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Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen ist nicht neu. Das sogenannte Binge Drinking, das absichtliche Trinken bis zum Rausch, gab es auch in früheren Generationen. Heute greifen jedoch immer jüngere Kinder zum Alkohol und betrinken sich bis zur Bewusstlosigkeit - oft mit schweren gesundheitlichen Folgen. 

Wenn die Party im Krankenhaus endet: Über 2.500 TK-versicherte Kinder und Jugendliche werden pro Jahr aufgrund von Alkoholmissbrauch stationär behandelt. Seit 2004 ist die Zahl der alkoholbedingten Klinikaufenthalte sogar um mehr als 80 Prozent angestiegen.

Oft haben diese Kinder und Jugendliche in kurzer Zeit große Mengen Bier, Wodka, Wein, Mixgetränke oder andere alkoholische Getränke konsumiert. Das sogenannte Komasaufen kann schnell lebensgefährlich werden. Denn noch bevor den Jugendlichen übel wird und sie aufhören zu trinken, wirkt der Alkohol auf tiefe Regionen ihres Gehirns. Er kann eine plötzliche Atemlähmung verursachen, die ohne schnelle Hilfe tödlich endet.

Warum Alkohol für Jugendliche so gefährlich ist

Mädchen und Jungen sind durchschnittlich 13 Jahre alt, wenn sie das erste Mal Alkohol trinken. Mit 14 Jahren haben sie ihren ersten Rausch. Experten berichten sogar von Siebenjährigen, die sich in den Vollrausch getrunken haben.

Jeder fünfte zwölf- bis 17-jährige Jugendliche trinkt mindestens einmal im Monat fünf oder mehr alkoholische Getränke. Fachleute nennen das "Binge Drinking", vom englischen "binge" für Gelage. 17 Prozent der Jugendlichen trinken mindestens einmal in der Woche. Die meisten davon sind Jungen.

Bewusstlos ohne Rausch

Schon mit weniger als 0,5 Promille Alkohol im Blut können kleine Kinder bewusstlos werden, auch ohne vorher berauscht gewesen zu sein. Denn bei Kindern und Jugendlichen wirkt der Alkohol noch schneller auf den Körper als bei Erwachsenen.

Wer häufiger trinkt, gewöhnt den Körper und seinen Stoffwechsel an dieses Zellgift. Er wird mit der Zeit unempfindlicher gegen die Wirkung des Alkohols und fühlt sich weniger schnell betrunken. Das aber heißt, für die gleiche - eventuell gewünschte - Wirkung muss mehr Alkohol konsumiert werden. Die schädliche Wirkung nimmt größere Ausmaße an, weil mehr getrunken wird. Wer viel Alkohol "verträgt“, ist gefährdet. Er schädigt sich und seinen Körper und ist fatalerweise auch noch stolz darauf, mehr zu vertragen als andere. Die Gefahr für eine Abhängigkeit wächst.

Wer früh trinkt, wird schneller süchtig

Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, die versuchen, mit Alkohol ihrem Frust, Kummer, Ärger oder anderen Problemen zu entkommen. Selbst wenn sie nur kurze Zeit regelmäßig geringe Mengen Alkohol trinken, können sie körperlich abhängig werden.

Alkoholsucht ist nicht die einzige Folge. Jugendliche Vieltrinker bekommen oft zusätzliche Probleme in der Familie, in der Schule oder am Ausbildungsplatz. Dann entwickelt sich ein Teufelskreis: Der Jugendliche trinkt, um weniger unter seinen Problemen zu leiden. Seine Probleme nehmen aber gleichzeitig zu, weil er trinkt.

Wer in diesem Teufelskreis sitzt, sieht oft keinen Ausweg. Er schafft es nicht mehr, nüchtern nach Lösungen für seine Probleme zu suchen. Zum Beispiel, wie er mit Ängsten, Selbstzweifeln oder schwierigen Situationen fertig werden kann. Oft hilft nur noch ein Entzug und eine anschließende Therapie, um wieder ins Leben zurückzufinden.

Alkohol macht verletzlich

Alkohol führt oft zu Verletzungen. Nicht nur bei den Jugendlichen selbst, sondern auch bei ihren Mitmenschen. Alkohol kann der Auslöser sein für Unfälle, Schlägereien oder sexuellen Missbrauch.

Jährlich spielt Alkohol bei über 50.000 Verkehrsunfällen auf Deutschlands Straße eine Rolle. Vor allem junge Menschen sind betroffen: Im Vergleich zu anderen Altersgruppen verursachen Personen zwischen 18 und 24 Jahren die meisten alkoholbedingten Verkehrsunfälle. Nicht selten kommen sie selbst, ihre Mitfahrer oder andere Unfallbeteiligte dabei ums Leben oder leiden lange Zeit an den Unfallfolgen.

Wer betrunken ist, hat ein höheres Risiko, Gewalttäter oder Gewaltopfer zu werden. Denn durch Alkohol steigt die Gewaltbereitschaft, und Konflikte mit dem Gesetz nehmen zu. Betrunkene übersehen leichter Anzeichen für Gefahren.

Alkoholisierte Mädchen und junge Frauen werden häufiger Opfer sexueller Gewalt. Ungeschützte sexuelle Kontakte können zu Erkrankungen oder zu unerwünschter Schwangerschaft führen.

Langfristig kann Alkohol alle Organe schädigen. Besonders gefährdet sind das Gehirn, die Leber, die Niere, der Magen und Darm und die Bauchspeicheldrüse. Regelmäßiges Trinken selbst geringer Mengen Alkohols erhöht das Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken.

Warum Kinder und Jugendliche trinken

Warum manche Jugendliche so viel trinken, wissen selbst die Experten nicht ganz genau. Klar ist aber: Viele Kinder und Jugendliche glauben, dass Alkohol sie erwachsen, selbstbewusst, attraktiv, sexy oder mutig macht. Eine Einstellung, die sie meist mit vielen ihrer Freunde und Bekannten und manchmal auch mit ihren Eltern teilen. Sie trinken, weil sie vom Alkohol positive Wirkungen erwarten.

Was sie oft nicht wissen: Wer regelmäßig trinkt, schadet sich und seiner Gesundheit - selbst bei geringen Mengen. Für Kinder und Jugendliche ist das Trinken besonders schädlich. Werden die körpereigenen Zellen - vor allem auch in der Wachstumsphase - regelmäßig vom Alkohol "umspült", nehmen sie Schaden, sterben ab oder verändern sich so, dass sie ihre Funktionen nicht mehr aufrechterhalten können. Das Gedächtnis, die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit lassen nach, und es kann zu weiteren körperlichen Folgeschäden und Erkrankungen kommen.

Wer fit und gesund sein und auch bleiben will, sollte daher am besten die Finger vom Alkohol lassen. Das gilt grundsätzlich für Kinder und Jugendliche. Aber selbst für Erwachsene sollte Alkohol trinken eine Ausnahme bleiben.

Früherkennung mit den Jugendgesundheitsuntersuchungen

Eine Möglichkeit zur Prävention bieten die sogenannten Jugendgesundheitsuntersuchungen J1 im 14. Lebensjahr und J2 im Alter von 16 bis 17 Jahren. Der Check umfasst mehr als eine reine körperliche Untersuchung. Der Arzt spricht mit den Jugendlichen auch über Themen wie Alkohol- und Medikamentenkonsum, Drogen und Sexualität.

Online-Beratung für Kinder und Jugendliche

Anschauliche Informationen für Jugendliche gibt es auf folgenden Internetseiten: