Experten raten Asthmatikern zu einem bewegten Alltag und betrachten Sport als einen wichtigen Baustein der Therapie. Viele sportmedizinische Studien belegen die positiven Effekte von körperlicher Aktivität: Mit gezieltem Training können auch Sie Ihr Lungenvolumen vergrößern und Ihre Atem-Hilfsmuskulatur trainieren. Entspannungseinheiten tragen dazu bei, Stress abzubauen und Belastungssituationen gelassener zu begegnen. Damit haben Sie Ihr Asthma besser im Griff.

Spitzensportler mit Asthma 

Die Eisschnellläuferinnen Anni Friesinger-Postma und Claudia Pechstein, der Rad-Profi Jan Ullrich und die Schwimmerin Sandra Völker - sie alle zeigen, dass es auch mit einer chronischen Erkrankung wie Asthma bronchiale möglich ist, in der obersten Liga mitzuspielen und sogar Olympia-Medaillen zu gewinnen. 

Die erfolgreichen Sportler schwören auf eine gute Asthma-Kontrolle. Sie wenden die ihnen verordneten Asthma-Medikamente konsequent an und integrieren besonders lange Auf- und Abwärm-Phasen in ihren Trainingsplan. 

Etwa sieben bis acht Prozent aller Leistungssportler in Deutschland sind Asthmatiker - in der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil bei nur etwa fünf Prozent. Sportmediziner vermuten, dass zum Beispiel Kälte beim Wintersport oder Schwimmen in gechlortem Wasser die asthmatischen Beschwerden erst auslösen kann. Der beste Tipp für Amateursportler lautet daher: unter angenehmen Bedingungen und moderat trainieren.

Vorab: Gesundheitscheck beim Arzt

Ihr Arzt kennt Ihren Gesundheitszustand und kann mit Ihnen zusätzlich einen individuellen Belastungstest machen. So ermittelt er Ihren optimalen Trainingspuls und Ihre individuelle Belastbarkeit. Gemeinsam stellen Sie einen Medikamentenplan für das Training zusammen: Es ist in der Regel sinnvoll, vor jedem Training ein bronchienerweiterndes Medikament zu inhalieren. 

Mit Ihrem Arzt können Sie auch besprechen, welche Sportarten für Sie infrage kommen. Im Allgemeinen werden Ausdauersportarten wie Walking, Joggen, Radfahren und Schwimmen empfohlen. Auch bewegte Entspannungstechniken wie Yoga oder Tai Chi Chuan tragen dazu bei, die Atmung zu vertiefen und in Belastungssituationen gelassener zu bleiben. 

Tipps für ein entspanntes und erfolgreiches Training

  • Messen Sie Ihre Peak-Flow-Werte vor, während und nach dem Training. So wissen Sie immer, wie belastbar Sie aktuell sind, und können darauf reagieren. Tragen Sie Ihre Notfallmedikamente stets bei sich und üben Sie atemerleichternde Techniken wie das Ausatmen mit Lippenbremse.
  • Jeweils mindestens eine Viertelstunde Auf- und Abwärmen: So sorgen Sie dafür, dass sich besonders Ihre Lungen schonend auf das Training einstellen können und Ihre Atmung anschließend wieder entspannt zur Ruhe kommt.
  • Sportmedizinische Studien belegen die besten Effekte für kürzere, regelmäßige Trainingseinheiten mit geringer bis mittlerer Intensität. Trainieren Sie daher lieber dreimal pro Woche je 20 Minuten moderat als einmal die Woche intensiv für eineinhalb Stunden.
  • Sind Sie gesundheitlich angeschlagen oder es fliegen gerade Pollen, auf die Sie stark reagieren, ist eine Trainingspause sinnvoll. Auch andere Reize können gegen ein Training sprechen: Kaltes Wasser, kalte Luft, dünne Höhenluft (ab 2.000 Metern) und hohe Ozonwerte im Sommer reizen die Lungen und können einen Asthma-Anfall provozieren. 
  • Informieren Sie Ihre Trainer und gegebenenfalls Ihre Trainingspartner über Ihre Erkrankung und wie sie Sie bei einem Asthma-Anfall unterstützen können.

Lungensportgruppen

Besonders wenn Sie durch Ihr Asthma stärker eingeschränkt sind, kann eine spezielle Lungensportgruppe Ihnen den Einstieg in den Sport erleichtern. Fachkundige Trainer zeigen Ihnen effektive Übungen, zum Beispiel um den Brustkorb zu dehnen und die Atmung zu stärken. 

Weitere Vorteile: Hier lernen Sie auch Gleichgesinnte kennen. Gemeinsam fällt es außerdem leichter, sich regelmäßig zu bewegen. Unter www.lungensport.org können Sie nach Lungensportgruppen in Ihrer Nähe suchen.