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Schlaf­stö­rungen - wenn die Nacht zum Albtraum wird

Fast jeder Zweite leidet mittlerweile ständig oder gelegentlich unter Schlafstörungen. Die Betroffenen sind tagsüber oftmals müde, unkonzentriert oder leicht reizbar.

Doppelt so viele Frauen wie Männer in Deutschland haben Schlafprobleme. Während fast jede zweite Frau schlecht schläft, ist bei den Männern nur jeder Vierte betroffen. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der TK. Schlafräuber Nummer eins ist beruflicher Stress, gefolgt von familiären und gesundheitlichen Problemen.

Wir schlafen immer weniger

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die durchschnittliche Schlafmenge pro Nacht in den vergangenen zwei Jahrzehnten um bis zu 30 Minuten abgenommen hat. Mit dem zunehmendem Schlafdefizit verschlechtert sich der allgemeine Gesundheitszustand deutlich. Häufig sind auch Magen- und Herzprobleme die Folge.

Es kommt auf die Qualität an

Neueste Studien weisen darauf hin, dass nicht nur die Anzahl der geschlafenen Stunden ausschlaggebend ist, sondern dass es auch auf die Qualität des Schlafes ankommt. Deshalb legen moderne Therapien Wert darauf, die Erholsamkeit des Schlafes zu verbessern. Fazit der Forscher: Nur wer erholsam schläft, wird positive Auswirkungen auf seine Leistungsfähigkeit und sein Immunsystem feststellen.

Übermäßige Tagesschläfrigkeit

Wer an Tagesschläfrigkeit leidet, hat am Tag ein übermäßiges Schlafbedürfnis, obwohl er nachts ausreichend geschlafen hat. In manchen Fällen kommt es vor, dass an Tagesschläfrigkeit erkrankte Menschen während der Arbeit oder sogar im Straßenverkehr plötzlich ungewollt einnicken. Hauptursachen für übermäßige Tagesschläfrigkeit sind die so genannten Schlafapnoen. Darunter versteht man wiederholte, kurze Atemstillstände während des Schlafes, die sich häufig in lang anhaltendem, übermäßig lautem Schnarchen äußern.

Tipps bei Tagesschläfrigkeit

  • Mehrere "Nickerchen" am Tag von 15 bis 20 Minuten tragen dazu bei, dass sich das Schlafbedürfnis während des restlichen Tages verringert
  • In jedem Fall sollte für ausreichend körperliche Bewegung gesorgt werden. Wer sich mindestens zwei- bis dreimal pro Woche richtig austobt, schläft nachts ruhiger und wird infolgedessen tagsüber weniger von Müdigkeitsattacken überfallen
  • Über den Tag verteilt vier bis fünf kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen, statt zwei- bis dreimal am Tag reichhaltige Kost
  • Wer schnarcht, sollte auf sein Gewicht achten. Beim Abnehmen verschwinden überflüssige Fettpolster im Hals- und Rachenbereich, die die Atmung behindern. Oftmals hilft es auch, in der Seitenlage zu schlafen

Albträume & Co.

Albträume und nächtliches Aufschrecken sind Begleiterscheinungen, die während des Schlafes auftreten können. Diese Symptome treten meistens im Kindes- und Jugendalter auf, kommen aber auch bei Erwachsenen vor.

Nächtliches Aufschrecken geht mit regelrechten Panikattacken einher. Im Gegensatz zu Albträumen kann man sich am nächsten Morgen meist nicht mehr daran erinnern. Experten führen diese Begleiterscheinungen im Erwachsenenalter in erster Linie auf seelische Ursachen zurück. Hauptauslöser für Albträume und nächtliches Aufschrecken sind Stress, Überforderung und belastende Lebensumstände.

Tipps bei Albträumen und nächtlichem Aufschrecken

Entspannungsverfahren wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Yoga und Meditation tragen dazu bei, Stress abzubauen und körperliche Verspannungen zu lösen. Albträume und nächtliches Aufschrecken können auch Folge psychischer Probleme sein. In diesem Fall kann eine Psychotherapie sinnvoll sein.

Gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus

Der Schlaf-Wach-Rhythmus ist gestört, wenn er erheblich von Zeitgebern wie Helligkeit, Dunkelheit und den allgemein üblichen Schlafenszeiten abweicht.

Die Ursachen für diese Beschwerden stehen oftmals in direktem Zusammenhang mit der Berufstätigkeit. Bei Schichtarbeit wird durch wechselnde Früh- und Nachtschicht der normale Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinandergebracht. Auch häufige Langstreckenflüge bringen den biologischen Rhythmus durcheinander.

Tipps zum Schlaf-Wach-Rhythmus

Wer einem "Jetlag" vorbeugen möchte und Richtung Westen fliegt, sollte ein bis zwei Stunden nach der sonst üblichen Schlafenszeit zu Bett gehen. Bei Flügen in Richtung Osten sollte demgegenüber rund zwei Stunden früher geschlafen werden. Bei Schichtarbeit empfehlen Experten das "schnell rotierende Schichtsystem". Das heißt: am ersten Tag Frühschicht, am zweiten Tag Spätschicht, am dritten Tag Nachtschicht und danach einen völlig arbeitsfreien Tag.

Schlafstörungen bei Kindern

Rund ein Viertel aller Kinder leiden irgendwann einmal unter Schlafstörungen.

Neugeborene schlafen in der Regel gut zwei Drittel des Tages, wachen dabei allerdings alle drei bis vier Stunden auf, weil sie Hunger haben. Im zweiten Lebensjahr sinkt die Gesamtschlafzeit auf rund 13 Stunden. Sechsjährige schlafen durchschnittlich zehn Stunden pro Tag. Hierbei handelt es sich nur um Anhaltswerte für die Gesamtschlafmenge des Kindes.

Wie bei den Erwachsenen weichen die individuellen Schlafmuster auch schon im frühen Kindesalter stark voneinander ab. Kinder leiden häufig an Ein- und Durchschlafstörungen. Auslöser hierfür sind vielfach äußere Einflüsse wie Straßenlärm, unregelmäßige Schlafzeiten und seelische Belastungen.

Kinder brauchen Rituale

Jeden Abend vor dem Schlafengehen sollten bestimmte Schlafrituale eingehalten werden. Eine Schmuseviertelstunde mit Mutter oder Vater, eine Gute-Nacht-Geschichte und ein Gute-Nacht-Kuss geben dem Kind die nötige Gelassenheit, um einschlafen zu können. Oftmals hilft es, die Tür zum Kinderzimmer einen Spalt offen zu lassen. Vertraute, leise Geräusche aus den Nebenzimmern wirken sich meist beruhigend aus und erleichtern so das Einschlafen.

Schlafstörungen im Alter

Ein- und Durchschlafstörungen treten besonders häufig ab dem 65. Lebensjahr auf. Oftmals ist dies jedoch keine krankhafte Störung, sondern Ausdruck ganz normaler altersbedingter Schlafveränderungen. Auslöser für Schlafstörungen im Alter können organische Erkrankungen wie Rheuma, Rückenbeschwerden, Schlafapnoen oder seelische Belastungen wie die Trauer um Angehörige sein.

Teufelskreis Schlaftabletten

Grundsätzlich gilt: Schlaftabletten sollten nur in Ausnahmesituationen und zeitlich begrenzt eingenommen werden. Am Anfang bessert sich zwar der Schlaf. Dieser Effekt ist jedoch nur von kurzer Dauer.

Wird das Medikament abgesetzt, ist die Schlafqualität häufig schlechter als zum Zeitpunkt des Beginns der Einnahme. Wem dieser Effekt nicht bekannt ist, interpretiert seinen schlechten Schlaf als Wiederkehr der ursprünglichen Schlafstörung. Dies wiederum führt zu einem erneuten Gebrauch des Schlafmittels - der Teufelskreis beginnt.