Ein Jahr Coronapandemie: Wie geht es Deutschlands Beschäftigten?

Das Jahr 2020 wird niemand so schnell vergessen. Die Coronapandemie hat die Menschen und Gesundheitssysteme weltweit in einen Ausnahmezustand versetzt und bestimmt nach wie vor unseren Alltag. Normalerweise widmen wir uns in unserem Gesundheitsreport einer bestimmten Gruppe von Erwerbstätigen. Im letzten Jahr waren es zum Beispiel die Zeitarbeiterinnen und Zeitarbeiter und im vorletzten ging es um die Gesundheit von Pflegekräften. Doch Corona betrifft uns alle.

Einige Ergebnisse des Reports erstaunen, andere weniger. So ist zum Beispiel der Krankenstand, trotz Corona, nach einem anfänglichen Hoch zu Beginn der Pandemie, im Vergleich zu den Vorjahren sogar gesunken. Bei fast allen Diagnosen gab es einen Rückgang, jedoch hauptsächlich bei Erkältungen und anderen Infektionserkrankungen. Auch wurden im Coronajahr 2020 so wenige Antibiotika verschrieben wie noch nie seit Beginn der Auswertungen zum Gesundheitsreport vor 20 Jahren. Ein Grund ist sicherlich, dass die AHA-L Regeln nicht nur die Verbreitung von Sars-CoV-2 reduziert haben, sondern auch die anderer Infektionskrankheiten. Möglicherweise haben Kurzarbeit und Homeoffice auch dafür gesorgt, dass viele Beschäftigte sich mit einer leichteren Infektion gar nicht erst krankgemeldet haben.

Fehlende soziale Kontakte, mehr Stress am Arbeitsplatz, Angst vor einer Infektion 

Demnach fühlten sich 42 Prozent der Menschen in Deutschland im März dieses Jahres - zur Hochphase des zweiten bundesweiten Lockdowns - stark bzw. sehr stark von der Coronasituation belastet. Vor einem Jahr bei einer ersten Befragung im Mai zu Beginn der Pandemie waren es noch 35 Prozent. Das entspricht einem Anstieg von 20 Prozent. Zu den Hauptbelastungsfaktoren der Menschen gehören:

  • fehlende Treffen mit Freunden und Verwandten (89 Prozent),
  • Angst, dass Angehörige und Freunde an Covid-19 erkranken (60 Prozent),
  • die Schließung von Kitas und Schulen (59 Prozent) sowie
  • ehr Stress am Arbeitsplatz (49 Prozent). 

Gesund­heits­re­port 2021: Ein Jahr Coro­na­pan­de­mie: Wie geht es Deutsch­lands Beschäf­tig­ten?

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Gesundheitsreporte erscheinen jährlich

Die Techniker analysiert jedes Jahr die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der derzeit gut fünf Millionen TK-versicherten Erwerbspersonen (Stand 2021). Dazu gehören die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowie Empfänger von Arbeitslosengeld I. Darüber hinaus betrachtet die Techniker verschiedene Themenschwerpunkte wie beispielsweise die gesundheitliche Situation von Auszubildenden, Pendlern oder Beschäftigte in der Zeitarbeit.

Gesunde Arbeitsbedingungen in Unternehmen

Albrecht Wehner, Experte für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der Techniker:

"Wir unterstützen Unternehmen seit vielen Jahren im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM). Die Ergebnisse fundierter Datenanalysen der Gesundheitsberichterstattung sollen wichtige Hinweise für ein bedarfsgerechtes und zielgerichtetes Gesundheitsmanagement in den Unternehmen liefern. Ein sinnvolles und nachhaltiges BGM, das den Bedürfnissen der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter gerecht wird, ist ohne eine vorherige Analyse nicht machbar. Denn nur, wenn die gesundheitlichen Beschwerden der Beschäftigten und deren Ursachen bekannt sind, können Strategien und Maßnahmen sinnvoll geplant und durchgeführt werden, die die gesundheitlichen Ressourcen fördern und Belastungen abbauen."

Weitere Gesundheitsreporte finden Sie in unserem Archiv .

Neben Gesundheitsreporten und Studien veröffentlicht die Techniker auch Dossiers zu relevanten Themen der Betrieblichen Gesundheitsförderung.