeiten. Dies hat in der Regel mehrtägige Verzögerungen zur Folge, weil zunächst eine Ausreiseerlaubnis beim Foreigner Regional Registration Office (FRRO) und Ministry of Home Affairs (nur in Delhi) erworben werden muss.

Achtung: Reisende, die sich nach Ablauf des Visums weiter in Indien aufhalten, müssen mit einer Haftstrafe und mehrjährigem Einreiseverbot rechnen.

Informationen und Reisehinweise erhalten Sie auf der Internetseite des Auswärtigen Amts.

Visum-Service in Deutschland

Die indische Botschaft hat das Unternehmen International Visa Services Europe (IVS) offiziell als Visa-Dienstleister für Indien beauftragt. Je nach Bundesland wendet man sich an das Büro in Berlin oder München. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der IVS.

Anlassbezogene Visa

Das Auswärtige Amt empfiehlt, konkret anlassbezogene Visa zu beantragen. Hintergrund: Immer wieder werden Reisende ausgewiesen, weil ihre Aktivitäten in Indien (oft NGO-Arbeit) nach Auffassung der indischen Behörden nicht mit dem Status eines Touristenvisums vereinbar sind.

Im Folgenden sind die wichtigsten Visumskategorien aufgeführt. Die vollständige Liste ist in englischer Sprache auf der Internetseite der indischen Botschaft zu finden.

Arbeitsvisum

Wer von einer deutschen Niederlassung entsendet wird oder bei einer indischen Firma beschäftigt wird, benötigt ein Arbeitsvisum. Folgende Dokumente müssen in englischer Sprache vorgelegt werden:

  • Reise- und Kostenübernahmebestätigung der deutschen Firma (Adressat: Botschaft der Republik Indien)
  • Referenzschreiben des deutschen entsendenden Unternehmens, aus dem Grund und Dauer der Reise, Art und Umfang der beabsichtigten Tätigkeit (zum Beispiel Beratungen, Vertragsunterzeichnungen, Reparaturen, Montage) sowie der Beruf des Reisenden hervorgehen
  • Adressdaten des indischen Partners
  • Einladung der indischen Partnerfirma
  • Schreiben der indischen Firma (Faxkopie wird akzeptiert), aus dem Grund und Dauer der Reise, Art und Umfang der beabsichtigten Tätigkeit (zum Beispiel Beratungen, Vertragsunterzeichnungen, Reparaturen, Montage) sowie der Beruf des Reisenden hervorgehen
  • Adressdaten des deutschen Partners
  • Adressdaten und Handelsregisterauszug des indischen Partners
  • Arbeitsvertrag des Antragstellers mit dem entsendenden deutschen Unternehmen, wenn Ihr Mitarbeiter weiter aus Deutschland heraus bezahlt wird
  • Arbeitsvertrag mit dem indischen Unternehmen, wenn Ihr Mitarbeiter von der indischen Firma bezahlt wird
  • Zeugnisse, akademische Qualifikationen des Reisenden (nicht beglaubigt)

Ein Arbeitsvisum wird für maximal ein Jahr ausgestellt. Bei einem Aufenthalt von mehr als sechs Monaten besteht eine Registrierungspflicht beim District Foreigners Registration Office oder beim Foreigners Regional Registration Office, welche innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft wahrgenommen werden muss.

Konferenzvisum

Für die Teilnahme an offiziellen, halboffiziellen oder nicht offiziellen Konferenzen werden Konferenzvisa (C-Visum) nur nach Genehmigung der zuständigen Abteilung der Botschaft erteilt. Hier sind eine persönliche Einladung des Veranstalters, eine Kostenübernahmebestätigung der deutschen Firma und ein Konferenz-/Kongress-Genehmigungsschreiben des indischen Innenministeriums vorzulegen.

Projektvisum

Für die Durchführung von Projekten im Stahl- und Energiebereich werden Projektvisa ausgestellt. Dazu ist neben den erforderlichen Reisedokumenten ein Projektvisaantrag in Form eines Briefes der indischen Firma vorzulegen, der die Abgabe des Auftrages an die ausländische Firma spezifiziert. Dieser muss folgende Angaben enthalten:

  • Name und registrierte Adresse der deutschen Firma
  • Name des Projektes
  • Lage des Projektes in Indien (Ort, Bezirk, Bundesland)
  • Dauer des Vertrages (Anzahl der Tage)
  • Anzahl der Arbeiter (die wahrscheinlich von der deutschen Firma entsendet werden)
  • Qualifizierung der Arbeiter. Unterteilt in a) hochqualifiziert, b) gelernte Techniker mit Diplomurkunde, c) gelernte Arbeiter mit Schulabschluss
  • Nachweise über die schulische Ausbildung und über das Fachwissen der Arbeiter

Außerdem ist der indischen Firma ein Letter of Incorporation vorzulegen, in dem diese sich für das Verhalten der deutschen Firma (und deren Arbeiter) verantwortlich erklärt und zusichert, dass die Antragsteller sich an die indischen Regeln und Bestimmungen halten und Indien rechtzeitig vor Visaablauf verlassen werden. Die deutsche Firma muss in einem Schreiben das Projekt sowie die Aufgaben der deutschen Arbeiter in Indien erläutern und ebenfalls die Kostenübernahme für die Dauer des Aufenthaltes erklären.

Sozialversicherung

Sie planen den Auslandseinsatz eines Mitarbeiters? Um zu prüfen, ob unter Umständen weiterhin deutsches Sozialversicherungsrecht gilt, sollten Sie im Vorfeld der Entsendung einen entsprechenden Fragebogen ausfüllen. Das für das jeweilige Land maßgebliche Dokument können Sie auf der Webseite der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland (DVKA) herunterladen. Dort erhalten Sie weitere wichtige länderspezifische Informationen zur Sozialversicherung.

Den ausgefüllten Bogen senden Sie an die zuständige Stelle - bei gesetzlich Versicherten ist dies die Krankenversicherung, bei der die Person versichert ist.